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Donnerstag 08.06.17 20:00 Uhr|Autor: General-Anzeiger / Matthias Kirch323
Durch eine konsequente Spielleitung hat sich Katharina Gerhard in der Schiedsrichtergilde einen Namen gemacht. FOTO: PRIVAT

Von der D-Jugend in die Frauen-Bundesliga

Die 19-jäh­ri­ge Kat­ha­ri­na Ge­rhard hat als Schieds­richt­erin in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren ei­nen ra­san­ten Auf­stieg er­lebt

Die er­ste gu­te Nach­richt für die kom­men­de Sai­son hat Kat­ha­ri­na Ge­rhard er­hal­ten, be­vor die lau­fen­de Spiel­zeit im Ama­teur­be­reich be­en­det ist: Die Schieds­richt­erin von den Sport­freun­den Ip­pen­dorf wird künf­tig Spie­le in der 2. Frau­en-Bun­des­li­ga lei­ten und im Ober­haus als As­sis­ten­tin zum Ein­satz kom­men. Für die 19-Jäh­ri­ge ist das ei­ne gro­ße Über­ra­schung: „Ich ha­be gar nicht da­mit ge­rech­net, weil ich da­von aus­ge­gan­gen bin, dass es in die­sem Jahr kei­nen Auf­stei­ger ge­ben wird.“

Man­fred Har­der, Vor­sit­zen­der des Bon­ner Kreis­schieds­richt­er­aus­schus­ses, sieht die Ent­schei­dung des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des (DFB) je­doch als ei­ne lo­gi­sche Fol­ge: „Ich bin da­von aus­ge­gan­gen, dass sie mit­tel­fri­stig auf­stei­gen wird.“ Der Chef der Bon­ner Re­fe­rees schätzt an Ge­rhard vor al­lem ih­re kon­se­quen­te Spiel­lei­tung, die sie von der er­sten bis zur letz­ten Mi­nu­te durch­zie­he.

Die Schieds­rich­ter-Kar­rie­re Ge­rhards nahm ih­ren An­fang vor fünf Jah­ren. „Ich ha­be mich spon­tan da­zu ent­schie­den, als ich im Fern­se­hen ei­nen Wer­be­spot ge­se­hen ha­be“, er­zählt die da­mals 14-Jäh­ri­ge. Ein Jahr zu­vor hat­te sie selbst bei den Sport­freun­den Ip­pen­dorf mit dem Fuß­ball­spie­len be­gon­nen. Nach be­stand­ener Prü­fung stan­den die er­sten Spiel­lei­tun­gen in der D-Ju­gend auf dem Pro­gramm – in­klu­si­ve klein­erer Un­si­cher­hei­ten: „Am An­fang war es schwie­rig, weil al­les noch nicht so ein­ge­spielt war und mir die Er­fah­rung fehl­te.“ Da­von hat sie mitt­ler­wei­le schon reich­lich ge­sam­melt.

Im Her­ren­be­reich lei­tet sie Par­tien bis zur Be­zirks­li­ga. Ak­zep­tanz­pro­ble­me kennt Ge­rhard als Un­par­teii­sche nicht. „Als ich bei mei­nen er­sten Spie­len im Se­nio­ren­be­reich zum Platz ge­kom­men bin, hieß es schon: 'Oh, ein Mäd­chen.' Es lief dann aber al­les po­si­tiv, weil die Spie­ler ganz ru­hig wa­ren“, sagt Ge­rhard, die auch beim GA-Tor­fie­ber-Tur­nier Mit­te Ju­ni im Ein­satz sein wird.

Mit ih­ren 19 Jah­ren steht die Ip­pen­dorf­erin trotz der schon fünf­jäh­ri­gen Er­fah­rung noch am An­fang ih­rer Schieds­rich­ter-Lauf­bahn – und hat laut Har­der auch des­halb gu­te Chan­cen auf wei­te­re Auf­stie­ge. „Grund­sätz­lich den­ke ich nur von Jahr zu Jahr. Aber na­tür­lich ist es mein Ziel, als näch­stes in der Frau­en-Bun­des­li­ga und Her­ren-Lan­des­li­ga zu pfei­fen“, sagt Ge­rhard.

Ne­ben ih­rer Tä­tig­keit als Un­par­teii­sche ist sie in­zwi­schen noch in an­de­rer Funk­ti­on im Bon­ner Kreis tä­tig: Als „Ver­tre­te­rin der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on“ sitzt sie im Schieds­richt­er­aus­schuss und lei­tet mit ih­rem Kol­le­gen Bi­lal Bo­da­bouz den Kreis­för­der­ka­der. In die­sem wer­den ta­len­tier­te Nach­wuchs­kräf­te zwi­schen zwölf und 20 Jah­ren auf Ein­sät­ze auf Ver­bands­ebe­ne vor­be­rei­tet. „Die Ar­beit als Schieds­richt­erin und die im Bon­ner Kreis fül­len mein gan­zes Le­ben aus. In ir­gend­ei­ner Form bin ich je­den Tag im Fuß­ball ak­tiv“, sagt Ge­rhard.

Geht es nach Har­der, sol­len in Zu­kunft mehr Mäd­chen ih­rem Bei­spiel fol­gen. Denn von den ak­tu­ell 285 Re­fe­rees im Bon­ner Kreis sind ge­ra­de ein­mal elf weib­lich. „Wir hof­fen auf noch mehr Schieds­richt­er­in­nen. Denn ei­gent­lich wol­len wir al­le Spie­le der Frau­en und Mäd­chen mit ih­nen be­set­zen“, be­tont Har­der. Was dann mög­lich ist, hat Kat­ha­ri­na Ge­rhard ge­zeigt.

As­sis­ten­ten in A-Klas­se

Der Vor­stand des Bon­ner Fuß­ball­krei­ses hat in ei­ner Sit­zung be­schlos­sen, auch in der Sai­son 2017/18 Schieds­rich­ter-As­sis­ten­ten in der Kreis­li­ga A ein­zu­set­zen. Seit der ak­tu­ell lau­fen­den Spiel­zeit wer­den al­le Par­tien der A-Klas­se in ei­nem Pi­lot­pro­jekt von ei­nem Ge­spann ge­lei­tet. Dies wird ab der kom­men­den Sai­son auch in be­stimm­ten Spie­len des Kreis­po­kals der Fall sein: Dort wer­den As­sis­ten­ten zum Ein­satz kom­men, wenn zwei Ver­bands­mann­schaf­ten auf­ein­an­der­tref­fen so­wie bei al­len Be­geg­nun­gen ab dem Vier­tel­fi­na­le 

 
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