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Interview

»Die letzte Zeit hat mir Kopfzerbrechen bereitet«

Peter Gaydarov (27) im Gespräch mit FuPa: Seine Beweggründe für den Wechsel nach Nürnberg, seine Ziele und wo er in den kommenden Jahren die SpVgg Landshut sieht

von Mathias Willmerdinger · 17.12.2018, 12:17 Uhr · 0 Leser
Zeit für Veränderungen: Peter Gaydarov hat sich aus Landshut verabschiedet, um beim 1. FC Nürnberg im Jugendbereich tätig sein zu können. F: Herrmann
Zeit für Veränderungen: Peter Gaydarov hat sich aus Landshut verabschiedet, um beim 1. FC Nürnberg im Jugendbereich tätig sein zu können. F: Herrmann
Über ihn wurde in der hiesigen Fußballszene zuletzt mit am meisten spekuliert: Peter Gaydarov. Viel wurde gemunkelt, wohin es das 27-jährige Trainertalent nach seinem überraschenden Abschied aus Landshut ziehen würde. Seit letzter Woche nun ist bekannt: Der Vohburger wird beim 1. FC Nürnberg im Jugendbereich einsteigen. FuPa hat sich mit dem ehrgeizigen Coach über seine neue Aufgabe unterhalten und wirft mit ihm noch einmal einen Blick zurück auf seine kurze Zeit bei der SpVgg Landshut.

FuPa: Peter, der Rummel um deine Person war in den vergangenen Tagen und Wochen groß. Teils wilde Spekulationen schossen ins Kraut. Bist du nun erleichtert, dass endlich Klarheit herrscht?
Peter Gaydarov (27): Ja definitiv. Die letzte Zeit hat mir durchaus Kopfzerbrechen bereitet. Nun bin ich aber froh und glücklich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und freue mich riesig auf den Club und meine neue Aufgabe.

Welcher Faktor gab letztendlich den Ausschlag, dass du das Angebot des Clubs angenommen hast?
Für mich ist das eine Riesenchance und ein vernünftiger Einstieg in den Profibereich, ohne gleich direkt in der Verantwortung zu stehen. Ich bin schon ganz gespannt auf die Arbeitsabläufe und freue mich darauf, viel lernen zu können.

Nach nur einem halben Jahr hast du dich vom Hammerbach wieder verabschiedet. Wie haben deine Ex-Schützlinge von der SpVgg Landshut die Entscheidung aufgenommen? Konntest du dich von ihnen persönlich verabschieden?
Alle haben sehr verständnisvoll und professionell darauf reagiert. Vom Großteil der Jungs habe ich mich persönlich verabschiedet.

Gab es neben dem 1. FC Nürnberg noch weitere Optionen für dich?

Ja. Ich habe mir vieles angehört und alle Gegebenheiten sondiert. Im Nachhinein bin ich hundertprozentig überzeugt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Du hast gesagt, es wäre schon immer ein Traum für dich gewesen, auf diesem Niveau in einem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zu arbeiten. Siehst du in der Ausbildung von Talenten deine sportliche Zukunft oder willst du mittelfristig wieder ein Herrenteam übernehmen?
Ich habe als Trainer inzwischen so gut wie alle Jahrgangsstufen trainiert. Dabei hat mir die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Junioren und Seniorenbereich viel Freude bereitet. Natürlich bringt auch der Herrenbereich seinen Reiz mit. Wer an besagter Schnittstelle tätig ist, muss sowohl im Jugendbereich als auch im Herrenbereich immer "up to date" sein. Was die mittelfristige Planung betrifft, will ich mich vorerst nicht festlegen.

F: Herrmann
F: Herrmann
Engagiert an der Seitenlinie: Peter Gaydarov. F: Herrmann

»Ich versuche weiterhin akribische und ehrliche Arbeit abzuliefern. Mal sehen, wofür es am Ende reicht.«

Wie genau wird dein Alltag in Nürnberg aussehen, wann legst du los? Bist du hauptamtlich am NLZ angestellt oder übst du nebenbei noch einen Beruf aus?
Ab 01.Jauar 2019 bin ich nebenberuflich beim FCN angestellt und werde vorerst pendeln. Ich arbeite also weiter als Informatiker in Ingolstadt. Grundsätzlich ist meine Tätigkeit beim FCN nicht nur bis zum Sommer ausgelegt. Ich freue mich auf eine erfolgreiche und hoffentlich auch längerfristige Zusammenarbeit.

Du bist als sehr ehrgeizig und selbstbewusst bekannt. Welche persönlichen Ziele hast du dir langfristig gesetzt? Nimmst du demnächst die Ausbildung zum Fußballlehrer ins Visier?
Natürlich ist es mein Traum, irgendwann mal den Fußballlehrer zu machen. Aber ich muss schon realistisch bleiben, denn dies ist ein extrem schwerer Weg, auf dem man sehr viel Glück braucht. Ich versuche weiterhin akribische und ehrliche Arbeit abzuliefern. Mal sehen, wofür es am Ende reicht.

Kurzer Blick zurück auf deine Landshuter Zeit: Mit 27 Trainer eines solchen Traditionsklubs zu sein, war bestimmt nicht einfach, viele haben dich mit Argusausgen beobachtet. Was bleibt dir positiv bzw. negativ in Erinnerung?
Rückblickend denke ich, dass wir mit dem Einhalten von Grundtugenden und dem nötigen Spielglück sechs bis acht Punkte mehr auf dem Konto haben könnten. In der kurzen Zeit haben wir uns nach einem Umbruch im Sommer auf Spieler-und Funktionärsebene allerdings sehr gut entwickelt. Die Mannschaft ist auf und neben dem Platz zu einer Einheit zusammengewachsen. Aus den letzten vier Spielen konnten wir mit zehn Punkte in die Winterpause gehen. Ich durfte viele tolle Menschen kennenlernen, mit denen auch in der kurzen Zeit Freundschaften entstanden sind. Ich kann mich nur für diese gute und freundschaftliche Zusammenarbeit bei allen Beteiligten bedanken.

Die "Spiele" tut sich schwer, wieder in die Bayernliga zurückzukehren. Denkst du, der Aufstieg ist in Landshut mittelfristig wieder drin?
Die "Spiele" ist einer der wenigen Vereine, der die Philosophie verfolgt, überwiegend auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Ich finde den Weg absolut richtig. Es werden jährlich viele talentierte Jungs aus dem hervorragenden NLZ in den Seniorenbereich integriert. Meiner Meinung nach ist die Spiele auf dem richtigen Weg und wird mittelfristig wieder in der Bayernliga zu finden sein