Saisonstart der NOFV-Oberliga Nord
Mittwoch 12.08.15 09:29 Uhr|Autor: FuPa1.137
Fotos: Christoph Lehner & Ben Remus

Saisonstart der NOFV-Oberliga Nord

Die Berliner Vereine im Check
Am Freitag startet die NOFV-Oberliga Nord mit der Partie zwischen dem SV Seelow und dem FC Hertha 03 Zehlendorf in die Saison 2015/16. Bevor es endlich wieder um Punkte geht, nimmt FuPa alle Berliner Vereine unter die Lupe.


In den letzten Jahren galt die Oberliga für viele Berliner Vereine als unattraktive Liga oder für Vereine mit Ambitionen im besten Fall als Durchgangsstation. Die VSG Altglienicke verzichtete letzte Saison sogar ganz auf die Teilnahme und trat lieber freiwillig den Rückzug in die Berlin-Liga an. Die Gründe für die fehlende Attraktivität waren vielfältig: zu hohe Kosten, weitere Entfernungen und größerer Zeitaufwand, oft nur wenig attraktive Gegner und damit verbunden ein geringes Zuschauerinteresse.

Aus Berliner Sicht düfte die fünfthöchste Spielklasse in dieser Saison deutlich interessanter werden, da von 16 Vereinen gleich fünf aus der Hauptstadt kommen. FuPa Berlin stellt die Berliner Vereine vor:

Lichtenberg 47 >>> zum Kader

Geht es nach der Meinung der Konkurrenz, dann ist Lichtenberg 47 für viele der größte Favorit auf den Aufstieg. Nachdem die Mannschaft von Uwe Lehmann in den letzten beiden Jahren die Plätze vier und drei erreicht hat und die drei besten Teams der Vorsaison (Optik Rathenow, FC Schönberg und der FSV Luckenwalde) in die Regionalliga Nordost aufgestiegen sind, scheint dieser Schluss fast logisch. Zwar hat die Mannschaft mit Kadir Erdil und Maik Haubitz zwei Leistungsträger aus der Vorsaison verloren, sich aber auch mit jungen und vielversprechenden Talenten verstärkt.

Als Titelanwärter sieht Lehmann seine Mannschaft aber nicht zwangsläufig: "Wenn alles gut läuft, können wir oben mitspielen und brauchen uns vor niemanden zu verstecken." Der Sportliche Leiter, Benjamin Plötz, ergänzt zu einem möglichen Aufstieg in die Regionalliga: "Man muss da einen ganzen Katalog von Auflagen erfüllen. Mit der Regionalliga beschäftigen wir uns erst, wenn es soweit ist."

FC Hertha 03 Zehlendorf >>> zum Kader

Der FC Hertha 03 startete turbulent in die letzte Spielzeit und wurde von drei verschiedenen Trainern betreut. Erst der Letze, Markus Schatte, brachte wieder Ruhe in die Mannschaft und führte den Aufsteiger am Ende der Saison doch noch auf den neunten Platz.

Geht es nach dem Zehlendorfer Präsidenten, Kamyar Niroumand, soll in dieser Saison der nächste Schritt gemacht werden: "Wir wollen einen Platz im oberen Drittel erreichen." Eine ähnliche Zielsetzung gibt auch der Trainer vor: "Ziel ist ein Platz unter den ersten sechs", so Markus Schatte.

Ob dies gelingt, wird davon abhängen, wie schnell sich die Neuen integrieren. In der Breite hat sich die Mannschaft von Hertha 03 sicherlich verstärkt und mit Abwehrspieler Robert Schröder (Viktoria Berlin) und Mittelfeldspieler Felix Robrecht (Wacker Burghausen) auch an Qualität dazugewonnen. Schwer zu verkraften wird sicherlich der Abgang von Top-Scorer Melih Hortum (Hannover 96 II) sein und auch Emre Cakmaki und Egzon Ismaili (beide zu Optik Rathenow) haben den Verein verlassen.

Sollte sich die neu formierte Mannschaft schnell zusammenraufen und die vielen jungen Spieler einschlagen, dann ist der Platz aus der Vorsaison mindestens drin. Für den ganz großen Sprung wird es dieses Jahr aber noch nicht reichen.


BSV Hürtürkel >>> zum Kader

Die wohl schwierigste Aufgabe als Trainer in der Oberliga hat Hürtürkels neuer Coach Cem Karahan, der vor der einem kompletten Neuaufbau steht. Nahezu der komplette Kader wurde ausgetauscht, nachdem Hürtürkel in der letzten Saison abgeschlagen auf dem letzten Platz der NOFV-Oberliga Nord landete und den Abstieg nur vermeiden konnte, da andere Mannschaften aus der Oberliga zurückgezogen haben.

