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Interview

"Dumba" und Erbendorf - zwei Teams in Lauerstellung

Rückblick Kreisliga Nord +++ Tabellenplätze 5 und 6 +++ Für den SC Kirchenthumbach und den TSV Erbendorf liegt Rang 2 noch in Reichweite

von Werner Schaupert · 04.02.2020, 08:00 Uhr · 0 Leser
Sowohl der TSV Erbendorf (links Spielertrainer Muhammet Dal), als auch der SC Kirchenthumbach konnten sich nach eher bescheidenem Saisonstart in die vordere Tabellenregion vorarbeiten und machen sich noch berechtigte Hoffnungen auf Platz 2.
Sowohl der TSV Erbendorf (links Spielertrainer Muhammet Dal), als auch der SC Kirchenthumbach konnten sich nach eher bescheidenem Saisonstart in die vordere Tabellenregion vorarbeiten und machen sich noch berechtigte Hoffnungen auf Platz 2. – Foto: Dagmar Nachtigall
Im Rahmen unseres Rückblicks auf die bisher absolvierten Partien der Teams in der Kreisliga Nord beschäftigt sich FuPa heute mit den Mannschaften auf den Tabellenplätzen 5 und 6. Mit einem Abstand von nur sechs Zählern auf Rang 2 haben hegen sowohl der SC Kirchenthumbach, als auch der TSV Erbendorf noch Hoffnungen, am Ende als "Vize" durchs Ziel zu gehen.

SC Kirchenthumbach 5. Platz 8/2/6 26 Punkte 29:26 Tore

Nur wenige Vereine der Kreisliga gaben vor dieser aktuellen Spielzeit bei der Formulierung ihres Saisonziels wirkliche Ambitionen auf einen Spitzenplatz preis. Eine dieser auf eine starke Saison spekulierende Truppe war der SC Kirchenthumbach, der sich vornahm, in der Endabrechnung unter den ersten Fünf zu landen. Dabei hatte es in der Sommerpause im Kader der Mannen von Daniel Klempau nur wenige Veränderungen gegeben, vier Neuzugänge konnte man präsentieren, davon zwei aus der eigenen Jugend. Verzichten musste man dagegen auf Lukas Retsch, der eine Pause einlegte. Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele liessen nun die Vermutung zu, dass es in puncto aktuelle Verfassung noch Luft nach oben gab.

Am 1. Spieltag galt es nun, gleich eine eher unangenehme Auswärtsaufgabe zu lösen. Beim Neuling in Haidenaab durfte man damit rechnen, dass der Gastgeber noch die Aufstiegseuphorie in sich trägt und deshalb mit entsprechend großem Engagement zu Werke gehen wird. Zudem war dieses Match aufgrund der nur geringen Entfernung der Orte zueinander fast als Derby anzusehen, da galten sowieso eigene Gesetze. Egal wie, ein erfolgreicher Start wurde angestrebt, schon aufgrund des angestrebten Platzes im vorderen Tabellendrittel sollte beim Neuling der volle Ertrag eingefahren werden. Am Ende stand schließlich ein 0:0 zu Buche, mit dem man auch einigermaßen zufrieden war.

Das danach folgende Programm der Klempau-Männer hatte es in sich. Mit Ausnahme der Partie beim TSV Erbendorf (dort holte der SC beim 3:0 auch einen Dreier), prallte man bis zum Spieltag 6 nur auf ambitionierte Teams, die im vorderen Drittel der Tabelle erwartet wurden. Und deren Frühform schien dann auch besser zu sein, denn in den drei Heimmatches gegen Vohenstrauß (1:5), Plößberg (1:3) und Weiden-Ost (1:3) gingen die Jungs um Kapitän Johannes Böhm leer aus und fanden sich plötzlich in den hinteren Regionen des Klassements wieder. So hatte man sich den Saisonauftakt natürlich nicht vorgestellt, da musste schleunigst eine Wende her. Die Begegnung mit dem Aufsteiger aus Störnstein in Runde 7 sollte dann den Knoten auch zum Platzen bringen, das 5:2 läutete eine bis zum 15. Spieltag andauernde Erfolgsserie ein, in der (mit Ausnahme eines torlosen Remis gegen die DJK Weiden), alle Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden, die sich „Dumba“ in den Weg stellte. 22 Zähler in Folge ließen den SC in den Aufzug „nach oben“ einsteigen, spätestens ab dem 11. Durchgang am 6. Oktober (3:1-Derbysieg gegen Tremmersdorf) fanden sich die Schützlinge von Daniel Klempau dort ein, wo sie sich am wohlsten fühlen, nämlich im Kreise der Mannschaften, die zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten gehören. Dass es nun nicht ganz gereicht hat, bis gar auf Platz 2 vorzustoßen, war den beiden Auswärtsniederlagen zum Ende des vergangenen Jahres geschuldet. Beim Ligaprimus in Vohenstrauß setzte es ein 1:4, in Plößberg stand nach 90 Minuten ein 0:2 auf der Anzeigetafel.

