Polizeieinsatz in der Kreisliga B
Dienstag 10.03.15 15:30 Uhr|Autor: Ole Nowakowski4.342

Polizeieinsatz in der Kreisliga B

+++Polizei+++RTW+++Blut+++
Die SG Blau-Weiß Friedrichshain übernimmt die Tabellenspitze der Kreisliga B St. 5 - muss das aber teuer bezahlen. Ein Bericht von Ole Nowakowski, bei dem man nur den Kopf schütteln kann.


In den vergangenen Jahren haben wir im Berliner Amateurfußball einiges erlebt. Handgemenge, Drohungen und vor allem Wortgefechte sind Alltag. Die Leistungen der Schiedsrichter schwanken dabei so sehr, wie das Kanu bei einer Rafting-Tour auf der Moldau. Doch was vergangenen Wochenende beim SC Minerva passierte, widerspricht jeglicher Form des Wettkampfes, des sportlich fairen Umgangs und des Respekts. Fazit: vier Streifenwagen und ein Notarzt kamen zum Einsatz. In der Kreisliga B. Bei einem Fußballspiel! Leute, hallo..?! Der Spielbericht zum Nachlesen.

Ein Sonntag wie gemalt, fesches Wetter und Lust zu Kicken ließen die Endorphine sprudeln. Blau-Weiß kam schwer in die Partie und war anfangs bemüht Ordnung ins Spiel zu bekommen. Minervas Matchplan war klar: zerstören, mit dem Schiri diskutieren und die Murmel nach vorne hauen. Durch einen Freistoß kam der Gastgeber zur ersten Torchance und damit gleich zum ersten Tor, das Ding saß. 

Das Spiel war fortan zerfahren und von vielen Nicklichkeiten geprägt. Stets im Mittelpunkt, der Referee. Seine Linie? Nicht vorhanden. Seine Neutralität? Irgendwo zwischen dem letzten Faxe-Bier und dem morgendlichen Korn verloren gegangen. Es fällt schwer seine Leistung in Worte zu fassen, es fällt schwer seine Leistung objektiv in Worte zu fassen.  Man darf sich fragen, was in einem Menschen vorgeht, der an einer derart brutalen Entwicklung des Spiels verantwortlich ist, und im Anschluss der Partie keinen Meter neben einem blutüberströmtem und schwerverletzten Spieler sitzt, Zigarette raucht und Dosenbier trinkt. 

Noch einmal zurück zum Spiel. Friedrichshain war nach dem Rückstand bemüht wieder Ordnung und vor allem die nötige in Ruhe ins eigene Spiel zu bringen. Nach einigen gelungenen Angriffen war davon auch wieder mehr zu sehen. Minerva schlug die Bälle nach vorne, wo sie von Yves und Daniel wieder aufgenommen wurden.

Fritz und Jan zeigen wie es gehen kann

Nach einer schönen Kombination flankte Fritz auf Jan, der Ausgleich noch vor der Pause. Friedrichshain hatte deutlich mehr vom Spiel, aber wandelte die Überelegenheit nicht wirklich in Chancen um. Auch das Eckenverhältnis sprach eine deutlich Sprache, doch es blieb lange beim Unentschieden.

Die Schlussphase war an Hektik nicht mehr zu überbieten. Nachdem Blau-Weiss weiter Druck machte, lauerte Minerva auf den “Lucky Punch”. Erst kam Friedrichshain durch Fritz und Jan zu einer Doppelchance, im Anschluss lief Conny allein auf den Torwart zu und wurde am 16er klar und deutlich von den Beinen geholt. Was nach klarer Notbremse roch wurde vom Herrn Spielleiter mit keiner(!) Karte geahndet. Der Grund? Er habe nicht gesehen, wer ihn gefoult hat. Den Freistoß gab es aber trotzdem. 

In der 86. Minute fiel dann endlich das erlösende Tor zur Führung. Nach einer Ecke und Chaos im Strafraum legte Max den Ball ins rechte untere Eck. Friedrichshain jubelte und rannte quasi strahlend in die schlimmste Schlussphase, der jüngeren Vereinsgeschichte. Erst attackierte der gegnerische Kapitän(!) beim Zurücklaufen Daniel mit einem Faustschlag ins Gesicht. Daniel, sichtlich benommen und mit Disco-Auge, rang um Fassung und spielte zu Ende.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Auf dem Weg in die Kabine schlug der 8er des SC Minerve Fritz nieder und brach ihm mit voller Absicht die Nase. Was dann vor dem Vereinsheim der Gastgeber geschah, grenzte an Menschenverachtung. Fritz erhielt den Vorwurf auf der Treppe ausgerutscht zu sein und der Platzwart wollte die Kabine leeren, weil er doch schließlich bald Schluss machen müsse. Fritz und die Mannschaft standen da noch geschlossen vor dem Vereinsheim und wartete auf Polizei und Krankenwagen, Wahnsinn!

Ständige Provokation, selbst von Verantwortlichen

Anstatt sich in dieser Situation um die Beruhigung der Situation zu kümmern, warf man “arroganten Friedrichshainern” vor, nach Wedding zu kommen und den Lauf der Dinge quasi provoziert zu haben. Dem Schiedsrichter wurde im Anschluss vom SC Minerva eine ordentliche Leistung attestiert, der Brüller des Tages. Vor allem unsere jüngeren Spieler standen sichtlich unter Schock und werden noch einig Zeit brauchen, dieses Spiel hinter sich zu lassen. Der SC Minerva betreut auch mehrere Jugendmannschaften, beim Spiel selbst saßen viele Kinder am Spielfeldrand. Das es bei einem engen Spiel mal etwas zur Sache gehen kann, kein Problem. Wohlgemerkt auf beiden Seiten, dabei aber immer respektvoll und im Rahmen des Regelwerks. 

Vorsätzlich einem Menschen ins Gesicht zu schlagen zeugt weder von Respekt, noch sollten diese Spieler je wieder am Spielbetrieb teilnehmen dürfen. Scha(n)de, SC Minerva. Friedrichshain verließ die Kabine unter Polizeischutz.

Nach 2 Stunden Notaufnahme und reichlich Backup im Wartezimmer, erschien Fritz mit Strapse im Gesicht und konnte schon wieder lächeln. Daniel geht ebenfalls den Umständen entsprechend gut, aber auch er ist krankgeschrieben.

Tabellenführer!

Blau-Weiss profitierte von der Heimniederlage Zehlendorfs und klettert vorübergehend an die Tabellenspitze. Ein kleiner Trost nach einem aufwühlenden Sonntagnachmittag, der vor allem den Charakter dieser geilen Truppe bestätigt hat. Wie ein berühmter Dichter aus dem Kiez einmal zu sagen pflegte: 

"Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir stehen zusamm’ - auf dem Platz, der Tanzfläche und für ein Autogramm. Wir sind groß und nicht klein, wir sind Boyz from Blau-Weiss Friedrichshain!"

#forzafriedrichshain

Tore:

1:1 Jan (40., Kopfball, Fritz)

1:2 Max (86., Rechtsschuss, Fritz)

Einwechslung:

Ben für Till (36.)

Minh für Ruud (52.)

Till für Ole (65.)

Amel für Jan (75.)


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