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Freitag 19.05.17 16:12 Uhr|Autor: Heinz Gläser, MZ903
Noch steht der SSV Jahn (hier Torhüter Philipp Pentke) mit leeren Händen da.

Auf geht's SSV: Jetzt im Liveticker das. Match in Münster

Vor dem entscheidenden Duell mit Münster nimmt nach Ansicht von Jahn-Trainer Heiko Herrlich die Zahl der „Schulterklopfer“ überhand.

Regensburg. Doch, doch! Das Spiel in Münster findet statt. Halb spaßeshalber fragte Heiko Herrlich bei der Pressekonferenz am Donnerstag bei seinem Medienchef nach, ob das wirklich nötig sei, wo doch alle Welt – gemeint sind in diesem Fall Regensburg und Umgebung – den SSV Jahn bereits fix in der Aufstiegsrelegation sieht. Dass ihn diese Euphorie wurmt, daran ließ der Trainer des Fußball-Drittligisten keinen Zweifel. „Das Spiel gegen Münster spielt im Umfeld gar keine Rolle mehr, es wird gar nicht mehr wahrgenommen“, klagte Herrlich.



Nur Kopfschütteln

Für diesen vorauseilenden Optimismus hat der 45-Jährige nur Kopfschütteln übrig. Aus seiner Sicht türmen sich dagegen die Probleme auf. Sie sind mentaler Natur. Die Zahl der „Schulterklopfer“, die dem Jahn jetzt schon eine grandiose Saison bescheinigen, nimmt nach Herrlichs Geschmack aktuell überhand. Das Lob, das allenthalben auf die Mannschaft und ihn niederprasselt, wertet der Ex-Nationalspieler als schleichendes Gift, das die Sinne trübt. Potenzielle Folgewirkungen sind: schwere Selbstüberschätzung oder massives Muffensausen. Womöglich beides. „Man freut sich ja, wenn einen die Leute toll oder geil finden. Aber man darf nicht Gefahr laufen, sich selber toll zu finden“, warnt Herrlich: „Ich hoffe, die Spieler haben das verinnerlicht.“ Deshalb hat er seit Beginn der Woche viel Mühe darauf verwendet, seinen Schützlingen etwaige Flausen auszutreiben. „Wenn’s schiefgeht, haben wir am Montag Urlaub“, unterstreicht er.

Immerhin: Der SSV Jahn hat es an diesem Samstag (13.30 Uhr) in Münster selbst in der Hand, wie auch der Trainer mehrfach betonte. Ein Sieg am 38. Spieltag beim SC Preußen, und die Saison geht für die Regensburger in die Verlängerung – mit zwei Aufstiegspartien. Der Gegner wird am Sonntag am letzten Spieltag der zweiten Liga ermittelt. In der Verlosung sind dort die Würzburger Kickers, der ruhmreiche TSV 1860 aus München, Arminia Bielefeld, der 1. FC Kaiserslautern und theoretisch auch noch Erzgebirge Aue und Fortuna Düsseldorf. Das klingt alles mehr oder weniger attraktiv, interessiert Heiko Herrlich derzeit aber nicht die Bohne, wenn man seinen Worten glaubt. Trotzdem sei an dieser Stelle verraten: Die Duelle zwischen dem Drittliga-Dritten und dem Zweitliga-Drittletzten, die erfahrungsgemäß von großem Remmidemmi begleitet werden, steigen am Freitag, 26. Mai (18 Uhr), und Dienstag, 30. Mai (18 Uhr). Der Drittligist hat zunächst Heimrecht.

Zurück zu den Konstellationen an diesem Samstag: Der Rivale 1. FC Magdeburg trifft im Heimspiel auf die Sportfreunde Lotte. Gelingt dem Team aus Sachsen-Anhalt nur ein Remis oder unterliegt es gar, ist der Jahn aller Sorgen ledig und durch – selbst bei einer eigenen Niederlage. Siegen die Magdeburger, muss der zwei Punkte besser platzierte SSV Jahn gegen den Tabellensiebten aus Münster ebenfalls siegen. Zwar wären die Regensburger bei einem Unentschieden punktgleich, sie weisen jedoch die schlechtere Tordifferenz auf (+11:+15). nStändige Wasserstandsmeldungen aus Magdeburg wären aus Herrlichs Sicht kontraproduktiv: „Das bringt einen völlig durcheinander.“ Was nicht heißen soll, dass der Jahn nicht flexibel auf den Spielstand dort reagiert.

Die Münsteraner sind ein nicht zu unterschätzender Gegner. Herrlich zählte den SC Preußen vor Saisonbeginn zu den Mitfavoriten, und nach einem miserablen Start unter Trainer Horst Steffen spielt Münster unter dessen Nachfolger Benno Möhlmann auch wie ein solcher. „Zweitstärkste Heimmannschaft, drittstärkste Rückrundenmannschaft!“ – das spricht nach Ansicht Herrlichs Bände. Besondere Spiele, besondere Maßnahmen: Bereits am Donnerstag und damit einen Tag früher als sonst brach der Jahn-Tross nach Münster auf. Dort absolviert die Mannschaft am Freitag um 14.30 Uhr das Abschlusstraining. „So können wir uns ganz konzentriert vorbereiten“, sagte Herrlich. Münster ist für den Jahn End- oder Zwischenstation. „Wenn wir gewinnen, ist auch noch nichts geschafft“, verdeutlicht Herrlich mit Blick auf die mögliche Relegation, wenn alles wieder auf null gestellt wird.



Nachreiner für Palionis

Personell zeichnet sich nur eine Änderung in der Startelf ab. Der zuletzt gegen Chemnitz gelbgesperrte Sebastian Nachreiner ersetzt in der Innenverteidigung Markus Palionis. Erik Thommy und Marvin Knoll plagten sich kleineren Wehwehchen herum, konnten aber bereits am Mittwoch wieder mittrainieren. Fraglich ist, ob es bei Ali Odabas reicht, der nach einem Schlag aufs Knie an einer Zerrung laboriert. Ganz ohne Nebengeräusche kommt ein solches Herzschlag-Saisonfinale nicht aus. Via „Bild“-Zeitung bürdet Magdeburgs Manager Mario Kallnik dem Jahn im Vorfeld eine Menge auf: „Jetzt hat Regensburg den Druck des Favoriten. Die müssen jetzt liefern, wenn sie auf Rang drei bleiben wollen. Mal sehen, wie sie in Münster damit klarkommen.“ Ja, mal sehen. Wer live im Stadion zuschauen will, dürfte laut Jahn-Pressestelle kein Probleme haben, in Münster noch an Karten zu kommen. Das Bayerische Fernsehen überträgt in einer Live-Konferenz ab 13.30 Uhr.

 
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