Nun, zu Beginn der Restrückrunde - der SC reist dabei am 29. März zum Spitzenspiel in den Weidener Osten - befindet sich der SC Kirchenthumbach mit sechs Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz mit den Mitkonkurrenten aus Erbendorf und Dießfurt quasi in „Lauerstellung“. Bei einem Sieg gegen die Ostler würden die Männer von Daniel Klempau, der sich für FuPa zu einem kurzen Interview zur Verfügung gestellt hat, sicher richtig „dick“ ins Geschäft einsteigen, wenngleich der SC-Coach äußert, dass der in der Endabrechnung auch mit dem derzeitig innehabenden Tabellenplatz 5 leben könnte.


Daniel, kurze Einschätzung des bisherigen Saisonverlaufs, bist du zufrieden?

Daniel Klempau (34): Bei so einer Frage muss man immer das große Ganze berücksichtigen und reflektieren. Auch im Laufe dieser Saison hatten wir wieder viel zu viel Verletzte und haben deshalb einige Punkte liegen lassen, die einfach wichtig sind wenn man ganz oben mitspielen will. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Moral und mit der Leistung, die wir bisher gezeigt haben.


Was habt ihr euch für die Restrückrunde vorgenommen?

Wir wollen unseren Tabellenplatz halten, das ist das Ziel.

Wird es im Winter personelle Veränderungen geben?

Nein es wird weder Neuzugänge geben, noch verlassen uns Spieler.

Wie verläuft die Vorbereitung?

Wir starten nächste Woche und ich hoffe, dass auch die verletzen Spieler wieder zum Kader dazustoßen werden.

Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf im Spiel deiner Mannschaft?

Es gibt immer Verbesserungsbedarf, egal ob im Angriffsspiel oder Abwehrverhalten.

Welches Team in der Liga hat dich positiv, welches negativ überrascht?

Positiv überrascht hat mich Hirschau, die Jungs haben es geschafft, die Euphorie mit in die Saison zu packen und stehen deshalb zurecht ganz weit oben.

Wer wird deiner Einschätzung nach am Ende ganz oben stehen, wer wird wohl die Liga verlassen müssen und wo siehst du deine Truppe in der Abschlusstabelle?

Ein Blick auf die Tabelle reicht, um diese Frage zu beantworten. Vohenstrauß spielt einen überragenden Fußball und wird deshalb sicher aufsteigen. Zu der Frage wer die Liga verlassen muss, will ich mich wie immer aus Respekt nicht äußern. Und wir, wie schon gesagt, wollen Platz 5 verteidigen.

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TSV Erbendorf 6. Platz 8/2/6 26 Punkte 38:42 Tore

Nach einer sehr zufriedenstellend absolvierten Punkterunde 2018/19, ein 6. Rang stand für die junge Erbendorfer Truppe am Ende zu Buche, wollte sich die Steinwaldelf auch in der neuen Spielzeit im Bereich des vorderen Tabellendrittels einordnen. Nach zwei Jahren, in denen er den personellen Umbruch beim TSV mit voran getrieben hat, hatte sich Coach Stefan Rupprecht im Mai verabschiedet und suchte eine neue Herausforderung. Der "Neue" auf der Kommandobrücke war praktisch ein "Altbekannter", denn mit Muhammet Dal (zuletzt selbst spielender Co-Trainer und gleichzeitig Coach der "Zweiten") hatte ein Mann aus den eigenen Reihen nun das sportliche Sagen. „Mo“ nahm sich vor, mit neuen Ideen den eingeschlagenen Weg mit den Jungs aus dem Kreinzl-Stadion fortzusetzen, hierzu stand ihm ein nahezu unverändertes Spieleraufgebot zur Verfügung.

Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit verlief gut, dennoch wusste die Steinwaldelf Ende Juli noch nicht so recht, wo sie steht. Denn nahm man den Verlauf der Testspiele als Gradmesser, war es schwierig, die aktuelle Form des TSV zu beschreiben, zu unterschiedlich waren die Ergebnisse. Eines stand jedoch fest, die Standfestigkeit der Dal-Männer wurde schon zum Auftakt in höchstem Maße geprüft, denn in Vohenstrauß baute sich gleich eine der höchsten Mauern auf, die es zu überwinden galt. So bedurfte es quasi von 0 auf 100 einer starken Leistung, um dem Favoriten erfolgreich Paroli zu bieten. Mit einer 0:2-Niederlage kehrte man wohl in die Heimat zurück, doch hatte man sich gut aus der Affäre gezogen.

