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Donnerstag 18.05.17 19:00 Uhr|Autor: Heinz Gläser, MZ828
Preußen-Coach Benno Möhlmann Foto: Eibner

Magdeburg hat Möhlmanns Nummer nicht

Interview mit dem Magdeburger Trainer
Es geht um die Relegation. Der Trainer des Jahn-Gegners Preußen Münster zollt den Regensburgern schon mal Respekt: „Hut ab!“

Herr Möhlmann, für den SSV Jahn geht es am Samstag um den Einzug in die Aufstiegsrelegation, für Ihr Team nur noch um einen gelungenen Saisonabschluss. Wie motivieren Sie Ihre Spieler angesichts der unterschiedlichen Ausgangssituation?
Wir haben zumindest in der Rückserie eine sehr gute Heimbilanz, und ich bin sicher, dass meine Jungs auch von sich aus den Ehrgeiz entwickeln, diese Bilanz nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Insofern werden die Einstellung und die Bereitschaft da sein, ein gutes Spiel vor heimischem Publikum abzuliefern.

Gab es schon einen aufmunterenden Anruf aus Magdeburg (Jahn-Konkurrent im Rennen um die Relegation/d. Red.)?
Sie sind schon der zweite, der mich heute danach fragt. (lacht) Nein, ich denke mal, die haben meine Telefonnummer nicht. Ich glaube auch nicht, dass von dort noch ein Anruf kommt.

Münster hat eine starke Rückrunde gespielt. Wäre bei einem besseren Saisonstart unter Ihrem Vorgänger Horst Steffen eventuell sogar der Aufstieg drin gewesen?
Nein, das wäre zu vermessen. Dafür spielen wir selbst in der Rückrunde vor allem auswärts nicht den Fußball, den ein Aufsteiger spielen muss. Da ist noch ein großer Qualitätssprung notwendig, um in eine Verfassung zu kommen, in der wir uns solche Ziele setzen könnten.

Sie haben kürzlich Ihren Vertrag in Münster verlängert. Will Preußen Münster personell entsprechend nachlegen, um diesen Qualitätssprung in der kommenden Saison zu schaffen?
Nein. Die neue Vereinsführung bemüht sich zwar, die Ausgliederung der Profimannschaft voranzutreiben und so finanzielle Spielräume zu schaffen. Aber der entsprechende Termin ist leider verschoben worden, das ist noch in der Schwebe. Stand jetzt haben wir für die nächste Saison das gleiche Geld zur Verfügung, mit dem wir in diese gestartet waren.

Für einen ehrgeizigen Trainer wie Sie kann es aber nicht das Ziel sein, auf Dauer im Drittliga-Mittelfeld zu verharren, oder?
Wir müssen realistisch sein. Den nächsten Schritt können wir nur angehen, wenn wir bei den Spielern qualitätsmäßig nachlegen. Und das kriegen wir unter diesen Voraussetzungen nicht hin. Wir müssen erst mal sehen, dass wir mit zwei bis drei guten Neuzugängen unsere Mannschaft weiterentwickeln. Wir haben in der Rückserie zumindest zu Hause guten Fußball gespielt. Das soll die Basis sein, um sich in der nächsten Saison von Anfang an in der oberen Tabellenhälfte aufzuhalten. In dieser Saison war ja die Abstiegsangst unser Begleiter bis weit in die Rückrunde hinein.

Stapeln Sie bewusst tief?
Nein. Wenn du oben in der Tabelle angreifen willst, musst die die hundertprozentige Überzeugung haben, dass das möglich ist. Und die Voraussetzungen dafür sehe ich nicht. Noch einmal: Wir haben den Anspruch, Stabilität reinzubringen und besser abzuschneiden als in dieser Spielzeit. Aber Richtung Aufstieg können wir noch nicht denken. Wir wissen ja auch noch gar nicht, wie die Liga aussehen wird – wer neben Karlsruhe aus der zweiten Liga absteigt oder ob Regensburg aufsteigt.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung beim SSV Jahn?
Wenn ein Aufsteiger die Hin- und Rückrunde gut spielt, dann muss man wirklich sagen: Hut ab! Das passt insgesamt ganz gut. Regensburg hat sich auch nicht nervös machen lassen, als es mal eine kleine Delle gab. Das hat sicherlich auch mit dem Trainer zu tun.

Sind Ihnen einzelne Jahn-Spieler besonders aufgefallen?
Einige haben sich in den Vordergrund gespielt. Erik Thomy war mir schon bekannt, ich wusste um seine Qualitäten. Das sind die Spieler, die einen Tick ausmachen können. Aber insgesamt sehe ich eine große Mannschaftsleistung. Und ich denke, auch das neue Stadion spielt eine Rolle. Es trägt dazu bei, dass bei Heimspielen eine gute Atmosphäre herrscht. Insofern hat sich da einiges getan.

Das Stadion in Münster ist dagegen schon etwas in die Jahre gekommen, oder?
Ja, es ist schon etwas älter. Aber die Haupttribüne ist vor ein paar Jahren renoviert worden, und die Jahn-Spieler werden in unser Gästekabine viel Platz vorfinden. (lacht)

Haben sich Ihre Wege und die von Jahn-Trainer Heiko Herrlich irgendwann gekreuzt?
Nein, zumindest kann ich mich an keinen direkten Berührungspunkt erinnern. Außer, dass wir vor Weihnachten das Hinspiel in Regensburg verloren haben. (1:3/d. Red.)
 
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