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Dienstag 01.08.17 22:00 Uhr|Autor: Werner Hornig, Matthias Konzok & Benedikt Hecht (B3.308
Als Absteiger automatisch Aufstiegsaspiranten? Laufenburgs Simon Vutek (links) gegen Jonathan Arnold, Efringen-Kirchen | Foto: Markus Schächtele

Wie ist die Lage bei den 17 Bezirksligisten vor dem Auftakt?

Es geht wieder los: Die Bezirksliga-Hochrhein startet am Wochenende in die Saison 2017/18
Am Wochenende ist es soweit, die Bezirksliga startet in die Saison 2017/18. Wie haben sich die einzelnen Clubs verstärkt? Wie verlief die Vorbereitung und welche Ziele haben die einzelnen Mannschaften?

FC Zell
Der Nachname auf der Zeller Trainerbank ist der selbe, das Geburtsdatum auch, nur der Vorname hat sich geändert: Michael Schwald hat seinen Heimatverein von seinem Zwillingsbruder Kurt übernommen. Am Freitag eröffnet der FCZ die neue Spielzeit zuhause gegen den FC Wallbach. Wohin führt der Zeller Weg nach dem Abstieg in die Bezirksliga? „Es kann alles mögliche herauskommen“, sagt Schwald. „Wir wollen uns so schnell wie möglich in der Liga etablieren, deshalb ist ein positiver Start äußerst wichtig.“

Seine Mannschaft sei eine Wundertüte. „Wenn wir personelle Probleme bekommen, dann kann es schwierig werden“, schätzt Schwald vor dem Saisonstart. So wiege der Verlust von Kevin und Patrick Keller schwer; die Brüder sind zum FV Lörrach-Brombach gewechselt. Allen voran Kevin Kellers Torgarantie könnte dem FCZ schmerzlich fehlen, auch wenn sich der Club unter anderem mit den Rückkehrern Tim Wiessmer (FSV Rheinfelden) und Sebastian Rapp (FC Schönau) verstärkt hat.

FC Wehr
Mit gemischten Gefühlen blickt Michael Schenker auf die neue Saison. Der Trainer des FC Wehr trifft mit seinem Team zum Auftakt auf den Landesliga-Absteiger SV 08 Laufenburg – jenen Club, bei dem vor 27 Jahren seine fußballerische Karriere begann. Doch ist es nicht der namhafte Gegner, weshalb Schenker den Ausblick auf die Runde betont defensiv formuliert: „Es wäre vermessen zu sagen, dass wir ganz oben mitspielen werden.“ Es ist der Blick auf den relativ kleinen Kader, der den Wehrern Sorgen bereitet. „Da darf nicht viel passieren“, so Schenker.

Die Devise daher: Zunächst so viele Punkte wie möglich sammeln und sich wie in der vergangenen Saison ein Polster zulegen. Vor einem Jahr war der FCW mit 13 Punkten aus den ersten fünf Spielen gestartet. Die Wehrer Zuversicht stärkt die Tatsache, dass die Mannschaft eingespielt ist. Vom SC Konstanz-Wollmatingen kehrte zwar Patrick Bäumle zurück. „Aber er wird uns wohl nicht zur Verfügung stehen, da er in den USA studieren wird“, erklärt Schenker. Voraussichtlich stößt Bäumle in der Rückrunde zur Mannschaft. Ein Problem auf der Torhüterposition: Stammkeeper Assen Alexov ist an den Samstagen verhindert, dafür wird Veteran Alexander Eckert aushelfen. Die Liga, schätzt Schenker vor seiner siebten Saison als FC-Coach, sei auf jeden Fall deutlich stärker als im Vorjahr.

