
Sötenichs Trainer Christian Hammes sieht in beiden Clubs viele Parallelen: „Ich glaube, für beide Mannschaften ist die Ausgangssituation gleich. Es werden zwei verunsicherte Mannschaften mit einer personell unglücklichen Situation aufeinandertreffen. Hochleistungs-Fußball wird daher nicht zu erwarten sein.”
Seit Wochen schon muss Hammes auf eine Reihe von Stammspielern verzichten. Für Sonntag kommt es wohl noch schlimmer: Marc Golbach und Willi Niklewitz werden urlaubsbedingt fehlen, und nach Christopher Bellstädts Kurzeinsatz haben sich seine Fußprobleme verschlimmert.
„Aber Simon Sanduljakt ist zurück im Kader, vielleicht reicht es bei ihm ja für einen Einsatz”, lässt sich Hammes nicht entmutigen. Er hält Schönau für eine robuste Mannschaft: „Das Team hat läuferische und körperliche Qualitäten. Torsten Tefs hat als Trainer des TSV gute Arbeit abgeliefert und hält eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern vor.”
Vor dem Hintergrund der personellen Lage hält auch Schönaus Trainer Torsten Tefs den Ball flach: „Dieses Spiel wird Abstiegskampf pur. Für uns wird es wichtig sein, Torchancen herauszuspielen und kompakt zu stehen. Die Frage, mit welchen Spielern wir antreten können, ist ganz schwierig zu beantworten. Läuft es gut, meldet sich der ein oder andere Spieler für einen Einsatz zurück.”
Dass es für seine Mannschaft gegen den Abstieg gehe, sei schon vor Saisonstart klar gewesen. Die personelle Entwicklung habe ihn dann doch überrascht: „Ich bin ja schon lange als Fußballtrainer tätig, aber so eine Phase habe ich selten erlebt. Auf Dauer kann es so nicht funktionieren. Stammspieler wie Lukas Wollenweber und Niklas Gülden fehlen uns sehr.”
Tefs sieht beide Mannschaften auf Augenhöhe und stimmt seine Spieler schon einmal ein: „Kleinigkeiten werden entscheiden. Wir werden in Sötenich jedenfalls Gras fressen, das werden wir auch müssen.”
Auf dem ersten Abstiegsplatz steht momentan die TuS Mechernich, obwohl es am letzten Sonntag zu einem Unentschieden gereicht hat. „Wir stehen unter dem Strich, das wollen wir möglichst schnell ändern”, sagt Mechernichs Sprecher Rocco Bartsch, der die Abstiegsplätze verlassen will.
Die Mannschaft von Jugendsport Wenau, die am Sonntag ab 14.30 Uhr in Mechernich zu Gast ist, wird es der TuS aber nicht leicht machen. Bartsch weiß das auch: „Eine sehr ambitionierte Mannschaft, die derzeit hinter ihren Erwartungen liegt. In der vergangenen Saison haben wir Wenau aber ein 0:0 abringen können.”
Mit Kampf und Einsatz sollen die Mechernicher Fußballer sich den Wenauern entgegenstellen. Für Bartsch ist auf jeden Fall auch ein Heimsieg vorstellbar: „Dazu müssen wir aber noch etwas draufpacken. Voraussetzung ist, dass wir hinten die Null halten. Ich bin guter Dinge, dass wir uns belohnen werden.”
Auf der Wunschliste des TuS Chlodwig Zülpich steht eins ganz oben: Aufwärtstrend bestätigen. Das gilt auch für die Begegnung beim TuS Langerwehe, die am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen wird.
Leichter gesagt als getan, denn aus Sicht von Zülpichs Trainer Christian Müller hängen die Trauben hoch: „Vor Langerwehe habe ich großen Respekt. Vor allem läuferisch und fußballerisch hat der Gastgeber eine sehr starke Mannschaft.” Müller rechnet mit einigen Überraschungen, vor allem in personeller Hinsicht, denn neben einem neuen Trainer hat sich Langerwehe auch mit einer Reihe von neuen Spielern eingedeckt.
Personell sieht es im eigenen Kader ziemlich unverändert aus. So werden Tim Schmitz und David Sasse weiterhin wegen Verletzungen fehlen. Suboptimal ist auch die Vorbereitung auf das Spiel, denn der Zülpicher Sportplatz ist wegen Renovierungsarbeiten gesperrt. Der TuS musste in eine Soccerhalle ausweichen. Für Müller kein allzugroßes Manko, denn „die Jungs wissen schon, wie wir in Langerwehe spielen wollen”.
Nicht weniger als 26 Tore hat Spitzenreiter Blau-Weiß Königsdorf in den letzten drei Saisonspielen erzielt. Fast ein Grund, vor solch einer Torfabrik in Ehrfurcht zu erstarren. Nicht jedoch für Dominik Peiffer, der mit seinen Nierfeldern am Sonntag um 15 Uhr in Königsdorf antreten wird. „Für uns ist das eine schöne Aufgabe, wir freuen uns alle auf die Partie”, sagt Peiffer. Und überrascht so sicherlich den ein oder anderen Fußballexperten.
Unbegründet ist seine Freude natürlich nicht, drei siegreiche Partien hintereinander haben für Selbstvertrauen und eine hervorragende Stimmung in Nierfeld gesorgt. Peiffer ist alles andere als gewillt, nur den Punktelieferanten zu spielen: „Wir haben Respekt vor Königsdorf, werden uns dort aber nicht in die Hosen machen. Die Blau-Weißen sind extrem stark im Umschaltspiel — wir aber auch. Wir haben unser Defensivverhalten stark verbessert und wollen in Königsdorf natürlich etwas holen.”
Hosan Kesen wird urlaubsbedingt nicht im Nierfelder Kader stehen. Max Patt steht für einen Einsatz ebenso zur Verfügung wie Justin Kühl, der wieder an Bord ist.