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Mittwoch 19.04.17 16:30 Uhr|Autor: Philipp Durillo
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Nenad Malis (links) wird die SG Kelkheim zum Saisonende verlassen. Archivfoto: Lorenz.

"Mir kommen fast die Tränen"

Berufliche Beanspruchung zu hoch: Nenad Malis verlässt nach einer Saison bereits wieder die SG Kelkheim +++ Gelingt dank formidabler Rückrunde der KOL-Titel?
KELKHEIM. Zynisch gesehen musste es ja irgendwie so kommen. Nachdem aus dem Spitzenquartett der Kreisoberliga Main-Taunus bereits die SG Bremthal, der FC Eddersheim II und die TuS Hornau verkündet haben, sich aus unterschiedlichen Gründen im Sommer von ihrem Trainer(-team) zu trennen, hat es nun auch den aktuellen Tabellenprimus SG Kelkheim erwischt. Zum Saisonende wird Coach Nenad Malis nach bereits einer Spielzeit von sich aus den Posten am Taunusblick räumen.

Grund für Malis` Demission ist die berufliche Beanspruchung, die in den vergangenen Monaten für den Kaufmann eines Frankfurter Holzfachhandels noch zusätzlich gestiegen ist. "Ich lebe leider nicht vom Fußball, sondern von meinem Beruf. Seit einigen Monaten muss ich einen enormen Spagat bewältigen, bin fast nur noch mit Arbeit und Fußball beschäftigt", beschreibt der Familienvater, dessen älterer Sohn Nico unter seiner Ägide bei den Kelkheimer Aktiven spielt, die Gemengelage. Der jüngere Filius Luca wird zudem regelmäßig samstags bei seinen Einsätzen für die Kelkheimer B2-Jugend supportet.

Tief verwurzelt, schrittweise hochgearbeitet

Malis selbst ist bereits seit Kindesbeinen mit der SG verwurzelt. Als aktiver Spieler stieg er mit der "Ersten" in die damalige Bezirksliga auf. Zwei schwere Knieverletzungen sorgten jedoch für ein viel zu frühes Karriereende beim heute 50-Jährigen. Nachdem er zahlreiche Jugendteams und die C-Klassen-Reserve in Kelkheim betreut hatte,  beerbte er zur aktuellen Saison den nach Unterliederbach abgewanderten Goran Dadic und erreichte damit sein persönliches Karriereziel. "Bereits vor etlichen Wochen habe ich dem Vorstand angedeutet, dass es für mich nicht mehr weitergehen könnte", beschreibt er den Entscheidungsprozess. Der Mannschaft teilte Malis sein Aus vergangene Woche nach dem 5:0-Sieg gegen Oberliederbach II mit. "Das war schon eine krasse Situation. Wir hatten gerade ein überragendes Spiel gemacht, als ich es der Truppe sagte. Danach war erstmal Funkstille", erinnert sich Malis.

Optimaler Abschied: Aufstieg

Angesichts der derzeitigen sportlichen Situation fällt Malis der Abschied noch einmal eine ordentliche Extra-Portion schwerer. Durch den jüngsten 4:3-Sieg bei Germania Okriftel eroberte die SG nach langer Durststrecke zumindest vorübergehend wieder den ersten Tabellenplatz zurück. Mit 10 Siegen aus 10 Spielen stellt man zudem die mit Abstand beste Rückrundenmannschaft. "Es läuft absolut fantastisch zur Zeit. Die Jungs sind klasse, jedes Puzzlestück passt momentan ineinander. Mir kommen fast die Tränen, wenn ich daran denke, dieses Team im Sommer abgeben zu müssen", trauert Malis. Mit dem Gruppenliga-Aufstieg könnte er sich optimal von seinem Verein verabschieden. Problem nur: Das wollen die anderen drei Trainer auch.

Hier die Trainerentscheidungen der anderen Aufstiegskandidaten im Überblick.

Bei der TuS Hornau hört Carlos Hemberger aus ähnlichen Gründen wie Nenad Malis auf. Sein Nachfolger wird der zur Winterpause in Eddersheim ausgeschiedene Andi Schreier.

Beim FC Eddersheim II legt das Trainer-Duo Christopher Reuter und Markus Wagner seine Aufgaben nieder. Nachfolger wird Okriftels Co-Trainer Benny Apidopoulos.

Bei der SG Bremthal verlässt Daniel Fröhlich nach zwölf Jahren die Kommandobrücke. Ihn zieht es zum Ligakonkurrenten FC Lorsbach, wie sich mittlerweile herausgestellt hat (Artikel folgt in den nächsten Tagen).

 
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