
Dabei hatten die Oberpfälzer nach einer Viertelstunde durch Treffer von Rouwen Hennings (3.), Benito Raman (13.) und Takashi Usami (15.) scheinbar aussichtslos mit 0:3 in Rückstand gelegen. Was dann folgte, war eine Energieleistung sondergleichen.
Beim SSV Jahn fehlte mit Marc Lais ein Leistungsträger gelbgesperrt. Für Jann George und Joshua Mees hatte sich kein Platz in Achim Beierlorzers 18er-Kader gefunden. In der Offensive der Regensburger durften Jonas Nietfeld und Sebastian Stolze von Beginn an ran.
Zapfig kalt war’s in der Continental-Arena. Für Jahn-Heißsporne wie Kapitän Grüttner oder Andreas Geipl aber offensichtlich kein Problem, sie spielten kurzärmelig. Der Jahn wurde von den Fortunen kalt erwischt. Dritte Spielminute: Der ehemalige Regensburger Oliver Fink bedient bei einem schnell vorgetragenen Konter Torjäger Rouwen Hennings, und der hat wenig Mühe, den Ball unbedrängt an Keeper Philipp Pentke vorbei aus rund 14 Metern ins Jahn-Tor zu bugsieren.
Beierlorzer hatte Redebedarf
Und es kam noch dicker. 13. Minute: Nach einer missglückten Abwehr von Marcel Hofrath flankt Takashi Usami von rechts gedankenschnell in den Strafraum, wo Benedikt Saller mit seinen Gedanken woanders ist und Raman den Ball aus spitzem Winkel versenkt. Pentke kann den Ball nur noch in die eigenen Maschen ablenken.
Weil’s aus Düsseldorfer Sicht so schön war, machte sich der Japaner Usami zwei Minuten später selbst auf die Socken und überlupfte den bedauernswerten Pentke zum 0:3. Beierlorzer hatte nun dringenden Redebedarf und nutzte eine Verletzungsunterbrechung, um seine Schützlinge zum Rapport an der Seitenlinie einzubestellen.
Die Botschaft des Trainers schien jedoch nicht angekommen zu sein, denn Kaan Ayhan erschütterte die taumelnde Jahn-Elf mit einem Pfostenschuss abermals (20.). Beierlorzer sah nun Handlungsbedarf personeller Natur und brachte in der 23. Minute Alexander Nandzik für den indisponierten Hofrath. Warnschüsse und Treffer hatte es eigentlich genug gegeben, und doch ließen sich die Gastgeber bei Kontern weiter überrumpeln. Einfädler war meist Fink, und in der 31. Minute wäre der Ex-Bayernprofi Usami frei vor Pentke fast das 4:0 gelungen. Diesmal konnte der Jahn-Torhüter parieren.
Kurz vor Ablauf des ersten Abschnitts fand der Jahn sein Herz und sein Konzept wieder. Nach einer Ecke von Marvin Knoll leitete Jonas Nietfeld den Ball zu Grüttner weiter, der den Abstauber zu seinem zehnten Saisontreffer nutzte. Jetzt war urplötzlich der Schwung da, den die Düsseldorfer zuvor im Ansatz erstickt hatten. Saller bediente von der rechten Seite Nietfeld, gegen dessen strammen Schuss vom Elfmeterpunkt Torhüter Raphael Wolf das Nachsehen Chance hatte.
Der Jahn blieb am Drücker
Nach der bewegten ersten Hälfte hatte das Spektakel kurz Pause. Doch der Jahn blieb jetzt am Drücker, drängte mit Macht auf den Ausgleich, auch wenn spielerisch weiter nicht alles gelingen wollte. Nietfeld und Stolze hatten Chancen zum 3:3. Nach einer Stunde standen 4:0 Ecken für die Hausherren zu Buche. Der Ausgleich resultierte aus einem Foulelfmeter, den Niko Gießelmann mit einer ungeschickten Aktion gegen Nietfeld verursachte. Bei Knolls viertem Saisontor hatte Wolf die Finger dran, aber der Ball rutschte ins Netz. Sargis Adamyan ließ die Jahn-Fans an diesem Abend endgültig ausflippen, als er einen langen Freistoß von Sebastian Nachreiner zur 4:3-Führung ins Düsseldorfer Tor verlängerte.