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Donnerstag 18.05.17 20:02 Uhr|Autor: Dominik Hassel (BZ)3.244
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Torschütze und Kommunikator auf dem Feld | Foto: Patrick Seeger

Für den Aufstieg holt Felix Roth alle ins Boot

Der SC Freiburg II kann am Samstag die Rückkehr in die Regionalliga perfekt machen. Mit einem Heimsieg im letzten Saisonspiel zum Oberligatitel
Der SC Freiburg II kann am Wochenende eine außergewöhnliche Saison krönen und den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga klar machen. Gegen den Tabellenvierten TSG Balingen hat es die Mannschaft von Trainer Christian Preußer am letzten Spieltag selbst in der Hand, mit einem Heimsieg die Meisterschaft in der Oberliga zu feiern und den Zwei-Punkte-Vorsprung auf Verfolger FSV 08 Bissingen zu wahren. Anpfiff zum alles entscheidenden Ligafinale ist am Samstag um 15.30 Uhr im Möslestadion.

Wer in diesen Tagen mit Christian Preußer und Felix Roth ins Gespräch kommt, der mag zunächst etwas verwundert sein. Euphorie sucht man vergebens, die Vorfreude auf die mögliche Rückkehr in die Regionalliga kommt nur zögerlich zum Vorschein. Man könnte das als Tiefstapelei auslegen oder, und das liegt wohl näher, als Professionalität. Bei Mittelfeldantreiber Felix Roth klingt das so: „Wir wollen am Samstag den letzten Schritt gehen, dann ist es eine richtig gute Saison.“ Und Trainer Christian Preußer ergänzt: „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir das Spiel gewinnen. Balingen hat Qualität. Die haben wir aber auch.“

Bescheidenheit, das weiß man, ist eine Freiburger Tugend. Und so ist die zwischen Anspannung und Selbstbewusstsein schwankende Stimmungslage denn auch zu erklären. Am Samstag hat es die U23 des Sportclubs selbst in der Hand. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf Verfolger Bissingen, der sein Spiel beim Offenburger FV gewinnen muss, um die Chance auf den Direktaufstieg zu wahren. Bei einem Unentschieden der Freiburger würden die Rechenspiele losgehen: Bissingen müsste in diesem Fall mit drei Toren Unterschied gewinnen, um den Sportclub noch von der Tabellenspitze zu verdrängen.
Das Saisonfinale bedeutet für die Breisgauer also Chance und Risiko zugleich. Nach einem furiosen Kalenderjahr 2017 mit elf Siegen und zwei Unentschieden ist der Regionalliga-Absteiger aber selbstbewusst. Preußer: „Wir beschäftigen uns nicht damit, was wir verlieren können, sondern damit, was wir gewinnen können. Und das ist eine ganze Menge.“

Der Wiederaufstieg würde eine außergewöhnliche Spielzeit krönen, die auch das Ergebnis einer ehrlichen Aufarbeitung der Abstiegssaison ist: Martin Schweizer übergab an Christian Preußer und wechselte in die sportliche Leitung der Fußballschule. Zugleich wurden in Matti Langer, Ivica Banovic und Felix Roth erfahrene Spieler verpflichtet, die ein stabiles Grundgerüst bildeten, um das sich die jungen Spieler freischwimmen konnten.

Dass der Kader die Qualität für den Titelgewinn haben könnte, war Preußer schon vor dem ersten Training bewusst. Dennoch hielt der Trainer den Ball flach – aus gutem Grund: „Ich konnte die Spielstärke der anderen Vereine noch nicht einschätzen.“ Außerdem wäre die Aufgabe nicht leichter geworden, nur weil man offiziell den Aufstieg als Saisonziel ausgerufen hätte: „Alle anderen sagen eh, wir müssten aufsteigen, weil wir die beste Mannschaft hätten, das meiste Geld, die größte Professionalität. Schlagen wollen sie uns aber trotzdem“, erklärt Preußer die Situation.

Jedoch zogen es Mannschaft und Trainer vor, sich auf das Wesentliche, auf die tägliche Trainingsarbeit zu konzentrieren. So konnten sie zu einer geschlossenen Einheit werden, die sich auch nicht von einer Schwächephase vor der Winterpause aus der Bahn werfen ließ. „Uns hat ausgezeichnet, dass der Umgang im Team auch in schwierigen Momenten gut war“, betont Roth das intakte Mannschaftsgefüge.
Für den gebürtigen Durbacher bedeutete die Rückkehr nach Freiburg im vergangenen Sommer das Ende einer sechsjährigen Zeit im österreichischen Profifußball. „Die Aufgabe, als erfahrener Spieler die U23 zu führen, hat mich gereizt“, erklärt Roth. „Es war immer in meinem Kopf drin, nach Freiburg in die Fußballschule zurückzugehen und vielleicht später als Jugendtrainer hier zu arbeiten.“

Roths fußballerische Qualität lässt sich an den Zahlen ablesen: Zwölf Tore erzielte der 29-Jährige selbst, sieben weitere bereitete er vor. Aber nicht nur auf dem Platz ist Roth eine wichtige Stütze. Preußer schätzt an ihm, „dass er alle anderen mitnimmt. Er ist ein wichtiger Ansprechpartner.“ Roth selbst hatte im Sommer eine klare Erwartungshaltung: „Nach dem Abstieg wollten wir mit dem Kader den bestmöglichen Erfolg als Mannschaft, aber natürlich auch für jeden einzelnen Spieler.“ Schließlich kommt einer U23 in erster Linie die Aufgabe zu, den Nachwuchs für die Profimannschaft auszubilden. „Ich hoffe, mich in diesen Prozess durch Gespräche und Erfahrungen einbringen zu können“, so Roth.

Der Fokus richtet sich am Wochenende aber auf die entscheidenden 90 Minuten im Möslestadion, wenn das Adrenalin pumpt und die Spannung mit den Händen zu greifen ist. Gegen Balingen hoffen Roth und Preußer wieder auf eine große Kulisse, die den Sportclub schon vor zwei Wochen gegen Neckarsulm lautstark unterstützte. „Man nimmt so ein Spiel ganz anders wahr“, ist Roth überzeugt. „Das kitzelt noch ein paar Prozent aus einem heraus.“ Vorher wird Preußer seine Jungs heiß machen. „Nach seinen Ansprachen vor dem Spiel will man rausgehen und alles zerreißen, das macht einfach Spaß als Spieler“, gibt Roth einen Einblick in die Momente vor dem Anpfiff.

Der Vizemeister muss schon am kommenden Mittwoch in der Aufstiegsrunde ran. Doch wenn die Regionalliga am Samstag direkt klar gemacht werden sollte, dürfte die Stimmung nach dem Spiel überschwänglich werden. Bis dahin wird professionell gearbeitet. Alles andere würde zum SC Freiburg auch nicht passen.

 
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