
Gegen die TSG verloren die Akkus bei der Eintracht recht schnell an Energie. Der SVE tat sich gegen die eng beieinander stehenden Viererketten der Gäste in Abwehr und Mittelfeld schwer. Ohne richtiges Tempo in den Aktionen fehlten die Grundlagen, mal durchzubrechen. Gegen Ende der ersten Halbzeit reihte sich ein Fehlpass an den nächsten.
Eintracht-Trainer Daniel Paulus hatte sein Team taktisch etwas anders ausgerichtet. Die zweite Spitze (zunächst Dominik Kinscher, ab der 30. Minute Tim Garnier) agierte eher im zentralen Mittelfeld, dafür wurden die Mittelfeld-Außen (Leoluca Diefenbach und Garnier/Kinscher) bei eigenem Ballbesitz sehr weit nach vorne geschoben. Auch Linksverteidiger Godmer Mabouba fand oft den Weg über die Mittellinie. Triers Spiel war insgesamt sehr linkslastig, aber nicht effektiv.
Bezeichnend, dass die dickste Chance in den ersten 45 Minuten den defensiv ausgerichteten Gästen gehörte. Sebastian Kaster durfte aus elf Metern frei abziehen – Mabouba rettete auf der Linie (27.).
Kinscher, Diefenbach und Mabouba waren alle im Vergleich zum 3:3 unter der Woche in Mechtersheim neu in der Startelf – anstelle von Lucas Jakob, Ömer Kahyaoglu und Alexander Biedermann. Die Nominierung von Diefenbach überraschte, hatte Paulus ihn doch nach der Partie in Mechtersheim heftig kritisiert.
Zur Pause musste Diefenbach nach einer überschaubaren Vorstellung in der Kabine bleiben – für ihn kam Kahyaoglu. Mit ihm kam mehr Dynamik auf den Rasen. Er bediente Kinscher, dessen Schuss in der 53. Minute aber geblockt wurde. Zuvor hatte Andreas Buch auf der Gegenseite abgezogen – SVE-Schlussmann Johannes München war bei dem Pfund noch mit den Fingern dran (49.). Nach knapp einer Stunde köpfte Mabouba an die Latte (58.). Trier versuchte nochmal alles rauszupressen. Beinahe hätte die TSG mitgeholfen, als Marcel Edel um ein Haar ein Eigentor unterlaufen wäre – doch Christopher Ludwig klärte auf der Linie (71.).
Trier war das Bemühen vor offiziell lediglich 563 Zuschauern nicht abzusprechen, doch es blieb zäh. Verletzungsbedingt musste Sasso-Sant in der 61. Minute vom Feld. Er war mit Andreas Buch zusammengerasselt und hat wohl eine Gehirnerschütterung davongetragen. Zur Sicherheit sollte Sasso-Sant noch im Krankenhaus durchgecheckt werden.
Felix Fischer im fupa-Interview:
Jetzt hat der SVE erstmal Pause - bis zum 17. April, dann steht die Partie in Wiesbach an.
Eine Notiz am Rande: Die Trierer Ultras traten nach ihrem Boykott erstmals auch bei einem Heimspiel wieder als Gruppe und mit Support von der Gegengerade auf. Bei einem Gespräch am Donnerstag hatten Vertreter der Ultras und der Eintracht nach Aussage von SVE-Vorstandsmitglied Roman Gottschalk einen fairen und vernünftigen Austausch gehabt. In der Folge seien die Hausverbote aufgehoben worden.
Spiel-Statistik:
Eintracht Trier: München – Bouzid, Maurer, Cinar, Mabouba – Garnier, Heinz, Fischer, Kinscher (80. Brandscheid), Diefenbach (46. Kahyaoglu) – Sasso-Sant (61. Biedermann).
TSG Pfeddersheim: Sanyang – Lutz (63. Rzeszut), Litzel, Edel, Ludwig – Schulz (83. Said), Klotz, Bräuner, Schmidt – Buch, Kaster
Schiedsrichter: Thorben Rech
Zuschauer: 563
Stimmen zum Spiel:
Daniel Paulus, Trainer Eintracht Trier: Ich bin nicht unzufrieden. Wir haben derzeit angesichts der vielen Spiele in kurzer Zeit eine schwierige Phase. Fußballerisch hatten wir in der ersten Halbzeit Probleme. In der Halbzeit war die Mannschaft in der Kabine stehend K.o. Aber ich habe ihr gesagt, dass man sich Müdigkeit auch einreden kann. Dennoch ist es extrem wichtig, nun durchschnaufen zu können. Wir werden die Akkus wieder aufladen.
Norbert Hess, Trainer TSG Pfeddersheim: Wir haben uns das 0:0 verdient. Meine Mannschaft hat in der Anfangsphase alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten tief stehen und viel gegen den Ball machen. Wir wussten, dass Trier eine Delle hat. Nach 30 Minuten müssen wir uns bei dem Schuss von Sebastian Kaster belohnen. In der zweiten Halbzeit hatten wir beim Lattenball der Trierer Glück. Wir hatten vor der Pause Vorteile, Trier danach – insofern geht das Unentschieden in Ordnung.