FV Lörrach-Brombach II
Die erste Mannschaft ist in die Fußball-Verbandsliga aufgestiegen, die dritte in die Kreisliga A. Und der Hattrick lag für den FV Lörrach-Brombach durchaus in Reichweite, die Bezirksliga-Mannschaft verpasste aber Rang zwei und somit die Aufstiegsspiele zur Landesliga. „Hätten wir vor der Winterpause nicht fünf Spiele in Folge verloren, wäre das durchaus möglich gewesen“, sagt Tobias Jehle rückblickend. Die Zufriedenheit mit seinem ersten Trainerjahr im Grütt schmälert das allerdings nicht.

Denn es war keine einfache Saison für den 36-Jährigen. Sage und schreibe 52 Spieler hat Jehle in 30 Begegnungen eingesetzt. Das Wort Stammelf erübrigt sich hier. Sei’s drum, „wir wollen jetzt den nächsten Schritt machen und besser als in der vergangenen Saison abschneiden“, gibt Jehle für den Vorjahresvierten vor.

Ohnehin haben viele Bezirksligatrainer die Lörracher als Meisterfavoriten auf dem Zettel. Das ficht Jehle aber in keiner Weise an. „Ich habe das zur Kenntnis genommen, und gut ist“, zeigt sich der Coach unbeeindruckt. Jehle verfügt weiter über eine üppige Auswahl an Spielern, und mit Kevin Keller vom FC Zell verstärkte der Club seine zweite Mannschaft mit einem ausgewiesenen Torjäger. „Von ihm verspreche ich mir schon einiges“, sagt Jehle über den Neuzugang. Auch dieser Transfer hievt den FVLB in den Kreis der Titelkandidaten. Jehle aber bleibt gelassen: „Ein Aufstieg ist kein Muss.“ Aber er käme dem aufstrebenden Verein sehr gelegen.

FC Wallbach
„Nein, so eine Horrorsaison wie die letztjährige will ich nicht mehr erleben. So etwas brauche ich nicht mehr.“ Noch immer bereitet Patrick Bayer, Trainer des FC Wallbach, die vergangene Bezirksliga-Saison Unbehagen. Mitunter zum Geheimfavoriten auserkoren, fanden sich die Wallbacher Kicker von Beginn im Tabellenkeller wieder und waren zwischenzeitlich schon abgeschrieben. Am letzten Spieltag rettete sich die Bayer-Elf aber vor dem Abstieg in die Kreisliga. Die Zuversicht, in der neuen Runde nicht ein weiteres Mal um den Klassenerhalt bangen zu müssen, ist groß.

Zum einen zählten die Wallbacher zu den besten Rückrundenteams, zum anderen hat Bayer nun die Qual der Wahl. Dank diverser Rückkehrer aus dem Lazarett oder von Auslandsreisen sowie mehrerer Neuzugänge – beispielsweise Norman Pietzke und Marco Weimann vom SV 08 Laufenburg – ist das Wallbacher Aufgebot auf 34 Spieler gewachsen. Da müsse noch gesiebt werden. „Es wird Härtefälle geben“, sagt Bayer. „Unser Kader ist breiter und qualitativ auch besser besetzt. Da gilt es auch, die Spieler bei Laune zu halten.“

Am Freitagabend eröffnet der FCW die Bezirksliga-Runde mit dem Gastspiel beim FC Zell. „Wir wollen diesmal von Beginn an auf ein besseres Niveau kommen“, sagt Bayer. Er hat die vergangene Saison noch zu gut im Hinterkopf. „Die Hinrunde hat uns schließlich fast das Genick gebrochen.“

Bosporus FC Friedlingen
Der Zeitpunkt hätte für den FC Bosporus Weil nicht passender sein können: Als Meister der Kreisliga A fusionierte der Verein mit dem FC Friedlingen, in der Bezirksliga treten die Fußballer nun als Bosporus FC Friedlingen an. In erster Linie bringt dies für die erste Mannschaft eine wesentliche Veränderung mit sich: Statt im Weiler Nonnenholz kickt der BFCF  in Friedlingen. „Wir haben nun ein Zuhause“, sagt Trainer Faik Zikolli. Die Verantwortlichen können die Einheiten nun flexibel gestalten, die Termine so legen, wie sie selbst es wünschen. Die Abhängigkeit ist passé.

