Altersschnitt der Schiris bereitet Sorgen
Montag 17.02.20 16:30 Uhr|Autor: Karl-Heinz Späth1.411
Martin Speckner ist das Aushängeschild der Chamer Schiedsrichtergruppe. Foto: Karl-Heinz Hönl

Altersschnitt der Schiris bereitet Sorgen

Viel Lob gab es für die Chamer Schiris bei der Jahreshauptversammlung. Sie leiteten im letzten Jahr 3784 Spiele.

Sehr gut besucht war der Ehrungsabend der Chamer Schiris. Obmann Karl-Heinz Späth stellte erfreut fest, dass „es in der Gruppe Cham gut läuft“. Martin Speckner in der Regionalliga Bayern, Thomas Gebhardt und Tobias Späth in der Landesliga und mit Uli Bayerlein, Dieter Dendorfer, Marco Gruber, Fabian Kussinger, Sebastian Mauer und David Seefried sind sechs Chamer in der Bezirksliga nominiert. Hinzu kommen noch 14 Mann in der Kreisliga. „Für noch mehr Gespanne haben wir nicht genügend Schiedsrichterassistenten- wir pfeifen auf Anschlag Sonntag für Sonntag“, so der Obmann.




Mit knapp 3800 Spielen waren die Männer und Frauen an der Pfeife bestens ausgelastet. Dies wäre nicht zu schaffen gewesen, „wenn nicht alle so toll engagiert gewesen wären“. Sorgen bereitete dem Obmann der hohe Altersschnitt seiner Unparteiischen. „Wir hatten vergangenes Jahr einen Neulingslehrgang mit insgesamt mit zehn Teilnehmern, von denen drei schon wieder die Pfeife weglegten, von den anderen erfreulicherweise aber bereits drei Leute Erfahrungen im Herrenbereich sammeln konnten“. Der Bereich Cham ist nur schwach betroffen, was die unbesetzten Spiele der B-Klasse betrifft. Bei der Einteilung müssen die Ansetzer viel Freizeit opfern, damit die Quote der besetzten Spiele nahe 100 Prozent geht.

„Die Vereine zahlen aktuell fast 7000 Euro an Ausfallgebühren für die fehlenden Schiedsrichter. Dieses Geld könnten Sie sich sparen, wenn sie für neue Unparteiischen sorgen oder inaktive wieder zum Pfeifen animieren würden“, überlegt der Obmann, „dann wäre allen Seiten geholfen.“

Aber nicht nur auf dem Rasen oder unter dem Hallendach stimmte durchweg die Leistung, auch gesellschaftlich war einiges geboten. Mit Martin Vogl (DJK Vilzing) kommt ein neuer Ehrenschiedsrichter hinzu. Er gehört seit 50 Jahren zur Zunft und ist aktueller Rekordhalter mit über 4000 Spielen. Einen weiteren Rekord stellte Reiner Barth (TB Roding) ein, denn er gehört seit 60 Jahren dem Schiedsrichterwesen an und erhielt dafür eine besondere Auszeichnung durch den Bayerischen Fußball-Verband. Eine nette Geste, verdiente Kameraden zu ehren ist mittlerweile die Aktion „Danke Schiri“ geworden. Konrad Heuberger (SV Atzenzell) in der Kategorie „über 50“ und Thomas Gebhardt (DJK Rettenbach) bei „unter 50“ wurden geehrt. Der Lehrwart berichtete, dass wieder zwölf Lehrveranstaltungen angeboten wurden.

Der erste Einsatz des Jahres war die Winterleistungsprüfung. Dort hatten sich die Schiris ab Kreisliga und die Förder-Schiris einem Lauftest im Chamer Stadion zu unterziehen. Im Anschluss erarbeitete Lehrwart Tobias Späth die Erkenntnisse aus den Beobachtungen. Zum Start in die restliche Rückrunde „beackerte“ Lehrwart Tobias Späth im März das Thema des „SR und der Stress“ und im April drehte sich alles um das Handspiel.

