Kuriose Elfmeter-Entscheidung: Haching patzt in Münster
30. Spieltag - Sonntag: Trotz klarer Feldvorteile unterliegt die Schromm-Elf mit 1.2 beim Abstiegskandidaten
von Mathias Willmerdinger · 07.06.2020, 15:32 Uhr · 0 Leser
Hachings Keeper Nico Mantl und Kollegen kassierten in Münster die zweite Pleite in Folge und verpassten den Sprung auf Platz zwei. – Foto: Sven Leifer
Nach den Löwen hat sich auch die SpVgg Unterhaching im Aufstiegsrennen einen Ausrutscher geleistet. Die Elf von Claus Schromm verlor trotz spielerischer Überlegenheit mit 1:2 beim Abstiegskandidaten in Münster. Die zweite Pleite in Folge für die Hachinger. Den großen Aufreger der Partie gab`s kurz nach der Pause, als Schiedsrichter Lukas Benen nach einem vermeintlichen Handspiel der Hausherren auf den Punkt zeigte, nach minutenlangen Diskussionen - aber ohne Videobeweis – mit seinem Assistenten seine Entscheidung aber revidierte.
Haching legte nach der Heimpleite gegen Ingolstadt los wie die Feuerwehr und schnürte die Preußen in der Anfangsphase regelrecht ein. In der 14. Minute stellte aber Lucas Cueto den Spielverlauf auf den Kopf, als er nach einem Chip-Ball von Julian Schauerte die Kugel über die Linie bugsierte. Münster blieb weiter eiskalt: Nächster Chance, nächster Treffer nur zehn Minuten später! Wieder legte Schauerte über den rechten Flügel vor, Marco Königs staubte aus kurzer Distanz zum 2:0 ab (24.). Fazit des ersten Durchgangs: Die Gäste aus Oberbayer hatten zwar zumeist den Ball, aber die Tore erzielten die effizienten Gastgeber.
Nach dem Seitenwechsel waren erst wenige Sekunden gespielt, als Münsters Ole Kittner einen Schuss aus halblinker Position vermeintlich mit der Hand abwehrte. Die TV-Bilder zeigten: Kittner war tatsächlich nicht mit der Hand am Ball, mit dem Gesicht fälschte er die Kugel ab. Referee Lukas Benen hatte diese Bilder freilich nicht zur Verfügung, nahm aber nach Minuten des Wartens seine Entscheidung doch zurück. Unterhachings Coach Claus Schromm meinte zu der Szene:
"Wenn`s kein Elfmeter war, dann wollen wir auch keinen. Es gab aber noch zwei, drei andere Situationen, da hätte es der Schiedsrichter besser machen können und auf den Punkt zeigen können."
Die Hachinger gaben im zweiten Abschnitt richtig Gas, mehr als der Anschlusstreffer wollte aber nicht gelingen. Eine Viertelstunde vor dem Ende zog Felix Schröter von rechts in die Mitte und schlenzte das Leder wunderbar rechts oben ins kurze Eck (76.). Die Schlussoffensive der SpVgg war nicht von Erfolg gekrönt. "Verrückt, dass wir so ein Spiel verlieren. Aber so etwas gehört halt einfach dazu. Bei beiden Gegentoren stellen wir uns im Zweikampf nicht gerade clever an", grantelte ein sichtlich angefressener Claus Schromm nach Schlusspfiff. Münsters Coach Sascha Hildmann war schier aus dem Häuschen: "Extrem wichtig für uns im Abstiegskampf. Ein Sieg, den wir mit viel Leidenschaft geholt haben. Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte viel Aufwand betrieben. Wenn der Schiedsrichter den Hand-Elfmeter nicht zurückgenommen hätte, hätte ich an nichts mehr geglaubt." Für die Hachinger geht`s am Mittwoch mit dem wegweisenden Top-Spiel zuhause gegen die Eintracht aus Braunschweig weiter.