
Der SC Viktoria Griesheim hat eine Woche nach dem 1:4 gegen den KSV Baunatal die nächste Klatsche gegen einen nordhessischen Vertreter der Hessenliga kassiert: Beim KSV Hessen Kassel unterlagen die Griesheimer am Samstagnachmittag mit 0:6 (0:2).
KSV Hessen Kassel - SC Viktoria Griesheim 6:0 (2:0)
Vor 1100 Zuschauern im fast 19 000 Fans fassenden Kasseler Auestadion hatten die Südhessen zu keiner Zeit etwas zu bestellen. „Wenn man das ganze Spiel betrachtet: keine Chance!“, konstatierte Viktoria-Trainer Richard Hasa. Und das gegen einen vermeintlichen angeknockten, weil mäßig gestarteten und womöglich noch vom Mittwochabend müden Gegner. Am Mittwoch hatten die Kasseler ihr Nachholspiel beim SC Hessen Dreieich bestritten, eine 2:0-Führung in den Schlussminuten noch aus der Hand gegeben und 2:2 gespielt. Hasa war Augenzeuge der Begegnung, ging mit seiner Elf beim KSV aber baden.
So sei klar zu sehen gewesen, „dass der Gegner hohe individuelle Qualität hat“. Umso erstaunlicher, dass Kassel trotz Spielern wie Alban Meha (trug in der Saison 2013/14 zwölf Treffer zum Bundesliga-Aufstieg des SC Paderborn bei) bisher nur fünf seiner 13 Spiele gewonnen hatte. Meha war es auch, der früh zum 1:0 traf (8.). Kurz drauf erhöhte Sebastian Schmeer auf 2:0 (11.). Die Griesheimer gerieten so früh auf die Verliererstraße.
Zwar hatte die Viktoria in dieser Runde schon einige Rückstände gedreht, kam in Kassel aber nie in Reichweite eines Punktgewinns. „Ich kann mich nicht erinnern, dass der gegnerische Torwart einmal eingreifen musste“, gab Hasa zu. Einziger Offensivaufreger aus Gästesicht war eine Aktion von Nick Volk kurz vor der Pause: Als er im Strafraum der Kasseler attackiert wurde, forderten die Griesheimer jedoch vergeblich Foulelfmeter.
Nach der Pause artete die Partie in ein Scheibenschießen aus. Marco Dawid entschied mit dem 3:0 die Begegnung (48.), Adrian Bravo Sanchez (61.), Nasuf Zukrolic (64.) und in Mahir Saglik ein weiterer Ex-Bundesliga-Profi (86.) erhöhten für den Fünftligisten. Im Gegensatz zur Baunatal-Partie, als die Griesheimer alle Tore nach Standards kassiert hatten, fingen sie diesmal alle Treffer aus dem Spiel heraus. Auch Fabian Windeck vermochte die Abwehr der Viktoria diesmal nicht zu stabilisieren.
Hasa zog nach bitteren 90 Minuten ein klares Fazit: „Wir waren nicht da und haben zu schnell die ersten Tore gekriegt. Hinten kamen wir meistens zu spät, der Gegner war technisch besser und handlungsschneller.“ Was die Hoffnung an „Bonuspunkte“ im hohen Norden rasch zunichte machte.