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Dienstag 18.04.17 14:48 Uhr|Autor: Christoph Benesch (EN)949
"Es ist schon etwas anderes mit dem Bruder oder dem Cousin auf dem Fußballplatz": Die vier Hammerands vom SV Ermreuth (v.li.): Markus, Tobias, Mathias und Andreas.F: Rudolf Maxbauer

Die vier Hammerands von der kleinen Fußballwiese

Markus, Tobias, Mathias und Andreas sind Brüder und Cousins, schon die Väter waren große Fußballer beim kleinen SV Ermreuth
Eigentlich müsste langsam der Name Hammerand in den Vereinstitel aufgenommen werden. Nach den vier Brüdern, von denen drei den Höhenflug in die Landesliga mitmachen, sind nun wieder vier Hammerands drauf und dran für einen Aufstieg zu sorgen.

Dort, wo Mathias Hammerand sein Haus gebaut hat, stand früher eine Wiese. Es war nicht irgendeine Wiese, es war die Wiese. Vom Vater mit dem Rasenmäher kurz gehalten, zwei Holztore standen darauf. „Es haben sich alle Jungs aus dem Ort dort getroffen und Fußball gespielt“, erinnert sich Mathias Hammerand. Er war dabei, sein Bruder Andreas, aber auch die Cousins Markus und Tobias, die eigentlich am anderen Ende des knapp 920-Seelen-Ortes wohnten.

Heute sind diese Kinder erwachsen geworden. Die meisten schon so alt, dass sie gar nicht mehr Fußballspielen. Und wenn, dann helfen sie eben mal in der zweiten Mannschaft aus. Geblieben sind eigentlich nur die vier Hammerands: Mathias (33), Andreas (28), Markus (25) und Tobias (19) und mit ihnen der Instinktfußball, den sie einst zu großen Teilen auch auf dieser Wiese entwickelten. Die zwei Cousinen spielen ebenfalls Fußball, in Pinzberg.

„Das ist was Einzigartiges“

„Gemeinsam mit dem Dschidschi im Sturm“, sagt Mathias und meint seinen Bruder Andreas, „da ist das natürlich schon was Einzigartiges.“ Ohne hinzusehen hat er eine Ahnung davon, wo sein Bruder auf dem Platz steht, wohin er laufen wird, wie er sich bewegt. „Das ist ein Vorteil, den andere nicht haben.“ In Ermreuth, wo sie heuer vielleicht das erste Mal seit über 30 Jahren wieder in die Bezirksliga aufsteigen können, ist er noch größer: Gleiches gilt nämlich für die anderen beiden Hammerands, insgesamt also für alle vier. Dass vier Verwandte mit dem Nachnamen Hammerand beim SV Ermreuth Fußballspielen ist dabei keine Kuriosität. Es ist vielmehr: Usus. Die Brüder Heinz, heute Vorsitzender, Charly, Albrecht und später auch Jürgen sind so etwas wie die Fußballhelden der Ortschaft. Mit ihnen erlebte der SVE 1983/84 ein Fußballwunder, einen Höhenflug bis in die Landesliga. 2000 Zuschauer kamen, als das Aufstiegs-Derby anstand gegen den TSV Neunkirchen, den ewigen Rivalen. Erinnern können sich die jungen Hammerands an diese Monate voller Glück nicht, nur Mathias war da schon auf der Welt und auch am Spielfeldrand – aber im Kinderwagen. „Die Geschichten von damals“, sagt Mathias Hammerand, „hören wir dafür auf jeder Familienfeier.“ So oft, so detailliert, dass sie selber schon das Gefühl haben, dabei gewesen zu sein.

Auch außerhalb des Platzes sind die Hammerands eng verwurzelt, mit den Kindern von damals von der Wiese verbringen sie meist die Wochenenden. Auch wenn die beruflichen Interessen, nun ja, weit auseinander gehen: Mathias ist Elektro-Ausbilder, Andreas Verwaltungsfachkraft, Markus Student und Tobias macht eine Ausbildung zum Produktdesigner. „Das ist vielleicht ganz gut so“, sagt Mathias, „sonst ginge es auf der Arbeit auch nur noch um Fußball.“

Geschichten von 1984

Gerade jetzt, wo der SV Ermreuth seit so langer Zeit mal wieder die echte Chance hat, Bezirksligafußball zu spielen. „Ich glaube, unsere große Stärke ist, dass wir schon so lange zusammen spielen“, sagt Mathias Hammerand. Dazu ergänzen sie sich alle gut – auch die Hammerands: Markus, der als einziger den Verein für zwei Jahre mal Richtung Hüttenbach verließ, hat seine Stärken im Zweikampfverhalten, Tobias ist technisch am Besten, Andreas kopfballstark und im Antritt schnell. Mathias findet, er habe dafür die Kraft im Mentalen. „Gäbe es nur einen von uns mit all den Stärken“, sagt er auch und lacht, „wäre er wahrscheinlich Bundesligaspieler.“ So wollen sie nun rauf, die vier Hammerands mit dem SV Ermreuth. Es wäre eine schöne Geschichte, von der Wiese bis in die Bezirksliga.

 
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