Abschied von Gunther Schneider
Mittwoch 28.08.19 12:33 Uhr|Autor: Kreis-Anzeiger1.456
Gunther Schneider

Abschied von Gunther Schneider

+++ Prägende Persönlichkeit der Büdinger Fußballszene mit 62 Jahren verstorben +++

Rainrod. Gunther Schneider, langjähriger Sportlicher Leiter des einstigen Büdinger Fußball-Aushängeschilds SC Viktoria Nidda, ist nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 62 Jahren in der vergangenen Woche verstorben. Am heutigen Mittwoch wird er in seinem Heimatort Rainrod beigesetzt. „Gunther hat sein wichtigstes Spiel verloren“ hieß es am vergangenen Samstag in der Traueranzeige seiner Angehörigen. Verloren hat aber auch die heimische Fußballszene eine starke Persönlichkeit, deren Leidenschaft für den Fußball keine Grenzen kannte.




2008 übernahm Schneider das Amt des Sportlichen Leiters beim damaligen Bezirksoberligisten SC Viktoria Nidda, als dieser in der Spielzeit 2007/2008 gerade noch so den Klassenerhalt geschafft hatte. Unter der Ära Schneider ging es auf der Gänsweid sportlich stetig bergauf. Schneider bastelte sich um seine beiden „Ziehsöhne“ Sven Diedrich und Jannik Jung eine Mannschaft zusammen, die in den Folgejahren – mal die Spielzeit 2013/2014 ausgenommen – stets in der Spitzengruppe der späteren Gruppenliga Frankfurt Ost vertreten war. Der ganz große Coup gelang dann 2017, als die Viktoria sich die Vizemeisterschaft holte und über die Relegation den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte. Sein großer Fußballsachverstand half Schneider bei seinen Kaderplanungen, denn bei den punktuellen Verstärkungen traf er eigentlich fast immer ins Schwarze. Gleiches gilt auch, was die in seiner Amtszeit vollzogenen Trainerverpflichtungen angeht. Ob Daniel Steuernagel, Stephan Belter, mit dem er sieben Jahre lang sehr vertrauensvoll zusammen arbeitete, oder zuletzt Carsten Weber, alle hatten von Beginn an Erfolg.

Ja, Schneider war auch ein Typ mit Ecken und Kanten und sein „Projekt Viktoria“ stand für ihn über allem. Er litt manchmal so stark mit, dass er während eines Spiels auch schon mal das Sportgelände verließ.

In Erinnerung bleibt das erste Aufstiegsrelegationsspiel zur Verbandsliga gegen Rot-Weiß Frankfurt, das mit einem 3:3 endete. 1.500 Zuschauer waren gekommen, doch der Sportliche Leiter der Viktoria war Mitte der ersten Halbzeit nicht mehr da. „Ich habe es nach dem 0:2-Rückstand hier einfach nicht mehr ausgehalten“, sagte er danach. Als sein Projekt im Jahre 2018 innerhalb weniger Wochen wie ein Kartenhaus zusammenbrach, selbst da wollte er trotz bereits verkündetem Rücktritt noch mithelfen zu retten, was nicht mehr zu retten war.

Bei seinem Heimatverein SV Rainrod, wo er bis zu seinem Tode als Sportlicher Leiter und Jugendleiter fungierte, war er gerade dabei, auf einer niedrigeren Ebene etwas Neues aufzubauen. Die Verpflichtung des Ex-Viktorianers Sven Diedrich als Spielertrainer war ein erster Schritt. Schade, dass Schneider den weiteren Werdegang seines Heimatklubs, der in der A-Liga gerade einen sehr guten Saisonstart hingelegt hat, nicht mehr miterleben darf. „Mit ihm fehlt unserem Verein und dem Fußball ein Enthusiast, den man nicht ersetzen kann“, heißt es in der Traueranzeige seines Heimatklubs. Dem ist nichts hinzuzufügen. Klaus Repp





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