Die Spieler aber müssen sich umgewöhnen: Natur- statt Kunstrasen. „Er ist stumpfer und langsamer, auf dem Kunstrasen ist alles ein bisschen schneller“, erklärt Zikolli. Doch habe sein Team die Umstellung bereits gut gemeistert.

Die Spielweise in der Bezirksliga werde seiner spielstarken Mannschaft durchaus entgegenkommen. Weil die Gegner dort selbst versuchen, zu agieren. „Das bietet beiden Mannschaften mehr Raum, das Spiel ist offensiver.“ Trotz der Abgänge der Torjäger Arjenit und Endrit Gashi (beide TuS Lörrach-Stetten) sieht Zikolli den Kader im Kollektiv stärker, unter anderem schloss sich Piero Saccone (SV Weil) als spielender Co-Trainer an. Die Erwartungen  sind in den ersten Wochen angesichts ferienbedingter Absenzen in zweistelliger Zahl zunächst nicht allzu hoch. In den ersten vier, fünf Spielen gelte es, in die Liga zu finden, so Zikolli.

FC Geißlingen
1953 wurde der FC Geißlingen gegründet, 64 Jahre später kickt der Club erstmals im Oberhaus des Fußballbezirks. „Das Abenteuer kann beginnen“, freut sich Trainer Markus Eggert auf die Herausforderung. Dass seine Mannschaft bei seinen Kollegen als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wird, stört ihn wenig. „Das ist doch normal. Wir sind Neuling in der Liga. Mit diesen Aussagen kann ich gut leben.“

Die Geißlinger sind sich der bevorstehenden schwierigen Runde bewusst, doch Eggert kann sich auf eine eingeschworene Truppe verlassen. „Die Kameradschaft ist unser großen Zusammenhalt“, schließlich besteht die gesamte Mannschaft nur aus Geißlingern, die Neuzugänge  Maximilian Hauke (FC RW Weilheim) und Dominik Flum (FC Erzingen) sind zu ihrem Heimatverein zurückgekehrt und bringen Bezirksliga-Erfahrung mit. Alles Geißlingen, oder was? Nein, nicht ganz – denn der Coach ist ein Auswärtiger. Wobei dies relativ ist, schließlich kommt Eggert aus dem Nachbarort Grießen.

Seit zweieinhalb Jahren betreut er den FCG. Die große Stärke des Aufsteigers? Die sieht Eggert in der Offensive, in der Kreisliga A erzielte sein Team 90 Tore, allein 30 gingen auf das Konto von Pascal Bercher. „Eine Liga höher müssen wir jedoch etwas unser System umstellen. Sonst rennen wir unseren Gegnern ins offene Messer“, so Eggert. „Trotzdem werden wir jede Partie genießen.“

FC Wittlingen
Eine Übergangssaison sollte die vergangene werden, in Tiziano Di Domenico übernahm ein neuer Trainer, es gab einige Veränderungen im Kader –  und doch überwog beim Fußball-Bezirksligisten FC Wittlingen im Frühjahr die Enttäuschung. War  im März noch ein Sprung an die Tabellenspitze im Bereich des Möglichen, erlebte der Club anschließend durch eine Niederlagenserie den nicht für möglich gehaltenen Absturz.

 In Abwesenheit des im Urlaub weilenden Di Domenico erklärt der sportliche Leiter Kevin Pabst: „Eine hilfreiche Erfahrung. Letztendlich sind wir happy, dass wir  die Saison auf Rang sechs beendet haben.“ Vor allem die beiden Siege zum Rundenabschluss seien wichtig für das Selbstvertrauen gewesen.