Neben den Chamer Spitzenschiedsrichtern trafen sich Anfang Juni zur Vorbereitung auf die neue Saison auch die Kreisklassenschiedsrichter beim Lehrgangstag im Chamer Stadion. Martin Speckner ging im August auf die Regelneuerungen ein, Robert Multerer nahm sich dem Thema „Die richtige Meldung – vom Verfassen bis zum Hochladen“ an. Nur 27 Trainingseinheiten gab es bei den Vereinen. Die Trainingsbeteiligung habe sich auf einen unterdurchschnittlichen Wert verschlechtert. Neu aufgenommen in die Gruppe wurde Afrim Salihu, der von der Gruppe Regensburg kam.

Statt der Grußworte gab es eine Talkrunde, an der Verbandsspielleiter Josef Janker, Bezirksboss Thomas Graml, Bezirks-Schiedsrichter-Einteiler Alfons Weigert, Kreisvorsitzender Karlheinz Sölch und der Schwandorfer Obmann Florian Fleischmann teilnahmen. Die Moderation lag in den Händen von Richard Kerscher. Graml dankte den Chamer Schiris für ihren Einsatz. „3784 Spiele sind eine beeindruckende Bilanz – von der Besetzung bis hin zum Einsatz auf dem Platz“, lobte Graml. Derzeit werde eine Strategie „Zukunft Oberpfalz“ erarbeitet. „Im Fußball muss der Schulterschluss von allen Beteiligten erfolgen, wollen wir die Attraktivität des Amateurfußballs hochhalten“, schaute Graml voraus.

Alfons Weigert warnte vor den Veränderungen in der Gesellschaft und ging auf einige unliebsame Vorfälle auf und neben den Plätzen ein, wo es sportgerichtliche Nachspiele gab. Kreisvorsitzender Karlheinz Sölch (Wilting) lobte die gute Zusammenarbeit im Kreis 3. Seine Mitarbeiter im Kreis „leisten hervorragende Arbeit“. Florian Fleischmann (Obmann der Gruppe Schwandorf) lobte die Zusammenarbeit der Gruppen Cham und Schwandorf.

Rbert Multerer vom SC Arrach-Haibühl ist der Schiedsrichter des Jahres der Chamer Gruppe: In folgender Laudatio würdigte Obmann Karl-Heinz Späth seine Verdienste: „Der diesjährige Schiri des Jahres ist ein ganz Aktiver unserer Zunft und Säule der Gruppe. Als er von der Gruppe Bad Kötzting zur Gruppe Cham wechselte, wurden dort die Ziele und Vorstellungen abgefragt. Darin gab er an, auf etwa 80 Spiele im Jahr kommen zu wollen. Dieses Ziel wurde verfehlt. Seit Jahren stehen deutlich über 100 Spiele in jeder Saison zu Buche. Seine Nominierung für die Kreisliga kam nicht von ungefähr. Die Leistungen auf dem Platz stimmen und im Gespann kann ihm jedes der Ligaspiele ohne Bedenken übertragen werden. Aber nicht nur als Schiedsrichter ist er engagiert. Er bringt sich im Gruppenausschuss ein und fungiert als Vertrauens-Schiri. Seine Meinung zählt, seine besonnene Art ebenso. Er sorgt stets dafür, dass die Kameraden aus seinem Wohnumfeld zu den Lehrabenden kommen und ist der Motor in diesem Bereich.“


Tabelle
1. Arnschwang (Ab) 1725 41
2. Willmering 1825 40
3. SG 1. FC Zandt ... 1820 34
4. U`traubenb. 1817 32
5. SG TV W`münchen (Auf) 1715 29
6. 1.FC Miltach 177 27
7. ASV Cham II 182 25
8. Michelsdorf 18-8 23
9. Thenried (Auf) 18-16 23
10. Neuk.-Balbin 18-9 21
11. SV Neubäu 17-18 16
12. Eschlkam 18-13 14
13. O'trübenbach 17-17 14
14. Beucherling 17-30 8
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