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Freitag 11.08.17 17:30 Uhr|Autor: Von Jürgen Scharf, MZ444
Im vergangenen Jahr verlor Marc Lais (links, im Duell mit Peter Pekarik) erst im Elfmeterschießen gegen Hertha BSC. Foto: Nickl

Jahn im Pokal: Tolle Spiele, wenig Siege

Die Regensburger gelten nicht gerade als Pokal-Profis +++ Nun kommt Darmstadt. Ein Erfolg würde dem Klub jetzt besonders guttun

Die Spieler des SSV Jahn lagen immer wieder auf dem Boden. Ihre Muskeln wurden von Krämpfen geplagt. Gegen den großen Favoriten, den Bundesligisten Hertha BSC, gingen sie an die Grenze. 120 Minuten lang hielten sie voll dagegen. Die Berliner drängten immer stärker auf das entscheidende Tor, es sollte aber nicht fallen. So musste die Pokalpartie im Elfmeterschießen einen Sieger finden.



Marcel Hofrath war der Unglücksrabe, der für die Regensburger den einen Fehlschuss abgab, der die Berliner in die nächste Runde brachte. Die mehr als 12000 Zuschauer in der Continental-Arena feierten ihren Jahn dennoch und konnten mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, ein packendes Spiel gesehen zu haben.

Ein Jahr nach Partie gegen Hertha BSC ist nun wieder Pokalzeit in Regensburg. Am Samstag um 18.30 Uhr tritt der Jahn in der Continental-Arena gegen den SV Darmstadt 98 an. Obwohl beide Mannschaften in der 2. Liga spielen, sind die Gäste der klare Favorit. Schließlich stiegen die Darmstädter im Sommer erst aus der Bundesliga ab, während der Jahn im Gegenzug aus der 3. Liga aufstieg. Dass sein Team eine harte Aufgabe erwartet, weiß auch Jahn-Coach Achim Beierlorzer: „Die haben richtig gute Leute dabei, mit Kevin Großkreutz bekanntlich sogar einen Weltmeister.“ Von einem Duell mit einem übermächtigen Gegner will er allerdings nicht sprechen. Darmstadt sei ein Ligakonkurrent, deswegen sei die Partie ein „Spiel auf Augenhöhe, das ist nicht klein gegen groß“.

Vergangenes Jahr gegen Hertha war das noch ganz anders. Damals war der Jahn gegen die zwei Ligen höher spielenden Berliner der krasse Außenseiter. Vier Jahre zuvor, gegen den FC Bayern, war es sogar noch eindeutiger: Hier der kleine SSV Jahn, dort der Weltklub aus München. Auf dem Platz mühten sich die Regensburger dann redlich, hatten letztlich aber keine Chance. Mit 0:4 verloren sie den ungleichen Kampf.


Toller Erfolg gegen Bochum

Als Pokalspezialisten, die immer wieder aufs Neue den Favoriten ein Bein stellen können, sind die Regensburger ohnehin nicht wirklich bekannt. Nur wenig wirkliche Glanzlichter konnten sie in ihrer Vereinsgeschichte setzen. Etwa 2003, als sie mit dem VfL Bochum einen Bundesligisten aus dem Wettbewerb warfen. Peter Neururer, der damals den VfL trainierte, war nach dem Spiel komplett bedient, zumal er zuvor einen absolut verdienten Sieg der Regensburger mitansehen musste. Damals waren die Regensburger ohnehin gut dabei. Erst frisch in die zweite Liga aufgestiegen, schafften sie es im Pokal bis ins Achtelfinale. In diesem empfingen sie den MSV Duisburg. Es wurde ein denkwürdiges Spiel, in dem der Jahn bereits mit 3:1 führte, diesen Vorsprung dann aber wieder hergab und im Elfmeterschießen ausschied.

Diese Saison blieb allerdings der positive Ausreißer. Seit der Jahrtausendwende war für den Jahn – sofern er qualifiziert war – immer in der ersten Runde Schluss. Gegen namhafte Gegner wie Bayer Leverkusen (2001), Werder Bremen (2004) und Borussia Mönchengladbach (2011) war das eher leicht zu verkraften, gegen nicht so prominente wie die SpVgg Unterhaching (2005), Alemannia Aachen (2005) oder Union Berlin (2013) weniger. Gegen die Bundesligateams war das alte Jahn-Stadion an der Prüfeninger Straße dabei meistens rappelvoll. Als es vergangenes Jahr gegen Hertha BSC ging, waren die Regensburger bereits in die neue Arena umgezogen. Hier wurden – durchaus überraschend – nicht alle Karten verkauft. Gegen Darmstadt ist nun mit einem zumindest gut gefüllten Stadion zu rechnen. Bis zur Wochenmitte wurden etwa die Hälfte der insgesamt 15 000 Karten verkauft, gab der Jahn bekannt.

Die Spieler dürfen sich also auf eine tolle Atmosphäre freuen. Coach Beierlorzer sieht dies als großen Ansporn. Die Stimmung bei der Ligapartie gegen Nürnberg am vergangenen Sonntag, als die Continental-Arena bis auf den letzten Platz gefüllt war, sei ein tolles Erlebnis gewesen. Die beiden Niederlagen, die es in der Liga in den ersten beiden Spielen gab, seien mittlerweile längst aufgearbeitet, sagt Beierlorzer. Er betont, dass in beiden Partien auch viel Positives zu sehen gewesen wäre: „Und das wollen wir nun noch verstärken.“ Radikale Änderungen bei der Aufstellung sind nicht zu erwarten. Die Abwehr habe zuletzt sehr stabil gestanden, findet der Coach. Sebastian Nachreiner wird deswegen wohl wieder auf der rechten Abwehrseite beginnen. Durchaus eine Änderung könnte es dagegen im Angriff geben. Joshua Mees spielte hier bislang etwas glücklos. Möglicherweise gibt Beierlorzer Jonas Nietfeld gegen Darmstadt eine Chance von Anfang an. Nietfeld sei „ganz nah“ an einem Platz in der Startelf dran und bereit, sagte Beierlorzer, dies treffe für einige andere Spieler allerdings auch zu.


Selbstvertrauen tanken

Für den Jahn ist der Pokal auf mehreren Feldern eine Chance. Nach den zwei Niederlagen in der Liga könnte Selbstvertrauen getankt werden, das dringend benötigt wird, um dauerhaft in die Erfolgsspur zu kommen. Zudem wäre die Qualifikation für die zweite Runde finanziell lukrativ. Alleine durchs TV-Geld würde der Jahn dann 318000 Euro einnehmen. Und so freut sich Beierlorzer mit seiner Mannschaft auf den Auftritt in diesem besonderen Wettbewerb, „in dem man mit wenigen Siegen viel erreichen kann“.

 
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