Die Ergebnisse in den folgenden drei Auftritten jedoch erweckten für den neutralen Beobachter den Eindruck, dass dem TSV eine schwere Saison bevorstehen würde. 2:6 gegen Plößberg, 0:3 gegen „Dumba“ und gar 0:8 (allerdings stark ersatzgeschwächt) bei den Ostlern in Weiden. In Erbendorf dagegen blieb man ruhig, denn man wusste um die Qualität der Truppe, die diese dann im Heimspiel gegen Hirschau das erste Mal auf den Platz brachte. Dieses nicht unbedingt zu erwartende 4:1 gegen die Kaoliner sollte die Initialzündung sein für eine mehr als beeindruckende Erfolgsserie, die den schon zum Abstiegskandidaten erklärten TSV Woche für Woche weiter in der Tabelle nach oben katapultierte. Die gesamte restliche Vorrunde blieb die Dal-Crew ungeschlagen (insgesamt 10 Wochen), erst der Ligaprimus aus Vohenstrauß zum Rückrundenstart die schon fast unheimlich anmutende Phase des Ungeschlagenseins. Nach einer weiteren Einbuße in Plößberg zeigten die Männer um die Torjäger Sandro Hösl und Bastian Wiesent dann in der finalen Partie des Jahres gegen den FC Weiden-Ost noch einmal, warum sie mittlerweilen in der Spitzengruppe angekommen war. Nach dem knappen 2:1 überwintern die „Gelb-Schwarzen“ auf Rang 6 mit 6 Punkten und einem Spiel Rückstand auf den aktuellen Zweiten aus Plößberg.

In dieser Tabellenregion fühlt sich die Steinwaldelf nun wohl, möchte dort weiter verweilen und im Buhlen um den Aufstiegsrelegationsplatz vielleicht noch ein Wörtchen mitreden. Spielertrainer Muhammet Dal blickt in einem kurzen Interview mit FuPa zurück und gibt Einblick in aktuell Interessantes rund um sein Team.

Mo, kurzer Rückblick auf die bisher absolvierten Spiele. Bist du mit dem Gezeigten bisher zufrieden?

Wir hatten einen mehr als schwierigen Start mit vier Niederlagen am Stück, auch weil sich meine Mannschaft eine Veränderung unserer Spielweise erst verinnerlichen musste. Nach dem ersten Sieg gegen Hirschau haben wir uns aber stabilisiert und kein Spiel mehr in der Hinrunde verloren. Deswegen müssen wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein.

Was ist euer Ziel für die im März beginnende Restrückrunde?

Unser Ziel ist es, noch ein paar Tabellenplätze nach oben zu klettern.

Hat sich in der Winterpause am Kader etwas verändert?

Externe Neuzugänge haben wir keine. Auch haben wir keinen Abgang zu verzeichnen. Jedoch kehrt unser Kapitän, Philipp Heindl, nach einem Kreuzbandriss wieder zurück. Er konnte bislang noch kein Spiel in dieser Saison machen. Erfreulich ist auch, dass der ehemalige Spielführer, Christoph Müller, wieder zum Kader stößt. Er konnte längere Zeit nicht mehr wegen einer schweren Knieverletzung spielen.

Wie verläuft euere Vorbereitung?

Offizieller Start der Vorbereitung ist Samstag, 15. Februar. Höhepunkt ist ein viertägiges Trainingslager am Gardasee Anfang März, an dem 40 Mann teilnehmen.

An welchen Stellschrauben musst du deiner Meinung nach noch drehen?

Wir wollen uns in jedem Mannschaftsteil verbessern bzw. weiterentwickeln.

Zum Schluss wollen wir von dir eine Prognose. Wer wird das Rennen um Platz 1 machen, wer muss runter in die Kreisklasse und wo wird die Steinwaldelf am Saisonende stehen?

Die Meisterschaft ist der SpVgg Vohenstrauß nicht mehr zu nehmen. Sie hat sich bereits einen riesigen Vorsprung auf die Verfolger erspielt. Zum Thema Absteiger möchte ich mich nicht äußern, weil ich das keiner Mannschaft wünsche. Und wir? Wie schon gesagt, wir wollen, wenn möglich, noch ein paar Stufen auf der Tabellenleiter nach oben steigen.