SpVgg - mehr als bedient: Schock nach drei Gegentoren in fünf Minuten
Mittwoch 13.01.21 14:55 Uhr|Autor: Münchner Merkur (Nord) / Amberg66
„Das war grob fahrlässig, dass wir da noch drei Tore bekommen haben“ sagt Hachings Trainer Arie van Lent. Foto: Robert Brouczek

SpVgg - mehr als bedient: Schock nach drei Gegentoren in fünf Minuten

Haching kassiert ganz bittere 3:4-Saisonpleite gegen Aufsteiger Verl - Mantl vor Absprung
SpVgg Unterhaching: Steve Kroll, Markus Schwabl, Robert Müller, Paul Grauschopf, Christoph Greger, Lucas Hufnagel (70. Niclas Stierlin), Alexander Fuchs, Luca Marseiler (78. Julien Richter), Max Dombrowka, Niclas Anspach (55. Moritz Heinrich), Patrick Hasenhüttl - Trainer: Arie van Lent
SC Verl: Robin Brüseke, Christopher Lannert, Yannick Langesberg, Lars Ritzka, Lasse Jürgensen, Mehmet Alp Kurt, Sascha Korb (58. Mael Corboz), Philipp Sander (80. Matthias Haeder), Kasim Rabihic, Aygün Yildirim (75. Patrick Schikowski), Berkan Taz - Trainer: Guerino Capretti
Schiedsrichter: Asmir Osmanagic
Tore: 1:0 Eigentor (42.), 1:1 Lars Ritzka (45.), 2:1 Patrick Hasenhüttl (60.), 3:1 Moritz Heinrich (76.), 3:2 Kasim Rabihic (87.), 3:3 Eigentor (88.), 3:4 Berkan Taz (90.)


Das war von allen neun Saisonpleiten die mit Abstand bitterste! Drei Tore und eine 3:1-Führung reichten der SpVgg Unterhaching im Nachholspiel gegen den SC Verl nicht zum Sieg – noch nicht einmal zu einem Punktgewinn.
  • Die SpVgg Unterhaching führte im Nachholspiel gegen den SC Verl bis zur 87. Minute.
  • Dennoch verlor das Team von Arie van Lent mit 3:4. 
  •  Der starke Aufsteiger brauchte in der Schlussphase nur fünf Minuten, um die Partie noch zu kippen.

 

Unterhaching– „Das ist kaum in Worte zu fassen“, rang Verls Trainer Guerino Capretti anschließend nach Erklärungen für den fulminanten Schlussspurt seiner Elf und gab zu: „Wir waren nicht die bessere Mannschaft. Wir waren die schlechtere Mannschaft, aber jetzt sind wir überglücklich.“ Hachings Chefcoach Arie van Lent fiel eine Analyse ebenfalls „sehr schwer. In den letzten fünf Minuten drei Tore zu bekommen, das kann eigentlich nicht sein. Ich weiß selbst noch nicht, wie ich das verdauen soll. Das haben die Jungs nicht verdient.“


Einen Kritikpunkt äußerte der Holländer dennoch sofort: „Wir haben zwar ein gutes Spiel gemacht, aber vier Gegentore sind zu viel, das muss man schon ansprechen. Wir haben uns hintenraus sehr naiv angestellt. Das hat der Gegner ausgenutzt. Und wegen der letzten fünf Minuten bin ich auch sauer.“ Vier Gegentore kassierten die Hachinger zum ersten Mal in dieser Saison. Dabei waren die drei eigenen Treffer nach dem 4:1 in Mannheim im Dezember schon die zweitbeste Ausbeute in der laufenden Spielzeit, in der vor allem die Offensive immer wieder Anlass zur Kritik gegeben hatte. Die SpVgg gab so ein gewonnen geglaubtes Match noch aus der Hand, dabei hatte es kurz vor dem Ende mit der Riesenchance zum 4:1 nach einem deutlichen Sieg ausgesehen.