Als großes Plus für die kommende Saison zählt, wie in den vergangenen Jahren, das Innengefüge der Mannschaft und des Vereins. Gesetzt wird auf die eigene Jugend, auswärtige Neuzugänge sind selten. Warum, zeigt ein aktuelles Beispiel: Mustafa Alici (Adana Demirspor) schloss sich dem FCW an – und sprang kürzlich auf einmal wieder ab. „Ärgerlich“, sagt Pabst, doch hat Alici in seinen Augen wohl nie verstanden, wie der Verein tickt. Nachgeweint wird ihm jedenfalls nicht. Da integriert Pabst lieber Eigengewächse wie Tobias Keller und Richard Lorenz. „Die Jungs waren bisher in jedem Vorbereitungsspiel dabei.“ In dieser Philosophie liegt die Wittlinger Stärke,  und so will man wieder eine gute Rolle spielen.

FC Erzingen
Beim SV Rheintal war Oliver Neff eine Institution. 13 Jahre war er Trainer seines Heimatvereins, dann war im Sommer Schluss – Tapetenwechsel. Der 44-Jährige übernahm das Amt beim Fußball-Bezirksligisten FC Erzingen von Christoph Fluck. „Jetzt beginnt für mich ein neuer Abschnitt“, sagt Neff.

Dabei wollte er das Taktikbrett eigentlich beiseite legen, „aber dann kam das Angebot aus Erzingen. Da konnte ich nicht Nein sagen.“ Mit der Bezirksliga betritt Neff derweil kein Neuland, spielte dort schließlich Rheintal drei Jahre lang unter seiner Ägide. Da wirkt sich der Vereinswechsel vielmehr aus. „Wir sind noch in der Kennenlernphase. Aber es wird von Tag zu Tag besser“, sagt Neff, „es ist auch für mich ein Lernprozess.“

Nun gilt es für ihn eine Mannschaft zu formen, die das Zeug hat, oben mitzuspielen. Allerdings wirkt die Verletzungsmisere – in der vergangenen Saison ein wesentlicher Grund für die enttäuschende Rückrunde – noch nach. Auf Alfredo Di Feo, Julian Göbel und Neuzugang Cristian Parrino (FC Tiengen), der in Rheintal bereits unter Neff gespielt hat, müssen die Klettgauer noch längere Zeit verzichten. „Es darf eigentlich personell nichts mehr passieren“, mahnt der neue Erzinger Coach. Angesichts dessen kommt es ihm nicht gänzlich ungelegen, dass das Auftaktderby gegen den FC Geißlingen verlegt wurde. „Wir brauchen einen guten Start“, sagt Neff. „Wir wollen vorne mitmischen.“

FC Schönau
Zuweilen bringt sportlicher Erfolg auch Nachteile mit sich. In der Vorsaison hatten sich die Fußballer des FC Schönau für die Aufstiegsspiele zur Landesliga qualifiziert, durch die Saisonverlängerung blieb ihnen allerdings nur der Hauch einer Sommerpause. Zwei Wochen nach dem Scheitern gegen den SV Ballrechten-Dottingen bat Heiko Günther bereits zum Trainingsauftakt.  „Das ist nicht optimal, aber durch ein abwechslungsreiches Training mit einem Sommerbiathlon auf dem Notschrei und dem Trainingslager auf dem Herzogenhorn haben wir das gut hinbekommen“, sagt der FCS-Coach.

 Der verpasste Aufstieg hängt den Schönauern keinesfalls nach (Günther: „Wir hatten eine tolle Saison.“), der Blick geht nach vorne. Und der ist zuversichtlich, auch dank der Rückkehr von Offensivakteur Tim Behringer (FV Lörrach-Brombach) und Verteidiger Felix Markanic (FC Therwil/Schweiz). Dazu gesellen sich mehrere Nachwuchsspieler, „wir haben uns in der Breite verstärkt“, sagt Günther. „Der Konkurrenzkampf ist in vollem Gange.“ Beispielsweise im Tor, Christian Held, Tobias Steinebrunner und A-Jugendkeeper Philipp Georg wetteifern noch um den Status als Nummer eins.

