Rück­kehr auf den Platz ist noch in wei­ter Fer­ne
Sonntag 06.12.20 02:21 Uhr|Autor: AA/dpa1.163
Foto: Alexander Fischer

Rück­kehr auf den Platz ist noch in wei­ter Fer­ne

Der Prä­si­dent des Fuß­ball­ver­ban­des Rhein­land glaubt nicht an ei­nen schnel­len Re-Start und äu­ßert Kri­tik am Trai­nings­ver­bot für Kin­der.
Seit gut einem Monat sind (auch) die regionalen Amateurfußballer in der Corona-Pause – und diese dürfte sich noch einige Wochen lang hinziehen. Die Entscheidungen der Politik, welche auf den aktuell hohen Fallzahlen basieren, lassen die Hoffnungen der heimischen Kicker auf eine rasche Rückkehr auf den Platz schwinden.


Die 13. Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz ist seit Dienstag in Kraft, und für den Breiten- und Amateursport bleibt es dabei: Weiterhin dürfen Freizeitathleten in Kontakt- und Mannschaftssportarten nicht trainieren und Wettkämpfe bestreiten. Einzelsportarten sind weiter im Freien und nur allein, zu zweit oder mit Personen aus dem eigenen Hausstand erlaubt.

Im Gespräch mit dem TV betont Walter Desch, der Präsident des Fußballverbandes Rheinland (FVR), dass Mitte Januar als ursprünglich angegebener frühestmöglicher Re-Start-Termin nur ein Anhaltspunkt für die Clubs gewesen sei: „Damit wollten wir den Vereinen Planungssicherheit bis ins neue Jahr geben.“ Angesichts der momentanen Situation geht auch der in Alterkülz im Rhein-Hunsrück-Kreis lebende Funktionär davon aus, dass „wir auf kei­nen Fall vor Fe­bru­ar/März auf den Platz kön­nen“.

Konkreter kann er nicht werden: „Auch wir als Verband müssen erst mal hoffen, dass sich die Lage entspannt. Und grundsätzlich gibt es in einer solchen Situation auch Wichtigeres als Fußball. Es geht um die Gesundheit eines jeden Einzelnen.“

Bei der Bund-Länder-Konferenz am 4. Januar könnten frühestmöglich eventuelle positive Aussichten für den Amateursport entwickelt werden, glaubt Desch.

Mögliche Szenarien für den weiteren Verlauf der Ende Oktober unterbrochenen Saison hat der FVR Mitte November vorgestellt (TV berichtete). Vieles ist dabei vorstellbar – vom Durchpeitschen des Restprogramms mit englischen Wochen über die Wertung der Hinserien etwa, Playoff-Runden zur Saisonverkürzung bis hin zum Abbruch der Spielrunde und deren Annullierung. Die neun Spielkreise sollen individuell entscheiden, wie sie hier verfahren. „Das erfolgt in Abstimmung mit unserem Verbandsspielausschuss“, sagt Desch und stellt dabei in Aussicht, dass dieses Gremium nicht gewillt sei, den Kreisen bei den Planungen Steine in den Weg zu legen.

Einstellen müsse man sich darauf, dass es unterschiedliche Regelungen gibt: „Es kann sein, dass zum Beispiel die Saison einer ersten Mannschaft in der Rheinlandliga verkürzt wird, die Runde der zweiten in einer Kreisliga bei nur noch relativ wenig auszutragenden Partien noch beendet werden kann.“

Allzu gerne hätte Desch bei der Landesregierung erwirkt, dass zumindest das Kindertraining im Freien wieder zugelassen wird – genauso, wie es mittlerweile in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt der Fall ist. Doch eine Videokonferenz mit Innenminister Roger Lewentz hat hier nicht den gewünschten Erfolg gebracht. „Teilweise ist das schon schwer nachzuvollziehen“, sagt der FVR-Präsident, „schließlich sind die Kids ja auch in der Schule zusammen und spielen hier in den AGs Fußball“. Während ihm auch schon Kritiker vorwarfen, dass es angesichts der pandemischen Lage weitaus Wichtigeres als Fußball gebe, würden sich Vereine an ihn wenden, die versuchten, den Nachwuchs irgendwie bei Laune zu halten: „Es kam auch schon die Anfrage, ob sich nicht einfach zwei Kinder auf dem Platz den Ball mit dem nötigen Abstand hin- und herspielen dürfen.“ Doch Desch sieht den Verband hier als falschen Adressaten: „Das müssten die Kommunen, denen die Plätze ja meist gehören, vor Ort entscheiden.“

Auch  DFB-Präsident Fritz Keller hat an die Politik appelliert, den Freizeit- und Amateursport nicht zu vergessen. „Bitte lasst die Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich wieder auf den Platz“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes. „Wir kennen Regeln“, betonte Keller mit Blick auf die Corona-Krise, bei der Vereine und Verbände im Sommer unter besonderen Hygieneauflagen bereits zum Spiel- und Trainingsbetrieb zurückkehren konnten. „Der Fußball und der gesamte Sport müssen in Zeiten der Krise, wie wir sie erleben, elementarer Bestandteil der Lösungsstrategie sein“, stellte Keller klar.


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