"Als ob man vorher nie Fußball gespielt hat"
Samstag 01.08.20 12:30 Uhr|Autor: Niklas Allmrodt1.492

"Als ob man vorher nie Fußball gespielt hat"

Nachspielzeit mit Luca Scholten +++ Der ehemalige U17-Bundesligaspieler über seine Rückkehr nach Eltville und die anstehende Saison
Eltville: In unserer Interview-Rubrik "Nachspielzeit" befragen wir wöchentlich in lockerem Rahmen interessante Spieler, Trainer oder Persönlichkeiten der Region über ihren Verein und ihre persönlichen Ziele. Heute zu Gast: Luca Scholten von der Spvgg. Eltville. Der 23-Jährige Verteidiger kehrt nach zwei Jahren Abstinenz vom Vereinsfußball wieder zu seinen Wurzeln zurück. Mit uns spricht Luca über die Gründe seiner Auszeit, seine Zeit im Nachwuchsleistungszentrum und seine Erwartungen für die anstehende Saison.


FuPa: Luca, nach zwei Jahren Abstinenz vom Vereinsfußball steigst du zur neuen Saison wieder bei deinem Heimatverein ein. Was waren die Gründe für deine Auszeit?

Luca Scholten: Ich musste in den vergangenen Jahren sehr viel Zeit in mein Studium investieren, sodass ich in Sachen Fußball schon länger ein Stück weit zurückstecken musste. Fußball mit halber Kraft war aber noch nie eine ernsthafte Option für mich. Somit habe ich lieber eine Pause gelegt, um mich ganz auf die Uni zu konzentrieren. Nun habe ich wieder mehr Zeit für meine Hobbys und will wieder voll durchstarten.

Eltville hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt und wäre fast zum dritten Mal in Folge aufgestiegen. Hat die Liga-Zugehörigkeit bei deiner Entscheidung für die Spvgg. eine Rolle gespielt?

Für mich war immer klar, dass ich bei meiner Rückkehr nur für meinen Heimatverein spielen will. Diese Entscheidung habe ich ganz ligenunabhängig getroffen. Ich bin Eltville schon immer sehr verbunden gewesen und kann es kaum erwarten, nach langer Zeit wieder für meinen Verein aus Kindertagen am Ball zu sein. 

Wie sieht es mit deiner aktuellen Form aus. Brauchst du noch etwas Anlaufzeit oder bist du schon wieder voll im Saft?



In dieser Hinsicht kam mir die Corona-Krise durchaus entgegen. Auch alle anderen Spieler waren lange nicht am Ball und sind dadurch nicht in Top-Verfassung. Anfangs habe ich schon gemerkt, dass ich lange raus war. Nach gut drei Wochen Training wird es aber von Tag zu Tag besser. trotzdem mache ich mir überhaupt keinen Druck. Sollte ich nicht von Beginn an Stammspieler sein und noch etwas mehr Zeit benötigen, wäre das gar kein Problem für mich.

Du hast deine Teamkollegen nun einen knappen Monat kennenlernen dürfen. Wie schätzt du die Qualität der Mannschaft ein und wo siehst du die Spvgg. in der kommenden Saison tabellarisch?

Ich habe gleich gemerkt, dass in dieser Truppe sehr viel Potenzial steckt. Wir haben einige gute Neuzugänge dazugeholt und sind kadertechnisch sicher nicht schlechter als letztes Jahr. Die anderen Teams kann ich schlecht einschätzen, da ich bisher nur in der Hessenliga und der Süd-Staffel der Verbandsliga gespielt habe. Eine Prognose fällt mir dadurch nicht so leicht. Mit uns wird aber definitiv zu rechnen sein. 

Am Sonntag bestreitet ihr euer erstes Testspiel gegen den SV Wiesbaden. Wie sehr freust du dich auf diese Partie?

Das Spiel gegen des SVW wird meine erste Partie seit April 2018 sein. Die Partie gleicht so ein wenig einer Reise ins Ungewisse. Ich werde im Spiel sehen, wo ich körperlich und fußballerisch nach der langen Auszeit wirklich stehe. Das macht die Partie besonders reizvoll.

Du hast weite Teile deiner Jugend in den Nachwuchsleistungszentren von Mainz 05 und dem FSV Frankfurt verbracht. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Im NLZ kommt es einem so vor, als ob man in all den Jahren zuvor eine völlig andere Sportart gespielt hat, als ob man vorher überhaupt keinen Fußball gespielt hat. Im technischen und taktischen Bereich lernt man bei den Profiteams unglaublich viel. Gleichzeitig wird jedem Spieler sehr viel Disziplin abverlangt. Bei Unpünktlichkeit oder schlechtem Verhalten ist man ganz schnell raus aus dem Team. Zudem ist man wirklich in jedem Training zu einhundert Prozent gefordert. Du musst dich jede Woche aufs neue beweisen, um am Wochenende mit dabei zu sein. 

Kritiker der NLZs vertreten die Meinung, dass die charakterliche Entwicklung in diesen Einrichtungen zu kurz kommt und man möglichst lange mit dem Wechsel zu einer Profimannschaft warten sollte. Wie stehst du zu dieser Aussage?

Da ist sicher etwas dran. Als Ausnahmespieler eines Dorfvereins entwickelt man mehr Führungsqualitäten als im NLZ. Dort bist du übertrieben gesagt nur eine Trikotnummer von 20 und hast für das große Ganze meist eine eher geringe Bedeutung. Trotzdem denke ich, dass die fußballerischen Aspekte diese eventuellen Nachteile mehr als aufwiegen. Ich bin unglaublich dankbar für die Chance, unter Profibedingungen trainiert haben zu dürfen. Ich empfehle jedem jungen Spieler, der ein entsprechendes Angebot erhält, diese Chance zu ergreifen.
Tabelle
1. Schwanheim 00 0
  Michelbach (Auf) 00 0
  Steinbach II (Auf) 00 0
  Niedernhause (Auf) 00 0
  Walluf (Auf) 00 0
  Ederbergland 00 0
  FC Turabdin-Bab... 00 0
  SC Waldgirmes II 00 0
  FC Cleeberg 00 0
  Weyer 00 0
  Eltville 00 0
  VfB Marburg 00 0
  Kinzenbach 00 0
  FC Waldbrunn 00 0
  Langenaubach 00 0
  Breidenbach 00 0
  FV Biebrich 00 0
  SF/BG Marburg 00 0
  SV Bauerbach 00 0
  FC Gießen II 00 0
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