Spiesheimer feiern früher als gedacht
Freitag 01.06.18 07:00 Uhr|Autor: Nico Brunetti916
Die SG Spiesheim hat es geschafft. Sie steigt als Meister der C-Klasse Alzey in die B-Klasse auf. Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Spiesheimer feiern früher als gedacht

Als die Mannschaft in Wörrstadt von der unglaublichen Niederlage Dorn-Dürkheims erfährt, ist sie erst einmal baff

Spiesheim. Der Eintrag „20. Mai 2018“ wird im Fettdruck in die Vereinshistorie der SG Spiesheim eingehen. Es ist nämlich das Datum, an dem der Fußballverein aus der C-Klasse Alzey nur zwei Jahre nach der Neugründung den Aufstieg in die B-Klasse klarmachte. Vorzeitig. Und zwar noch vorzeitiger, als alle wirklich alle erwartet hatten. Keiner rechnete an diesem Sonntagnachmittag mit einem Patzer vom Konkurrenten TuS Dorn-Dürkheim. Doch den erlaubte sich der schärfste Verfolger. Beim TuS Wöllstein II. 1:2 das war gleichbedeutend mit der Meisterschaft für die SG Spiesheim, die beim 5:2 beim FC Wörrstadt nichts anbrennen ließ.




Als die Nachricht von der unerwarteten Niederlage der Dorn-Dürkheimer im Vorfeld des Spiels in Wörrstadt die Runde machte, waren die Spiesheimer Spieler baff. Und nach einer zunächst verhaltenen Freude nach dem eigenen Sieg, wie SG-Spielertrainer Thomas Schwarz berichtet, ließen die Jungs aus dem Ort mit knapp 1000 Einwohnern in Spiesheim die Sau raus.

Trainer Schwarz: Harte Arbeit zahlt sich aus

Der 28-Jährige beschreibt: „Wir sind nach dem Spiel nach Hause gefahren und haben am Sportplatz mit unseren Fans Rambazamba gemacht. Da ging es rund.“ Gemeinsam beglückwünschten sich alle für diesen Triumph. „Das haben sich die Jungs absolut verdient. Harte Arbeit zahlt sich aus, egal ob im Sport oder privat. Das müssen sie mitnehmen“, sagt Schwarz.

Nur der Kapitän fehlte bei diesen spontanen Feierlichkeiten. Der 26 Jahre alte Julian Hirsch, beruflich in Köln beschäftigt, konnte bei der Meisterschaft nicht hautnah mit dabei sein. „Ein beschissenes Gefühl. Ich bin immer mit Herzblut dabei“, kommentierte er bedauernd. Die Dramaturgie der Meisterschaft war aber auch völlig anders geplant. Dorn-Dükheim, so wurde im Vorfeld spekuliert, gewinnt in Wöllstein. Dann hätten die Spiesheimer einige Tage später beim Nachholspiel in Bechenheim den Titel eingefahren. So hatten sich das alle SGler vorgestellt die Wirklichkeit aber sah anders aus.

Julian Hirsch hatte über die Saison hinweg natürlich aber auch seinen Anteil geleistet, dass die SG in der kommenden Runde als B-Ligist an den Start geht. So war er glücklich, gönnte seinen Mitstreitern den Moment. Generell ist für Egoismus bei der SG nämlich kein Platz. Hirsch erklärt: „Wir sehen uns immer als Kollektiv und haben ein extrem gutes Vertrauensverhältnis untereinander.“ Schwarz bestätigt: „Bei uns herrscht ein unglaublicher Teamspirit. Die Jungs sind eine Familie geworden.“

Das ist ein wesentlicher Eckpfeiler für den Erfolg, wie sich insbesondere in dieser Runde zeigte. Demnach sei es auch die Verletzungsmisere mit einigen Kreuzband- und Außenbandrissen von Leistungsträgern gewesen, die das Team zusätzlich motiviert hat. Für Hirsch ist jedoch auch der Trainer ein wichtiger Faktor. Deshalb verlieh Schwarz‘ Zusage für die nächste Saison, unabhängig von der Ligazugehörigkeit, Flügel. „Damit hat er ein Signal gesetzt und das Team vorangetrieben. Wir sind sehr froh, ihn zu haben. Er nimmt nichts auf die leichte Schulter.“

Favorit TuS Wörrstadt bricht am Ende ein

Letztenendes gehört zur ganzen Wahrheit, dass TuS Wörrstadt den Titelgewinn mit dem eigenen Negativlauf erst ermöglicht hat. Und so ist es auch „eine ganz einfache Matheaufgabe“, wenn Schwarz erklären muss, warum es zur Meisterschaft gereicht hat. „Wir haben mehr Punkte als die anderen geholt und alle direkten Duelle für uns entschieden“, sagt er.

Mit der gleichen Mannschaft und vereinzelten Neuzugängen will die SG Spiesheim nun die B-Klasse rocken. Das geht der Verein aber mit Demut an. „Wir werden uns akribisch darauf vorbereiten“, so Hirsch, der weiter von der hohen Unterstützung aus dem Umfeld ausgeht. Der 26-Jährige meint: „Ich glaube nicht, dass die Begeisterung weniger wird – davon bin ich überzeugt. Wir repräsentieren unser Ort und spielen fair – das honorieren die Leute.“ Zudem hat die SG bewiesen, sich nicht von Rückschlägen wie dem Scheitern in der Relegation im Jahr 2017 vom Weg abbringen zu lassen. Auch das macht Mut, dass sich die SG in der B-Klasse behaupten kann. Diese Herausforderung hat sich der Klub mit einer herausragenden Saison erspielt.





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