Dribbler, Dauerbrenner und Comebacks
Dienstag 13.05.14 16:50 Uhr|Autor: Heinz Reichenwallner, MZ1.423
Für ihn geht's auf zu neuen Ufern: Die Trennung des SSV Jahn Regensburg von Trainer Thomas Stratos gibt heute noch Rätsel auf. Foto: Nickl

Dribbler, Dauerbrenner und Comebacks

Der SSV Jahn hat eine lange Saison in der 3. Liga hinter sich gebracht: mit Höhen und Tiefen +++ MZ-Mitarbeiter Heinz Reichenwallner blickt zurück
Eine Saison lang haben sich die Spieler des SSV Jahn die Stollen abgelaufen, sind gerannt, gegrätscht und geflogen. Der Aufwand brachte dem Regensburger Fußball-Drittligisten am Ende Rang elf und damit eine Platzierung nicht jenseits von, sondern zwischen Gut und Böse in der Tabelle. Nach 38 Pflichtpartien ist die Zeit nun da - für eine Rückschau auf insgesamt 3420 Jahn-Minuten im Spieljahr 2013/14, die Höhen und Tiefen aber auch noch manch' anderes brachte. Die MZ hat einige besondere Episoden ausgewählt.


Jonatan Kotzkes Rückkehr nach langer Verletzungspause
Es war die Szene des Spiels gegen den Halleschen FC: Als Jonatan Kotzke den Jahn mit 1:0 in Führung schoss, blieb er nicht lange allein mit seinem Jubel. Alle im rot-weißen Trikot freuten sich mit ihm und stürmten auf den ,,Sechser" zu, dessen Leidenszeit neun Monate nach seinem Kreuzbandriss da endlich zu Ende ging.

Als die Stürmer ausfielen, ging ein Verteidiger nach vorn
Vor dem Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt war guter Rat teuer: Stürmer 1, Romas Dressler, fehlte wegen eines Außenbandabrisses. Stürmer 2, Benedikt Schmid, war ebenso verletzungsbedingt ausgefallen. Stürmer 3, Daniel Franziskus, saß auf der Bank und auch der torgefährliche Mittelfeldspieler Abdenour Amachaibou war nicht dabei. Jahn-Coach Thomas Stratos machte aus der Not eine Tugend und ließ Gino Windmüller in Erfurt stürmen - mit Erfolg übrigens. Dem gelernten Innenverteidiger gelang beim 3:2-Erfolg auf Anhieb der Siegtreffer.

Ein Jahn-Kapitän, der zum Dauerbrenner der Saison wurde
Nur 50 von den insgesamt 3420 Spielminuten hat Kapitän Sebastian Nachreiner verpasst. 38 Einsätze hat neben ihm auch kein anderer Spieler in dieser Saison beim Jahn geschafft. Mit jeweils 35 Saisonspielen belegen Abdenour Amachaibou und Jim-Patrick Müller den zweiten Platz vor Gino Windmüller (34) und Aias Aosman sowie Oliver Hein (je 33).

Mario Neunaber im Pech: Zuerst der Jubel, dann der Platzverweis
Einen mit einem Foul an Patrick Haag in der 73. Minute gegen den SV Wehen-Wiesbaden verursachten Elfmeter verwandelte Mario Neunaber zum 2:0. Weil aber der Jahn-Verteidiger beim Torjubel auf den Fanzaun geklettert war, um sich feiern zu lassen, wurde er aufgrund einer Verwarnung aus der ersten Halbzeit dann mit der Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt.

Ein Mittelfeldmann aus Syrien spielt die schönsten Pässe
Der Syrer Aias Aosman wurde zu recht neben Oliver Hein von den MZ-Lesern zum ,,Spieler der Saison" gewählt. Der 21-Jährige brillierte mit seinen trickreichen Dribblings und lieferte oft auch die Vorarbeit zu Jahn-Toren. Obendrein erzielte er fünf Saisontreffer. Kein Wunder, dass ihn Zweitligisten wie der VfL Bochum, RB Leipzig oder der SV Sandhausen aus seinem noch bis Sommer 2015 gültigen Vertrag beim Jahn auslösen wollen.

Ein Satz, den sich der Jahn patentieren lassen hätte können
,,Da wäre mehr drin gewesen", lautete der Satz, den sich der Jahn in dieser Saison eigentlich hätte patentieren lassen müssen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hat die Formel für fast jedes Spiel der Rot-Weißen gelten können. Vor allem galt aber sie in den Partien gegen Münster (0:0), Burghausen (1:1), Rostock (1:1) und Stuttgarter Kickers (0:1) - die die Regensburger glücklos und ohne Sieg beendeten.

Drei Negativserien mit insgesamt nur fünf Punkten überstanden
Die erste finstere Serie des SSV Jahn in dieser Saison dauerte von Runde eins bis vier und brachte keinen Sieg und nur zwei Punkte. Die zweite Negativserie hielt vom 9. bis zum 13. Spieltag und brachte in fünf Spielen auch nur zwei Zähler. Zuletzt bekam dann der Februar sein Etikett als Seuchenmonat angeheftet. Sechsmal ging der Jahn da an den Start und holte dabei insgesamt nur einen Punkt. Indes: Jedes Mal wenn es darauf ankam, stoppten die Jungs von Trainer Stratos den Trend und starteten eine Positivserie. Die letzte davon gab es vom 34. bis zum 38. Spieltag - ohne Niederlage, bei einem Sieg und vier Unentschieden.

Die künstlerische Note kam meistens etwas zu kurz
Besonders spektakuläre Tore hat der Jahn in dieser Spielzeit eher selten erzielt, die Anzahl der Glanzlichter war da eher überschaubar. Ein ganz besonders Schönes gab es dann aber doch. Offensivspieler Jim-Patrick Müller jagte den Ball gegen den VfB Stuttgart II mit einer Direktabnahme genau ins Tordreieck zum 1:1-Endstand.

Eine Jahn-Schlussbilanz, die rundum ausgeglichen ist
Zwölf Siege, 13 Unentschieden, 13 Niederlagen, 51:51 Tore: ausgeglichener geht kaum. In der Tabelle schloss der Jahn mit 49 Punkten als Elfter ab. In der Heimskala steht er auf dem achten Platz mit 31 Punkten (acht Siege, sieben Remis, vier Niederlagen) aus 19 Spielen. Die Auswärtstabelle weist ihn mit 18 Punkten (vier Siege, sechs Unentschieden, neun Niederlagen) aus 19 Spielen als Vierzehnter aus.

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