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Samstag 12.08.17 18:13 Uhr|Autor: Südwestpresse / Gerold Knehr1.003
Auch das Heimspiel gegen Kickers Offenbach ging verloren. Foto: Oliver Schulz

Spatzen verspielen zum dritten Mal in Folge eine Führung und verlieren

1:2 gegen die Offenbacher Kickers –
Auch nach dem dritten Regionalliga-Spiel dieser Saison steht enttäuschende der SSV Ulm 1846 Fußball ohne Punkt da.

Aller guten Dinge sind drei? Von wegen. Der SSV Ulm 1846 Fußball verlor auch sein drittes Regionalligaspiel in dieser Saison. Wie beim 1:4 zum Auftakt gegen den 1. FC Saarbrücken und beim 4:5 gegen den VfB Stuttgart reichte den Spatzen auch im Heimspiel vor 1515 Zuschauern gegen Kickers Offenbach eine 1:0-Führung nicht zu wenigstem einen Punkt. Wie die Gegner zuvor auch drehte der OFC die Partie und fuhr mit einem 2:1 (1:1)-Erfolg nach Hause.

Die Begegnung gegen die Offenbacher Kickers erinnerte verdammt an das Saisoneröffnungsspiel gegen Saarbrücken. Vor zwei Wochen hatte Thomas Rathgeber die Spatzen in der zehnten Minute in Führung geschossen. Am Samstag gegen den OFC dauerte es acht Minuten länger, bis Luca Graciotti nach einer Flanke von Olcay Kücük zur Ulmer 1:0-Führung einköpfte.

Dieses Resultat hätte den Spatzen, denen man von Beginn an ihre derzeitige Verunsicherung anmerkte, beruhigen sollen, ja beruhigen müssen. Doch schon sechs Minuten später war der Vorsprung wieder verspielt, als der Ball nach einem Schuss von Benjamin Kirchhoff, ganz offensichtlich noch abgefälscht von einem Ulmer Spieler, zum 1:1 im Netz landete.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit entwickelte sich eine Begegnung, in der die Ulmer um Ballkontrolle bemüht waren. Das Team von Trainer Stephan Baierl schaffte es zwar fast nie, eigene Akzente zu setzen. Aber immerhin konnten die Gastgeber die Begegnung gegen die von Ex-Bundesliga-Torhüter Oliver Reck trainierten Offenbacher ausgeglichen gestalten.

Nach dem 1:2, das der Offenbacher Dren Hodja (51.) durch einen strammen Distanzschuss erzielte und dem ein ärgerlicher Ulmer Ballverlust im Mittelfeld vorausgegangen war, brachten die Ulmer nichts Konstruktives mehr zusammen - ähnlich wie in der letzten halben Stunde gegen Saarbrücken. Nervosität und Verunsicherung nahmen von Minute zu Minute zu, Missverständnisse und Fehlpässe selbst über wenige Meter häuften sich. Der Doppelwechsel in der 61. Minute – Thomas Rathgeber und Michael Schindele kamen für Steffen Kienle und den Rot-gefährdeten Volkan Celiktas – zeigten keine Wirkung. Selbst als am Ende mit Janik Michel ein vierter Stürmer eingewechselt und Innenverteidiger Tim Göhlert häufiger im Sturm als in der Abwehr zu finden war, kam nie das Gefühl auf, die Ulmer könnten dem Spiel noch eine Wende geben. Bei einem Foul an Rathgeber an der Strafraumlinie (80.) wollten die Ulmer einen Elfmeter zugesprochen bekommen haben. Doch den gab Schiedsrichter David Scheuermann genauso wenig wie einen Strafstoß für Offenbach, als Volkan Celiktas OFC-Mittelfeldmann Maik Vetter in der 43. Minute zu Fall gebracht hatte.

„In der zweiten Hälfte sind die Kräfte geschwunden. Wir waren nicht mehr in der Lage, das Ding zu drehen“, räumte der Ulmer Trainer ein. Er musste sich nach dem Schlusspfiff einige „Baierl-raus“-Rufe von der Haupttribüne anhören. Dabei waren die Offenbacher keineswegs so stark wie zwei Wochen zuvor die Saarbrücker. „Das Engagement der Mannschaft war gut, aber wir haben nicht alles richtig gemacht“, lautete Oliver Recks Urteil.

Am kommenden Samstag (14 Uhr) kommt es für den SSV 46 zum Kellerderby beim ebenfalls noch punktlosen Aufsteiger TSV Schott Mainz. Sollte sich auch dann keine Wende einstellen, wird Stephan Baierls Lage endgültig heikel.

 
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