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Donnerstag 13.07.17 21:40 Uhr|Autor: Volksfreund / volksfreund.de Mirko Blahak1.184
Protagonisten der Fan-Aktion: die Initiatoren Mario Hubert, Heiko Müller und Jörg Lex (vorne von links) sowie Fanbeirats-Mitglied Christophe Acloque. Foto: Mirko Blahak

Der Berg ruft!

Geld sammeln und gleichzeitig Zuversicht ausstrahlen: Das steckt hinter der Fan-Aktion bei Eintracht Trier, die auf mehr als 1600 Metern Höhe geboren wurde.

Jörg Lex, Mario Hubert und Heiko Müller sind seit zig Jahren Eintracht-Fans und passionierte Wanderer. Kürzlich war das Trio wieder gemeinsam unterwegs. Im Allgäu und in Tirol. Eines Abends auf der Gehrenalpe oberhalb von Reutte, in 1610 Metern Höhe, bei einem Bier, am Kamin der Berghütte. Lex, Hubert und Müller, Stammgäste in der Ostkurve des Moselstadions, sinnierten über ihre Eintracht. Über den Abstieg in die Oberliga, über die Schwermut, die der Sturz in die Fünftklassigkeit ausgelöst hat - und darüber, was dagegen getan werden kann.

"Die Tristesse war kaum auszuhalten. Und vom Verein kam zunächst auch keine Aufbruchstimmung. Dazu störte uns, dass es immer noch keinen Trikotsponsor gibt. Aber wir können doch nicht nach 112 Jahren Vereinsgeschichte den Laden dicht machen. Nach dem Lecken der Wunden muss es weitergehen", sagt Hubert.

Gesagt, getan. Das Wander-Trio mit der Eintracht im Herzen tüftelte an einer Idee. Lex: "Wir wollten irgendwie helfen." Der Plan: Die SVE-Fans spenden Geld und werden im Gegenzug Trikotsponsor. "Noch am selben Abend haben wir das Vorhaben im Eintracht-Forum gepostet. Das war gar nicht so einfach. Auf der Alpe gab’s außerhalb der Hütte nur eine Stelle, wo es halbwegs genug Handy-Empfang gab", erinnert sich Hubert.

Das Echo war zunächst geteilt, doch die Zustimmung wuchs - und damit auch der Schwung, der in die Sache kam. Nach der Rückkehr aus dem Wander-Urlaub wurde der Kontakt zum SVE-Fanbeirat und zur Vereinsführung gesucht. Hubert: "Es gab nur die Möglichkeit, die Idee mit den Clubverantwortlichen durchzuziehen - trotz aller Kritik an manchen Entwicklungen der Vergangenheit."

Die Treffen waren fruchtbar. Der Verein stellte eine Fläche auf dem Trikot unabhängig von der Gesammtsumme, die erzielt wird, zur Verfügung. Es wird nicht die Brust - da baut der Club auf eine finanziell lukrativere Variante - dafür aber der Ärmel, auf dem in der neuen Saison ein an die Aktion angelehntes Logo platziert wird. Der Fanbeirat und die Geschäftsstelle halfen bei der konkreten Umsetzung der Aktion.


"Neben dem materiellen Wert, den die Aktion hat, besitzt sie auch einen wichtigen symbolischen Charakter. Es passiert etwas. Die Fans krempeln die Ärmel hoch, sie schaffen etwas für ihren Verein. Die Präsenz auf dem Trikot verdeutlicht: Die Anhänger sind immer da, auch in der Oberliga", sagt Christophe Acloque, Mitglied des dreiköpfigen Fanbeirats.

Zunächst sollte die Aktion über einen zu gründenden Förderverein abgewickelt werden, doch das hätte zu lange gedauert. So wurde über eine Privatperson ein Treuhandkonto bei der Sparkasse Trier eingerichtet.
Die Initiatoren haben die Aktion an eine zentrale Bedingung geknüpft: Das Geld darf ausschließlich für den Etat 2017/18 verwendet werden. Hubert: "Das Geld soll das Budget aufwerten und nicht an anderer Stelle zum Stopfen irgendeines Lochs genutzt werden."

Das werde schriftlich fixiert, sagt Acloque. Zudem müsse bei der anstehenden Jahreshauptversammlung des Vereins Ende August/Anfang September der von den Fans geleistete Beitrag in der Finanzplanung explizit ausgewiesen werden.

Am Donnerstagmorgen waren auf dem Fan-Konto bereits rund 2100 Euro eingegangen.

"Richtig stark wäre es, wenn der Betrag bis Aktions-Ende am 2. August fünfstellig würde", sagt Müller, der wie seine Mitstreiter aber weiß, dass das eine große Hausnummer ist. "Uns ist klar, dass der Mindestbetrag von 50 Euro, mit dem man sich das Recht auf den Kauf eines exklusiven Fan-Trikots mit der Rückennummer 12 erwirbt, viel Geld ist - zumal man dann mit dem Kauf des Trikots bei insgesamt knapp 100 Euro liegt. Aber die Aktion soll ja auch eine ansprechende Summe einbringen", sagt Hubert. Wer nicht auf das Trikot erpicht ist und trotzdem helfen will, kann auch nur fünf Euro einzahlen.

Der Start der Aktion macht den Initiatoren einiges an Mut. Hubert: "Wir sind schon jetzt stolz darauf, dass die SVE-Familie auch in schweren Zeiten funktioniert."

Die Kontodaten lauten:
Sparkasse Trier, IBAN: DE05 5855 0130 0007 2583 12, BIC: TRISDE55XXX,
Zahlungsempfänger: Christophe Acloque (im Auftrag des Fanbeirats)

RADOJEWSKI KOMMT - ZWEI TESTSPIELE

Der nächste Neuzugang bei Eintracht Trier ist perfekt. Vom Niederrhein-Oberligisten Cronenberger SC wechselt Lutz Radojewski an die Mosel. Der 24-Jährige hat bei früheren Stationen beim FC Homburg, bei Waldhof Mannheim und beim 1. FC Köln II bereits Regionalliga-Erfahrung gesammelt. Zwischenzeitlich stand der gebürtige Wuppertaler auch ein Jahr bei der TuS Koblenz unter Vertrag. "Spielerisch und von der Erfahrung her steht er uns gut zu Gesicht. Er ist taktisch gut ausgebildet und sehr beweglich", sagt SVE-Trainer Daniel Paulus. Radojewski wollte wieder zurück in den Südwesten - seine Freundin lebt in Trier.

Priorität hatte die Suche nach einem weiteren zentralen Mittelfeldspieler nicht, doch angesichts des angebotenen Gesamtpakets habe der SVE zuschlagen müssen, sagt Paulus. Weiterhin nicht geschlossen ist die Baustelle im Sturm. Srdjan Sudar (20, FC Basel U 21) ist weiter im Training. Er soll auch in den Testspielen am heutigen Freitag (19 Uhr, Niedermennig) gegen F 91 Düdelingen und am Samstag (16 Uhr) bei Racing Union Luxemburg zum Einsatz kommen.

 
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