Es gibt nicht wenige Menschen, die behaupten, dass der Nachfolger von Vedat Beyazit vor einer kaum lösbaren Aufgabe steht. Mehr als 20 Spieler haben den Verein verlassen und ebenso viele Spieler sind neu im Kader. Von denen haben aber nur wenige Erfahrung im überregionalen Fußball und auch die Ergebnisse der bisherigen Testspiele geben nicht unbedingt Anlass dazu, dass man bei Hürtürkel sorglos in die neue Saison gehen kann.

Die offizielle Zielsetzung seitens des Vereins ist ein gesicherter Mittelfeldplatz. Um das zu erreichen, sollte sich die neu zusammengesetzte Mannschaft aber schnellstmöglich finden und auch das ein oder andere Erfolgserlebnis zu Beginn einfahren.

Tennis Borussia Berlin >>> zum Kader

Am meisten dürfte die Oberliga vom Aufstieg Tennis Borussia Berlins profitieren, da der Traditionsverein für gewöhnlich eine große Anhängerschar zu den Auswärtsspielen mitbringt. Aber auch sportlich dürfte die Mannschaft von Daniel Volbert eine Bereicherung für die Liga sein, der viele auch den Sprung in die Spitzengruppe zutrauen.

Zwar haben etliche Spieler den Verein verlassen, mit Sebastian Huke (Viktoria Berlin), Kadir Erdil (Lichtenberg (47) und Mehmet Aydin (CFC Hertha 06) hat TeBe aber auch starke Spieler dazubekommen. Zudem wurden etliche Jugendspieler neu in den Kader aufgenommen.

Daniel Volbert bremst die Euphorie vor dem Saisonstart: "Der Druck ist nicht so groß wie im letzten Jahr. Wir freuen uns auf die Saison, wo wir viel lernen werden. Das Ziel mit so einer jungen Mannschaft muss sein, dass man von Anfang an nichts mit dem Abstieg zu tun hat."

Sollte es zwischenzeitlich vielleicht doch eng werden, könnte Tennis Borussia ja auch ab und an auf Kult-Stürmer Michael Fuß zurückgreifen, der als Co-Trainer und Stand-by-Spieler fungieren wird und die nötige Erfahrung für die Oberliga mitbringt, in der er schon dreimal Torschützenkönig wurde.

Mit dem Abstieg sollte Tebe aber von Anfang an nichts zu tun haben. Dafür ist die Qualität im Kader zu groß und bei einem guten Start geht vielleicht auch etwas nach oben.


CFC Hertha 06 >>> zum Kader

Der zweite Aufsteiger aus der Berlin-Liga, der CFC Hertha 06, tritt da schon etwas selbstbewußter auf. Der 1. Vorsitzende, Engün Cakir, gibt als Ziel aus: "Wir wollen bester Berliner Oberligist werden."

Der Verein musste zwar den Abgang einiger Leistungsträger (u.a. Mehmet Aydin und Fetih Yüksel) verkraften, hat aber mit Omid Saberdest (Optik Rathenow), Erdi Temel (BSV Hürtürkel), Ozan Kalyoncu (VSG Altglienicke), Kevin Lentz (Tasmania Berlin) und Ibrahima Cisse (Angola) gestandene Spieler hinzugewonnen.

Dennoch tritt Trainer Murat Tik auf die Euphoriebremse: "Wir wollen uns etablieren und den Klassenerhalt schaffen. Wir haben 12 Abgänge und 13 Neuzugänge. Wir fangen wieder von null an und müssen eine Mannschaft formen und da haben wir noch viel Arbeit vor uns."

Erschwerend kommt für den Aufsteiger hinzu, dass er - wie in der Vorsaison - vorerst nicht auf eigenem Platz antreten kann und die ersten drei Partien auswärts bestreiten wird. Mitte September soll dann ein neuer Kunstrasenplatz an der Brahestraße fertig sein.

Sollte es Murat Tik schnell gelingen, aus der Mannschaft eine Einheit zu formen, dann dürfte der CFC Hertha 06 auch in dieser Saison wieder für die ein oder andere Überraschung sorgen. Für den ganz großen Wurf wird es in dieser Saison aber noch nicht reichen und man darf auch nicht vergessen, dass die Mannschaft vor vier Jahren noch in der Bezirksliga spielte und seitdem einen rasanten Aufstieg genommen hat.




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