Das übergeordnete Ziel beim FCS: junge Spieler weiterentwickeln. Diesen Weg will der Club weiterhin verfolgen. Das schmälert aber nicht den sportlichen Anspruch. „Wir gehören sicherlich unter die ersten fünf bis sechs Teams“, zeigt sich Günther selbstbewusst. Ob es für ganz vorne reicht, das sei aber noch offen.

SV 08 Laufenburg
Nach vier Jahren heißt es wieder Bezirksliga für die Laufenburger Fußballer. Doch bereits bevor der Abstieg aus der Landesliga feststand, leiteten die Verantwortlichen Veränderungen ein. Mehrere Spieler aus der Reserve, die ohnehin schon während der Runde in der ersten Mannschaft ausgeholfen hatten, wurden  hochgezogen, dazu Reservecoach  Michael Wasmer als Nachfolger des scheidenden Norbert Schneider installiert.

Der neue Trainer kann zugleich aber auf ein verlässliches Teamgerüst zurückgreifen, bis auf Giovanni Tardo (CSI Laufenburg) und Sandro Knab, der sich noch auf Vereinssuche befindet, sind alle Stammkräfte bei den Nullachtern geblieben. Das vorrangige Ziel: Die Spieler müssen zusammenwachsen, die Laufenburger wollen „ein Team“ haben. „Das gilt vor  allen anderen Stärken, wie im spielerischen oder läuferischen Bereich“, betont der Wasmer, der seine Nullachter nicht in der Favoritenrolle sieht, „auch wenn wir ein Absteiger sind“. Freilich schielt aber auch Laufenburg nach oben, „wir wollen natürlich ins vordere Feld“, bekennt Wasmer. Doch erwartet er eine starke ausgeglichene Liga.

TuS Efringen-Kirchen
TuS-Trainer Thomas Hauser ist gespannt, wie seine Mannschaft, eine Etage höher der Außenseiter, in der Bezirksliga mit der Favoritenrolle zurecht kommt. Als Vorzug sieht der Coach, dass sein Team „relativ eingespielt ist“. Der Versuch, in der Vorbereitung ein 3-4-3-System als Alternative einzustudieren, führte auf dem Feld nicht zum Erfolg. Daher setzt Hauser auf das bewährte Landesliga-System (4-1-4-1), nur „einen Tick offensiver“. Den  den neuen Mannschaftskapitän Stefan Hilpuesch – Vorgänger Peter Waßmer beendete seine Karriere – zog Hauser aus der Innenverteidigung ins  zentrale Mittelfeld vor.


Der Efringer Kader ist breiter aufgestellt, eine Schwachstelle der Vorjahre soll somit Stück für Stück beseitigt werden. Oft fehlte es dem TuS gegenüber der Landesliga-Konkurrenz an adäquaten Alternativen. 20 bis 25 Mann habe er zur Verfügung, so Hauser, der in der Vorbereitung konsequent auf drei Trainingseinheiten und zwei Spiele pro Woche gesetzt hat. Die harte Arbeit soll sich schließlich im Laufe der Saison auszahlen – gerade in einer derart ausgeglichenen Bezirksliga.

FC Schlüchttal
Ihre Trainerbilanz würde jedes Bewerbungsschreiben glanzvoll zieren: 22 Spiele, 18 Siege, nur zwei Niederlagen, zudem eine der längsten Siegesserien der vergangenen Saison im südbadischen Fußball, und am Ende noch der Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga: Seitdem Nino Betz und Felix Blatter als Trainerduo beim FC Schlüchttal fungieren, ist der Erfolg ihr steter Wegbegleiter gewesen.

Das soll auch in der neuen Spielklasse so bleiben, auch wenn sich beim FCS niemand der Illusion hingibt, dass die Erfolgsquote ähnlich brillant bleibt. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt dann auch Betz vor dem Start der Bezirksliga. Das tragende Element des Aufsteigers soll – wie bisher – die mannschaftliche Geschlossenheit sein. Tugenden wie Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft führt Betz zudem an. Eine Etage höher wird das Trainerduo wohl etwas defensiver agieren lassen, kompakt stehen heißt die Devise.