SpVgg Unteraching verliert und muss auf Keeper Nico Mantl verzichten

Turbulent war schon die Schlussphase der ersten Halbzeit. Jürgensens Eigentor brachte die SpVgg in Führung, nachdem zuvor Verl die besseren Möglichkeiten gehabt hatte. Steve Kroll, der erneut den am Oberschenkel verletzten Stammkeeper Nico Mantl ersetzte, musste schon in den ersten zehn Minuten zweimal in höchster Not retten. Kroll sah dann aber in der 45. Minute nicht gut aus, als er aus dem Tor stürzte, die Flanke der Gäste aber nicht erwischte. Ritzka glich zum 1:1 aus. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung gibt die SpVgg in der Winterpause offenbar Stammkeeper Nico Mantl ab. Der Junioren-Nationalspieler soll zum Champions-League-Teilnehmer Red Bull Salzburg wechseln (siehe Bericht im überregionalen Sport).

Im zweiten Durchgang gab die SpVgg den Ton an. Nach toller Vorarbeit von Markus Schwabl musste Patrick Hasenhüttl nur noch einschieben (59.), die verdiente Unterhachinger Führung. Erneut Hasenhüttl und Alexander Fuchs hatten in den Minuten danach schon die Chance zum 3:1. Das erzielte schließlich der eingewechselte Moritz Heinrich nach einem Traumpass von Hasenhüttl (75.). Alles schien auf den ersten Dreier des neuen Jahres hinauszulaufen, erst recht, als wieder Heinrich fünf Minuten vor Schluss das 4:1 auf dem Fuß hatte, aber an Verls Torhüter Brüseke scheiterte. Max Dombrowka jagte den Nachschuss anschließend übers Tor.

SpVgg Unterhaching verliert spektakulär in der Schlussphase gegen Verl

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Ein Schuss aus 16 Metern von Rabihic (85.), ein höchst unglückliches Billard-Eigentor von Schwabl nach eine Glanzparade von Kroll (88.) und schließlich sogar noch ein erfolgreich abgeschlossener Konter von Taz in der 90. Minute stellten die Partie auf dem Kopf. Vor dem letzten Treffer leistete sich ausgerechnet Heinrich, der nach seiner Einwechslung viel Schwung in die Partie gebracht hatte, in der gegnerischen Hälfte einen leichtfertigen Ballverlust.

„Sehr ärgerlich“, fand van Lent, „wir hatten nach dem 3:1 alles im Griff und hätten auch das 4:1 machen können. Das war vielleicht die Schlüsselaktion. Die 3:1-Führung ging völlig in Ordnung. Aber dann war da schon eine Naivität, über die man reden muss, das war grob fahrlässig, dass wir da noch drei Tore bekommen haben. Da ist echt vieles schiefgelaufen.“ Haching rutschte in der Tabelle der Dritten Liga auf Platz 14 ab und näherte sich wieder gefährlich der Abstiegszone. Am Samstag ist der Tabellenvorletzte Magdeburg zu Gast im Sportpark.

FOTOS SpVgg Unterhaching - SC Verl

Verlinkte Inhalte

Interessante Artikel

Mathias Willmerdinger - vor
Kreisliga A1 Donau/Iller
Auf dem Höhepunkt seiner fußballerischen Laufbahn: Stefan Wannenwetsch (re.) versucht, Weltmeister Thomas Müller am Schuss zu hindern. Am Ende verlieren Wannenwetsch und der FC Ingolstadt vor 75.000 Zuschauern die Partie beim Rekordmeister mit 0:2.
Als Profi in die Kreisliga - mit 28: Die Story des Stefan Wannenwetsch

Die ungewöhnliche Geschichte des Ex-Löwen, der früh zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist

An den Tag, der sein Leben verändern sollte, kann sich Stefan Wannenwetsch noch ganz genau erinnern: "Das war am 11. Mai 2019, 37. Spieltag wir haben mit Hans ...

