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Ligavorschau

Kareth fordert Jahn-U21 heraus

Regensburger wollen im Landesliga-Derby zurück in die Erfolgsspur +++ Tegernheim fährt mit breiter Brust nach Cham

von Dieter Krelle, Florian Würthele, Gerd Winklerl · 30.03.2018, 19:00 Uhr · 0 Leser
Im Nachholspiel gegen Raigering feierte der FC Tegernheim am Donnerstag einen souveränen 5:0-Kantersieg.  Foto: Würthele
Im Nachholspiel gegen Raigering feierte der FC Tegernheim am Donnerstag einen souveränen 5:0-Kantersieg. Foto: Würthele

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Die Frühjahrsrunde der Fußball-Landesliga Mitte ist für den dank gleichzeitigen Ausrutschern der Konkurrenz noch souveränen Spitzenreiter SSV Jahn Regensburg II gespickt mit lokalen Auseinandersetzungen. Die erste steht am Ostermontag um 15 Uhr am Kaulbachweg gegen den TSV Kareth-Lappersdorf an, der zuletzt den ambitionierten Teams aus Waldkirchen (1:0) und Cham (1:1) wichtige Zähler im Kampf um den Liga-Erhalt abtrotzte und nur beim aktuell am besten gestarteten FC Tegernheim unglücklich verlor (0:1). Dagegen hat der Gastgeber den 1:3 (1:1)-Ausrutscher beim SV Neukirchen zu verdauen, der die erste Niederlage für die Mannen von Yavuz Ak nach stolzen 18 Spielen bedeutete.

„Natürlich ist der Jahn Favorit. Aber wir werden uns nicht verstecken“, kündigt Interims-Trainer Michael Kirner einen respektlosen Auftritt des in der Hinrunde durch einen späten Treffer von Marco Pfab unglücklich unterlegenen TSV an. Der 23-jährige spielende Coach hat in der kurzen Nachfolge-Zeit für Sepp Schuderer schon eine Menge neuer Erfahrungen gesammelt. „Ob ich spiele, entscheide ich erst nach dem Abschlusstraining am Samstag. Das Bauchgefühl wird mitsprechen.“ Angesichts der Tatsache, dass ihm der ehrgeizige komplette und sehr ausgeglichene Kader zur Verfügung steht, ist das durchaus nachzuvollziehen.

Fehler analysiert beim Jahn
Bei den Jahn-Fohlen, die in Neukirchen ohne Profi-Unterstützung wegen ihrer Abstimmungs-Probleme in Standard-Situationen ihre 42 Minuten lang währende Dominanz verloren, die mit dem ersten Treffer von Kenan Muslimovic – Winter-Neuzugang vom Oberligisten FC Kaiserslautern II – nur ungenügend Ausdruck fand, schmerzte die Jahn-Youngster doch ein wenig. Die 18-Spiele-Erfolgsserie war wegen eigener Unzulänglichkeiten gestoppt. „Wir haben die Fehler natürlich analysiert und wollen uns nicht noch ein verspätetes Osterei einhandeln“, sieht Yavuz Ak in diesem Nachbarderby keine Motivationsprobleme für sein Team. „Wir haben Respekt vor der Nachwuchsarbeit des TSV. Das wird eine sicher sehr intensive Partie.“ In dieser muss der Gastgeber weiter auf die Leistungsträger Christian Kappacher (verletzt) und Timo Spennesberger (gesperrt) verzichten, baut aber darauf, dass sich Stoßstürmer Muslimovic im neuen Umfeld weiter akklimatisiert hat. Ob und wer als Unterstützung aus der Ersten delegiert wird, ist offen.

Bei den Profis vorgespielt
Jakob Zitzelsberger und Marco Pfab durften während der Länderspielpause beim freundschaftlichen Zweitliga-Vergleich in Ingolstadt bei Achim Beierlorzer vorspielen, der da auch Sven Kopp und den Langzeit-Verletzten Kevin Hoffmann ausprobierte. Die Jahnschmiede also stand ein wenig im Schaufenster. Und das soll auch am Montag so sein. Quasi als Generalprobe für den nächsten Auswärtsgang zum Nachbarn FC Tegernheim.

„Vier Siege brauchen wir noch“, hatte derweil Tegernheims Trainer Peter Dobler zu Wochenbeginn angekündigt. Der erste davon ist eingefahren. Eine 75-minütige Dominanz konnte der FC am Donnerstagabend in einen glasklaren Heimsieg ummünzen. 5:0 (4:0) setzte man sich im Nachholspiel gegen den Tabellenletzten SV Raigering durch. Der Lohn: der Sprung auf Tabellenplatz sieben und – was viel wichtiger ist – nun sechs Punkte Vorsprung auf die Gefahrenzone.