Sein erstes Spiel hat der FCS auf den 16. August verlegt, denn nach den Aufstiegsspielen war die Pause kurz, die Urlaubsphase reicht über die Vorbereitung in den Saisonstart hinein. „Wir konnten deshalb in den Testspielen auch nicht so variieren  wie gewünscht“, erklärt Betz. Mit Neuzugang Simon Hepp (SV Berau) steht zudem erneut nur ein Torhüter fix zur Verfügung, doch hält sich Vorgänger Timo Schäuble in Notfällen bereit. Dass der Kader generell nicht vor der viel zitierten Breite strotzt, löst beim FCS indes keine Panik aus. „Das ist schon immer so gewesen“, sagt Betz entspannt.

Spvgg. Brennet-Öflingen
Ein neuer Fußballtrainer hat bei der Spvgg. Brennet-Öflingen das Kommando übernommen: Urs Keser –  zuletzt beim A-Ligisten SV Schwörstadt beschäftigt –  folgte auf die Interimstrainer Marco Götz und Daniel Kaiser, die im vergangenen März die Nachfolge von Salvatore Spano übernommen hatten und die Saison auf Platz acht beendeten.

Eigentlich hatte der neue Coach nach dem Engagement in Schwörstadt eine Pause einlegen, bei verschiedenen Clubs ein bisschen ins Training reinschnuppern wollen, ehe die Anfrage von der Spvgg. kam und er sich für eine Zusage entschied. „Ich kenne ja viele Verantwortliche und Spieler schon lange, daher hat es einfach gepasst“, erklärt Keser. Zudem liegt der Sportplatz in Brennet genau auf dem Weg von seiner Arbeitsstätte in Wehr zum Wohnort in Schwörstadt, „da lässt sich die Heimfahrt gut mit dem Training verbinden“.

Dass die kommende Saison kein Selbstläufer wird, ist dem Neuen bewusst, kein einziges Mal konnte er den Kader komplett um sich versammeln, durch die Landesliga-Absteiger  sieht er zudem sehr viele starke Konkurrenten, denen es erst einmal Paroli zu bieten gilt.  Keser formuliert die Ziele daher bewusst defensiv: „Klassenerhalt“ lautet seine Vorgabe. Denn Baustellen hat er noch einige entdeckt. „Ein Beispiel ist die Torhüterposition, doch da können wir wohl erst im Winter wieder aktiv werden.“ Bange ist ihm dennoch nicht – er glaubt an sein Team.

VfR Bad Bellingen
VfR-Trainer Werner Gottschling weiß um den Stempel, den viele Konkurrenten der Fußball-Bezirksliga ihm und seinem Team aufdrücken: Geheimfavorit. „Das ist ja auch verständlich, schließlich sind mit Christian Ophoven, Yannick Domagala und Sven Rodehau drei sehr erfahrene Akteure vom Verbandsligisten FC Auggen zu uns gewechselt.“ Doch Druck verspürt Gottschling, auch wenn die Ansprüche dank der namhaften Zugänge und des ordentlichen siebten Ranges im Abschlussklassement der vergangenen Saison höher werden, bisher keinen. Dabei ist sich der Coach bewusst, dass in der „komischen vergangenen Saison mehr möglich war. Es wollte ja keiner aufsteigen. Mit einer Serie wäre nach oben noch etwas gegangen“.

Neben den Neuzugängen gibt es einen weiteren Grund, warum Gottschling, der nun seit viereinhalb Jahren die Bellinger trainiert, die Rolle des Geheimfavoriten nicht gänzlich von sich weist: „Als Trainer ist immer die nächsthöhere Liga mein Ziel.“ Großspurig klingt dies bei Gottschling nicht, es ist seine Motivation.