Redaktion - vor
3. Liga
Die Anhängerschaft von Türkgücü München ist zwar bereits vorhanden, steckt aber in Sachen Organisation noch in den Kinderschuhen.
Türkgücü-Fan Ümit Icöz: "Das alles liest man nicht gerne"

Türkgücü München ist weiterhin in aller Munde. Doch was denken eigentlich die, über die gesprochen wird? TG-Fan Ümit Icöz (36) im Interview

Der Rücktritt vom Rücktritt von Präsident Hasan Kivran, einhergehend mit großen Existenzsorgen; ein sich ...

Fussball Vorort / Thomas Oesterer - vor
3. Liga
Nicht nur Torjäger sondern auch Kämpfer auf dem Platz.
Sascha Mölders: Zuerst der Sieg - dann der Sechserpack in der Küche

Große Leistung - großer Hunger?

Ein Instagram-Video nach dem Ingolstadt-Sieg sorgt gerade für einige Schmunzler in den Sozialen Medien. Der kurze Clip zeigt Sascha Mölders, wie er sich sein Abendessen zubereitet  - gleich sechs Wurstsemmeln. ...

Thomas Seidl / PM - vor
Bayernliga Nord
Bei der SpVgg Unterhaching spielte er letzte Saison noch 3. Liga, jetzt wechselt Jim-Patrick Müller in die Bayernliga zur DJK Vilzing.
Transfer-Bombe: Vilzing holt Jim-Patrick Müller

Der 31-jährige Mittelfeld-Allrounder wechselt von der SpVgg Unterhaching an den Huthgarten

16 Einsätze in der zweiten Bundesliga (4 Tore), 166 Drittliga-Spiele (23 Tore). Alleine diese nackten Zahlen zeigen, dass Jim-Patrick Müller ein gestandener Pr ...

Pascal Edenhart / Redaktion Fussball Vorort - vor
3. Liga
Angeblich pochen beide Leistungsträger auf einen Wechsel.
Hammer bei Türkgücü! Top-Duo Sliskovic und Sararer bald weg?

Angeblich drängen beide Leistungsträger auf einen Wechsel

Wie der „Kicker“ erfahren haben will, wollen die beiden Topspieler Petar Sliskovic und Sercan Sararer Türkgücü unbedingt verlassen. Wir haben nachgehakt.

Mathias Willmerdinger - vor
Bezirksliga Unterfranken West
Bundeskanzlerin Angela Merkel (li.)und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklären die bis 14. Februar getroffenen Beschlüsse.
Amateursport weiter im Abseits: Stillstand bis 14. Februar ausgeweitet

Harte Geduldsprobe: Der Lockdown wird wieder einmal verlängert

Mittlerweile ist es traurige Gewohnheit: Der sogenannte "Lockdown" ist erneut verlängert worden. Bis zum 14. Februar soll die Bevölkerung weiterhin Kontakte auf ein Minimum herunterfahren ...

Tabelle
1. SG Dynamo (Ab) 2014 38
2. TSV 1860 2122 37
3. F.C. Hansa 2010 35
4. Ingolstadt 206 35
5. Türkgücü Mün (Auf) 215 33
6. SC Verl (Auf) 208 31
7. Saarbrücken (Auf) 204 30
8. SV Waldhof 210 30
9. HallescherFC 21-6 30
10. SV Wehen Wie (Ab) 203 29
11. Zwickau 19-2 25
12. FC Bayern II 190 24
13. KFC Uerding. 19-3 24
14. Viktor. Köln 21-10 24
15. SV Meppen 20-7 23
16. FC K´lautern 21-7 21
17. Haching 21-8 21
18. Magdeburg 21-10 21
19. VfB Lübeck (Auf) 20-6 20
20. MSV Duisburg 21-13 18
ausführliche Tabelle anzeigen

FuPa Hilfebereich