
„Einfach können wir offenbar nicht“, meinte der etatmäßige SCU-Kapitän Martin Stroetges, der in Homberg wegen einer Erkrankung zum Zuschauen verdammt war, mit Blick auf das neuerliche Herzschlagfinale. Vorige Saison hatten die Nettetaler den Aufstieg erst im letzten Spiel der Relegation perfekt gemacht. Dass es wieder so nervenaufreibend wurde, lag daran, dass die bis vor dem letzten Spieltag 42 gesammelten Punkte nicht reichten, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Der ETB SW Essen und der SC-West konnten noch vorbeiziehen, wenn Nettetal nicht gewinnt.
Den Essenern gelang das durch einen Kantersieg gegen Speldorf, die Westler schauten am Ende trotz einer tollen Aufholjagd im Saisonfinale in die Röhre. „Ein großes Dankeschön an TuRU Düsseldorf, die noch mal alles reingehauen haben“, sagte Nettetals Trainer Andreas Schwan, der im Moment des Triumphs auch noch anerkennende Worte für die Gastgeber fand: „Im Namen des SC Union Nettetal gratuliere ich dem VfB Homberg zu einer absolut überragenden Saison. Es ist beeindruckend, wie ihr das bis zum Schluss durchgezogen habt.“ Denn nach zuvor sechs Siegen in Folge machten die Homberger auch gegen Nettetal deutlich, dass sie nicht ansatzweise gewillt waren, Geschenke zu verteilen.
Sie taten trotz der tropischen Temperaturen alles, um sich von den eigenen Fans mit einem Sieg in die Sommerpause zu verabschieden. Doch der überragenden individuellen Qualität und spielerischen Klasse setzten die Gäste vom ersten Moment an mannschaftliche Geschlossenheit und unbändigen Willen entgegen. Dabei mauerte der SCU aber nicht nur, sondern versuchte, den Gegner früh im Aufbau zu stören und suchte auch immer wieder seine Chance im Umschaltspiel, wenn sich die Räume dazu boten. Weil dabei aber oft die Präzision und Passgenauigkeit fehlte, wurde es nie richtig gefährlich, dazu mussten schon Distanzschüsse her.
Die Homberger hatten dagegen etliche klare Chancen, die entweder der mal wieder überragende SCU-Keeper Tim Tretbar oder die Latte (57.) vereitelten. Im Laufe der zweiten Hälfte schwanden dann auf beiden Seiten dir Kräfte, so dass sich das Remis in der letzten Viertelstunde abzeichnete. Bei den Nettetalern kehrten die Kräfte spätestens zurück, als das Happy End klar war. Von Homberg ging’s direkt ins Vereinsheim nach Nettetal, um angemessen weiterzufeiern.