Eine Baustelle hat der Coach ausgemacht, die geschlossen werden muss, will der VfR oben ein Wörtchen mitreden. „Vergangene Runde kassierten wir zuviele Gegentore, das muss besser werden.“ Ein 2:0-Sieg wäre Gottschling weitaus lieber als ein 4:2-Erfolg. Noch ein weiterer Punkt stört ihn: „Die Sommerpause ist schlichtweg zu kurz, es wäre schön, wenn der Bezirk da mal tätig würde.“

SV Buch
Der SV Buch darf in der Fußball-Bezirksliga noch eine Woche zuschauen, spielfrei steht auf dem Programm für den neuen Coach Michael Hägele und seine Elf – geschuldet ist dies der Tatsache, dass dieses Jahr in einer 17er Staffel gespielt wird. Unglücklich ist  Hägele darüber nicht. „Wir stehen am Samstag beim Turnier in Schachen im Finale.  Wenn wir am Wochenende Ligastart gehabt hätten, wäre dies ein großes Problem geworden.“ Eine Absage wäre ihm und dem Verein auch nicht leicht gefallen, immerhin durften sie während des Umbaus ihres Platzes auf jenen in Schachen ausweichen. So bleibt zudem noch eine Woche mehr Zeit zur Vorbereitung, denn für den SVB zählt auch diese Saison wieder nur ein Ziel: der Klassenerhalt.

Schwer wiegen auf dem Weg dahin die Abgänge von Axel Eckert und Jürgen Schupp, die beide ihre Karriere beendet haben. Hägele ist dennoch nicht bange: „Die Mannschaft ist auf einem guten Weg.“ Dabei sieht er noch einiges an Verbesserungspotenzial:  „Dreierkette, Viererkette, das Pressingspiel –  da ist noch viel Platz nach oben.“ Vor allem wenn seine Mannschaft das Spiel gestalten soll, tut sie sich schwer. Ein altbekanntes Dilemma. Förderlich war dabei sicher nicht, dass bisher nur gegen unterklassige Clubs  getestet wurde, A-, B- oder C-Kreisligisten. „Da hat das Passspiel zwar gut geklappt, in der Liga wird das aber eine andere Nummer.“ Es wird wohl wieder eine happige Saison für den SV Buch.

SV Weil II
Witalij Arsentjew, Martin Braun, Daniele Cassetta oder Guido Perrone – ein kurzer Blick auf den Bezirksligakader des SV Weil II liest sich wie das Who is who der Fußballroutiniers aus dem Dreiländereck. Und nun bringt künftig auch noch Fabian Kluge, bisher Kapitän der ersten Mannschaft, all seine höherklassigen Fußballerjahre mit ein. Der 34-Jährige wird nochmals Zug in jene Truppe reinbringen, die sowieso schon vom Erfolg verwöhnt ist: Dreimal Zweiter, einmal Meister, einmal Dritter – die Bilanz in den vergangenen fünf Bezirksliga-Jahren ist beachtlich.

 Dass die Weiler Reserve viermal nicht aufsteigen durfte, ist hinlänglich bekannt. Damit hat sich Trainer Thomas Schwarze abgefunden. Auch wenn es ihn innerlich ärgert, nach außen bleibt der 46-Jährige gelassen. Vielmehr wurmt Schwarze die Trainingsbeteiligung der vergangenen Runde, „die muss besser werden“. Denn in der Bezirksliga wollen die Weiler weiterhin oben mitmischen. „Unser Ziel ist natürlich mindestens wieder der zweite Platz, den haben wir ja fast schon abonniert“, scherzt Schwarze.
An Qualität hat der Kader kaum verloren, im Gegenteil. Doch ist der SVW II mehr als nur ein All-Star-Team gespickt mit altgedienten Kickern. „Meine Aufgabe wird es auch sein, junge Spieler zu fördern. Das ist oberstes Gebot“, betont Schwarze. Dahingehend „habe ich mich mit Tobias Bächle, dem Coach der ersten Mannschaft, schon abgesprochen“.

