Die Partie der ersatzgeschwächten SpVg. Porz beim Mittelrheinabsteiger SSV Merten hätte als rassige Partie zweier guter Mannschaften gekennzeichnet werden können, dennoch spielte sich ein anderer in den Vordergrund.
"Nicht die beiden Mannschaften waren heute die Hauptdarsteller, sondern der Schiedsrichter", stellte der Porzer Vorsitzende Peter Dicke nach dem Spiel fest. Schon beim frühen Führungstreffer stand der "Unparteiische", der heute nach Ansicht vieler Zuschauer dieses Prädikat nicht verdient hatte, in der Kritik. Eine Flanke von der linken Seite überquerte die Torauslinie deutlich um mindestens einen Meter (!). Dementsprechend ließ Torhüter Lukas Tschunitsch, der vielleicht in dieser Situation auf Nummer Sicher hätte gehen müssen, den Ball zu einem Mertener Spieler passieren, der den Ball lässig ins Tor schob (8.). Trotz aller berechtigten Proteste zählte der Treffer. Die Porzer schüttelten diesen Schock schnell ab und erarbeiteten sich großartige Chancen. Gökhan Dumlupinar kam zweimal frei zum Schuss und jagte den Ball jeweils über das Tor (20./28.). Nach einem Foul an Michael Kessel im Strafraum blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm (31.). Mitten in die Porzer Druckphase schaffte Merten den zweiten Treffer - nach einem katastrophalen Abwehrfehler landete der Ball beim ehemaligen Porzer Norman Wermes, der ganz cool einschoss (32.). Aber auch vom erneuten Rückschlag erholten sich die Rothosen recht schnell. Wieder hatte Gökhan Dumlupinar eine tolle Möglichkeit, diesmal reagierte der Torhüter der Hausherren großartig (42.).
In der zweiten Halbzeit übernahmen die Gäste endgültig die Spielkontrolle, sie waren aber auch immer wieder Opfer von Fehlentscheidungen. Völlig unverständlich eine Szene, in der Jan Bruns die gelbe Karte erhielt, nachdem ihm sein Gegenspieler auf Schulterhöhe fast den Kopf weggetreten hätte (58.). Als der eingewechselte Manuel Montag den Anschlusstreffer erzielte (67.), nahm der Druck der Rothosen zu. Doch viele aussichtsreiche Szenen wurden abgepfiffen und konsequent gegen die Porzer entschieden. Jonas Wendt setzte schließlich auf volles Risiko, löste die Abwehr auf und ließ noch offensiver spielen. Das eröffnete den Hausherren natürlich Kontermöglichkeiten, von denen sie eine dann schließlich sehr effektiv zum 3:1 und damit zur Vorentscheidung nutzten (86.).
Trotzdem legte der Schiedsrichter in seiner "One-Man-Show" noch einmal nach und verteilte zunächst an Co-Trainer Ignazio Giambrone einen Innenraumverweis (87.), den er zunächst Jonas Wendt zugedacht hatte, aber von seinem Assistenten eines Besseren belehrt worden war. Gerade mal in Fahrt, präsentierte er Chris Scholz nach einem gewonnenen (!) Zweikampf die gelb-rote Karte (88.), um dann Jonas Wendt, der sein Unverständnis über diese seltsame Entscheidung zum Ausdruck brachte, doch noch mit einem Innenraumverweis (89.) zu belegen. Der Höhepunkt einer völlig desolaten Schiedsrichterleistung war jedoch noch nicht erreicht. In der Nachspielzeit wurde ein Mertener Stürmer außerhalb des Porzer Strafraums gefoult. Der Referee entschied auf Freistoß, befragte dann nur den gefoulten Spieler und zeigte schließlich zur Überraschung aber wirklich aller Zuschauer am Platz auf Elfmeter, der mit der letzten Aktion des Spiels dann zum 4:1-Endstand führte (90.+5).
"Ich finde es schade, dass die guten Leistungen beider Mannschaften heute in den Hintergrund treten. Insbesondere meine Mannschaft wäre zu loben, weil sie sehr engagiert gespielt hat. Leider hat heute ein Mann entschieden, selbst zum Hauptdarsteller zu werden. Ich habe mich noch nie so explizit zu einer Schiedsrichterleistung geäußert, weil ich weiß, wie schwer die Aufgabe ist. Aber es ist nicht richtig, dass immer nur Vereine, Spieler und Trainer bestraft werden, wenn sie sich zu Recht beschweren. Bei so deutlichen Fällen wie heute erwarte ich auch von den Schiedsrichtern die erforderliche Selbstkritik und von den Verbandsinstanzen Rückhalt", sagte der Porzer Vorsitzende Peter Dicke nach dem Spiel.