
Es ist ein Tritt, der die Emotionen zum Kochen bringt. Fortunas Spieler Philipp Kadow hat den Ball verloren und will ihn sich unter allen Umständen zurückholen. Dabei bringt er seinen Gegenspieler von hinten unsanft zu Fall. Es folgt die Rudelbildung. Ein Wort gibt das andere, bis SV-Akteur David Scherge den Übeltäter zweimal ordentlich schubst. Die Folge: Beide kommen mit einer gelben Karte noch glimpflich davon (64.).
Spätestens zu diesem Zeitpunkt war richtig Pfeffer in dem Derby zwischen BSC Fortuna Glienicke und der SV Glienicke II. Schon fünf Minuten zuvor hatte Calvin Kleinberger vom BSC Fortuna den gelb-roten Karton gesehen, nachdem er Astrit Feta von den Beinen geholt hatte. Und das im eigenen Strafraum. Schiedsrichter Martin Kollmann zeigte auf den Punkt. Doch anstatt den verdienten Ausgleich zu erzielen, scheiterte SVG-Kapitän Sascha-Andre Fröhner an Schlussmann Thorsten Wiese. „Ich bin Sascha nicht böse. Das kann jedem mal passieren“, nahm Trainer Cornelius Rompel seinen Spieler in Schutz. Doch der Rivale in den rot-weißen Trikots belohnte sich für seinen engagierten Auftritt und kam durch den eingewechselten Gunnar Granzow, der völlig alleine im gegnerischen Fünfmeterraum stand, zum 1:1 (76.). „Das hat mich total überrascht. Ich musste mich konzentrieren, den Ball über die Linie zu drücken“, sagte der Torschütze.
Dabei war der Ortsrivale und Tabellenführer Fortuna einmal mehr durch einen frühen Treffer von Top-Torjäger Pascal Müller in Führung gegangen (1.). Jedoch brachte dies dem Gastgeber nicht die nötige Sicherheit im Spiel. Viele Ballverluste im Mittelfeld und lange Bälle in die Spitze machten den Spitzenreiter ausrechenbar. Der Gegner verteidigte Geschick und zeigte teilweise die bessere Spielanlage. „Bei uns hat nicht viel geklappt, der SV Glienicke hat dagegengehalten und sich diesen Punkt redlich verdient“, sagte ein enttäuschter Müller. Er hätte zum großen Matchwinner werden können, als er Torhüter Matthias Hönow umspielte, und den Ball schon in Richtung leeres Tor beförderte. Jedoch verhinderte Sascha Grass die Niederlage und schlug das Leder noch von der Linie (80.).
Das Derby entwickelte sich in der zweiten Halbzeit zu einem offenen Schlagabtausch mit viel Kampf und Leidenschaft. Dennoch war Fortuna-Trainer Christian Ritter nicht zufrieden. „Trotz unserer Führung hat der Gegner das Spiel gemacht. Über die gelb-rote Karte kann man streiten. Wir können mehr, als wir gezeigt haben. Daher ist das Unentschieden gerecht.“
Hier kann das gesamte Spiel noch einmal im Liveticker nachgelesen werden.