Gleich zwei Mal hatte der Gastgeber in den Anfangsminuten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Doch man überstand die beiden brenzligen Situationen und nahm dann selbst das Heft in die Hand. Gentrit Isufi, erst per Kopf (14.), dann per Flachschuss (16.), sorgte binnen 90 Sekunden für eine Zwei-Tore-Führung. Tegernheim hatte nun richtig Lust auf Toreschießen. Michael Fischer (19.) und Johannes Schmid (39.) machten bereits vor der Pause alles klar. Raigering fand auch danach nicht mehr ins Spiel, Tegernheim hatte da längst einen Gang zurückgeschaltet. Dennoch gelang Andreas Meyer eine Viertelstunde vor Schluss noch das fünfte FC-Tor. Der Tegernheimer Sieg hätte noch deutlicher ausfallen können. Die Meyer-Brüder und Fischer vergaben weitere Hochkaräter.

Mit Rückenwind zum ASV
Für Tegernheim war es der dritte Zu-Null-Heimsieg hintereinander. Mit entsprechend breiter Brust werden Fischer, Isufi und Co. also am Ostermontag (16 Uhr) zum ASV Cham reisen. Dieser darf sich im Rennen um Platz zwei keinen Ausrutscher mehr erlauben. Bis auf Benedikt Schmid kann Peter Dobler auch diesmal wieder aus den Vollen schöpfen. Drei Spiele in Rückstand und zweimal „Papierform“ – Samstag (16 Uhr) beim Vorletzten FC Schwarzenfeld, Montag kommt der abstiegsgefährdete SV Neukirchen Hl. Blut an die Isarstraße (15 Uhr) – vor der Brust: Helmut Zeiml vom SV Fortuna kann Rechenspielchen im Hinblick auf Relegationsplatz zwei nichts abgewinnen. „Nach vorne schauen wir definitiv noch nicht“, versichert der Trainer: „Waldkirchen hat drei Spiele mehr, wir müssen die Spiele erst mal spielen“.

Zeiml verweist auf die widrigen Bedingungen: Die abgelaufene Trainingswoche konnte erstmals komplett mit Ball (anstatt laufen) durchgeführt. „Taktisch konnten wir kaum etwas ansetzen und unser Trainingslager in der Türkei ist auch schon zwei Monate her“. Vorrangig ist, „dass sich die Jungen entwickeln und wir die einbauen“. In der Winterpause wurden sechs Talente zwischen 17 bis 21 Jahre verpflichtet.

Die Samstagpartie in Schwarzenfeld ist für Zeiml „undankbar: Der Gegner kann befreit aufspielen, jeder erwartet einen Sieg von uns“. Er unkt, dass der seit 21. Oktober (1:0 gegen Kareth) sieglose Aufsteiger „komplett hinten stehen wird, da haben wir das Spiel zu machen“. Der große Platz im FC-Sportpark ist eigentlich ein Vorteil, aber: „Wir haben technisch sehr beschlagene Spieler, aber konnten nicht viel auf Rasen trainieren“, bedauert Zeiml: „Da geht wohl viel über den Kampf“. Nach dem Spiel ist vor dem Teambuilding: Weil am Karfreitag das halbe Team und der Coach beim Umzug eines Sponsors geholfen haben, gibt’s laut Zeiml im Vereinsheim „eine Brotzeit und Fassl“. Ein Kampfspiel erwartet Zeiml (einen schweren Kopf?) und zwei Tage später: „Unser kleiner Platz mit den kurzen Wegen kommt Neukirchen entgegen“. Die Gäste, seit dem 24. Oktober (2:1 in Bad Kötzting) auswärts sieglos, verfügen über „drei, vier Tschechen – das sind sehr gute Fußballer, der Rest ist sehr aggressiv und laufstark“. Kapitän László Szücs, der in Schwarzenfeld fehlt, ist im Heimspiel wieder an Bord.

Donaustauf droht Ungemach
Derweil droht dem SV Donaustauf am Montag (15 Uhr) beim TSV Waldkirchen Ungemach: Bleibt der seit der Winterpause personell am Limit (ein 16er-Kader) aufgestellte Ex-Aufstiegskandidat zum siebten Mal sieglos, droht das Abrutschen in die Abstiegszone. Unabhängig davon ist Spielertrainer Andreas Vilsmaier erleichtert, dass in dieser Woche dreimal auf dem Trainingsplatz arbeiten mit dem Ball möglich war. „Waldkirchen sucht auch noch nach seiner Form“, kommentiert Vilsmaier das ähnliche Abschneiden des Gegners im neuen Jahr: Die Niederbayern kamen in drei Partien zu einem Zähler, der SVD in zwei zu einem Punkt. Weil Dominik Huber und Arthur Mendes Da Silva verletzt sind, sitzen inklusive Ersatzkeeper Florian Wagner nur drei Akteure auf der Ersatzbank.