SV Jestetten
Lange Zeit wirkte der SV Jestetten in der vergangenen Bezirksliga-Runde unscheinbar. Zwischenzeitlich mal Fünfter, dann wieder Elfter. Vom Abstiegskampf war der SVJ weit entfernt, im Aufstiegsrennen hatte ihn niemand so recht auf dem Schirm. Doch im Saisonfinale war das Team von Michele Masi plötzlich ein Aufstiegskandidat. Am Ende stand Rang fünf, „cool und unerwartet“ sei das gewesen, sagt der Coach.

Nun werden Clubs oft an ihren vorherigen Resultaten gemessen: Kann der SVJ also diesen Erfolg wiederholen? „Das wird schwierig“, sagt der Jestetter Trainer, der sich weniger an einer Platzierung, als vielmehr am Zählerstand orientieren möchte: „Wir wollen zumindest versuchen, unsere 48 Punkte zu toppen.“

Das Gerüst der Mannschaft blieb weitgehend zusammen, allerdings haben mit Finn Dorer, Jonathan Hader und Sandro Scheier drei junge Spieler den Verein verlassen. Hader, 19, absolvierte in der abgelaufenen Saison die meisten Minuten beim SVJ. „Nicht nur sportlich, auch menschlich ist das ein Verlust für uns“, kommentiert Masi den Weggang des Trios. Für sie rücken drei Akteure (Daniel Constantin, Cedric Hosp, Artur Kirschmann) aus dem eigenen Nachwuchs nach. „Sie sind auf einem guten Weg, aber man muss ihnen natürlich auch Zeit lassen, um sich zu akklimatisieren“, so Masi, der sich nicht auf den Lorbeeren der Vorsaison ausruhen möchte: „Wir müssen uns wieder auf’s Neue beweisen.“


Wer spielt um den Titel? Wer gegen den Abstieg?
Es soll ja Sportsender geben, die  vor jeder Saison die „stärkste Liga aller Zeiten“ anpreisen. Der inflationäre Umgang mit Superlativen ist in der Fußball-Bezirksliga noch ganz so weit verbreitet, doch könnte die Spielklasse derart stark besetzt sein wie schon lange nicht mehr. Dafür spricht vielleicht auch, dass die Trainergilde der Bezirksliga ein breites Feld an Aufstiegsfavoriten genannt hat. In diesem Jahr in der Pole Position: der FV Lörrach-Brombach II.  Und wer sind die Absteiger? Der Klassiker: Zwei Aufsteiger gelten bei den Trainern als heiße Anwärter. Auffällig: Der dritte Neuling im Bunde wurde nicht genannt, dafür aber ein arrivierter Bezirksligist (je drei Nennungen waren möglich). BZ
Welche Teams werden Meister respektive landen auf den Aufstiegsplätzen?
FV Lörrach-Brombach II: 11 Nennungen, TuS Efringen-Kirchen, SV Weil II: jeweils 8, SV 08 Laufenburg: 7,  VfR Bad Bellingen, FC Zell: jeweils 5, FC Schönau: 4, FC Wittlingen: 1.
Welche Klubs steigen ab?
FC Geißlingen, FC Schlüchttal: jeweils 13 Nennungen, SV Buch: 4, Spvgg. Brennet-Öflingen: 2, FC Wehr: 1.

 
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Tabelle
1.
Buch 1515 30
2.
Bellingen 1519 28
3.
Laufenburg (Ab) 1514 28
4.
Lörrach-B... II 148 28
5.
Erzingen 1516 27
6.
Schönau 137 25
7. Wehr 156 24
8. Zell i.W. (Ab) 146 24
9. Jestetten 148 23
10.
Wittlingen 140 22
11.
Wallbach 15-2 22
12.
Weil II 15-4 21
13. Brennet-Öf. 15-17 15
14. Efr.-Kirchen (Ab) 15-10 14
15. Schlüchttal (Auf) 15-26 10
16. Geißlingen (Auf) 15-18 9
17. BFCF (Auf) 16-22 8
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