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Montag 06.03.17 08:55 Uhr|Autor: Pascal Warnke306
F: Bock

Prenzlau verkürzt den Rückstand auf Bernau

SC Blau-Weiß Energie gewinnt souverän mit 4:1 gegen Forst Borgsdorf
Mit einem sehr souveränen 4:1-Sieg eröffnete der Prenzlauer SC Energie seine „Naturrasen-Saison“ im heimischen Uckerstadion und bestand auch gegen den hartnäckigen Verfolger aus Borgsdorf sicher.

So oder so ähnlich dürfte sich das Prenzlauer Trainerduo Heiko Stäck und Jörg Scharein diesen Matchauftakt vorgestellt haben. Die abermalige Umstellung hin zur inzwischen 13. Startelf-Version dieser Saison entstammte weitestgehend den sehr guten Wintertests und funktionierte sofort. Nach ihren kreativen Pausen durften Marcel Blume und Artur Wojach wieder mittun, Außenverteidiger Arek Mysona und Stürmer-Rookie Eric Ziese räumten ihre Plätze auf dem in 2017 noch ungenutzten Prenzlauer Grün. Erneut auf der Wechselbank nahm Michael Kraft Platz. Heiko Stäck probierte es, wie vor einer Woche, in der Innenverteidigung wieder mit Wellington Schäfer und Geburtstagskind Pawel Wojtalak. Für die Regie im Mittelfeld zeichnete abermals Robert Sikorski verantwortlich, ihn flankierten Marcel Blume und Bartosz Barandowski auf den Außenbahnen. Das bislang äußerst erfolgreiche Taktik-System mit einer nominellen Spitze ergänzte Torjäger Stephan Bethke – und wie. Kaum rollte der Ball, versuchten sich die Teams gut einzurichten. Borgsdorf mit der ersten guten Möglichkeit über links: nach einfachem Fehler im Spielaufbau verkürzte Prenzlaus Goalie Marcin Markiewicz geschickt den Winkel und klärte überragend im kurzen Eck (8.). Was hüben nicht klappte, sollte drüben besser funktionieren. Bartosz Barandowski, wohl einer der besten Offensiv-Vorbereiter der Liga, donnerte einen punktgenauen Steilpass tief in die Hälfte der „Förster“ und fand seinen Kollegen Stephan Bethke. Nahezu unbedrängt vollstreckte der aktuell erfolgreichste „Knipser“ zum 1:0 (9.). Borgsdorfs Pläne für diese 17. Saisonpartie dürften schon zu diesem frühen Zeitpunkt kräftig durchkreuzt worden sein, Trainer Steffen Diering allerdings schimpfte nur kurz mit seinen Aktiven. Ohnehin steckte in dieser Ansetzung einiges Vorentscheidendes für beide Mannschaften, insbesondere der Anschluss nach oben galt als Kriterium. Zumindest die uckermärkischen Aufsteiger aber bestanden diese abermalige Bewährungsprobe, auch wenn das hauchdünne 1:0 noch wenig Grund zur Euphorie bot. Für die Gäste hingegen bestätigte sich ein leiser Trend, der schon in der Vorwoche zum fast dramatischen ersten Saison-Untergang an der heimischen Bahnhofstraße führte – eine unrunde Offensive ohne ideenreichen und kraftvollen Unterbau im Mittelfeld. Der FSV verlor vor einer Woche nicht nur die 1:0 Halbzeitführung, sondern zerbrach förmlich gegen zunehmend auftrumpfende Chemiker aus Premnitz am Ende mit 1:4 (erste Heimniederlage der Saison). Am Samstag jedoch verpassten es auch die Prenzlauer, bereits im ersten Durchgang, für etwas mehr Sicherheit zu sorgen. Immer wieder Bartosz Barandowski – sein Schlenzer von der linken Strafraumgrenze schrammte knapp rechts am Kasten von Christan Strehk vorbei (20.). Kurz darauf eine Mini-Chance für die Gäste nach Solo über rechts. Prenzlaus Innenverteidigung wackelte bei der schwierigen Hereingabe, konnte aber im letzten Augenblick noch gerade so klären (28.). Auf der anderen Seite brannte es ebenso. Wieder startete der unbändig fleißige Bartosz Barandowski über rechts, in allerletzter Sekunde klärte die FSV-Hintermannschaft vor dem einschussbereiten Marcel Blume (32.). Längst war es an der Zeit, für einen deutlicheren Vorsprung zu sorgen. Die Prenzlau blieben zwar klar besser, aber wieder zu verschwenderisch mit eigenen Möglichkeiten. Wieder Blume, diesmal per Standard. Von halblinks flog das Geschoß straff in die Mitte – fast noch ein Eigentor (38.). Nach einer nächsten Blume-Flanke von links scheiterte Stephan Bethke in der Mitte mit einer zu ungenauen Ballannahme (43.). Erst als die Stadionuhr eindringlich mit der nahen Halbzeitpause drohte, legte Artur Wojach nach starkem Ballgewinn in der eigenen Hälfte herrlich für Bartosz Barandowski auf. Der 28-Jährige drippelte grußlos auf Förster-Keeper Christian Strehk zu und verlud den Schlussmann quasi mit dem Pausenpfiff sicher zum 2:0 (44.). Naturgemäß der wohl vorentscheidende Treffer, insbesondere psychologisch so kurz vor der Halbzeitpause. „Na, es geht doch!“ – so der Pausen-Tenor auf der Tribüne. Wohlgemerkt: es war eine äußerst faire Partie, die Referee Mathias Hoppe mit kräftig viel Fingerspitzengefühl leitete – nicht eine Karte bislang!

Beide Trainer sahen keinen Grund zum Wechseln. Während die Gäste nun eher auf Schadensbegrenzung bedacht waren, übten sich die Energetiker weiter im konstruktiven Spielaufbau. Hatten die blau-weißen Anhänger auf der überraschend dünn besetzten Tribüne im Uckerstadion eher ein aggressives Kopf-an-Kopf-Rennen befürchtet, dominierte ihr SC das Verfolgerduell auch in Durchgang zwei weiter. Und wieder war es ein starker Ballgewinn in der eigenen Hälfte, der Prenzlaus Stephan Bethke gar einen Sololauf ermöglichte. Die hoch aufgerückte Defensive der Gäste ließ dem 30-Jährigen viel Raum zum lehrbuchhaften Konterspiel. Letztlich konnte auch Christian Strehk das wohl entscheidende 3:0 nicht mehr verhindern (52.). Nach Eckball vom emsigen Marcel Blume donnerte Barandowski volley auf Schlussmann Strehk, der das Leder aber grandios parieren konnte – toll (58.). Und wieder loderte es lichterloh vor Strehk, der einen exzellenten Job hinlegte. Nach geschickter Kombination fand sich Robert Sikorski allein vor dem Förster-Schlussmann, legte quer ab auf Barandowski, der jedoch aus arg spitzem Winkel „nur“ das Außennetz traf (64.). Fast, wie ein Bewerbungsvideo, mutet die Torwartleistung von Christian Strehk an. In seinem variablen Spiel glänzte er auch als „Quasi-Libero“. Bei einem nächsten SC-Angriff lief er erst weit aus seinem Kasten, während es Artur Wojach mit einer hohen Flanke auf den nimmermüden Bartosz Barandowski probierte. Strehk eilte geistesgegenwärtig zurück in sein Refugium, nur so konnte er den guten Kopfball noch festhalten – ein faszinierender Schlussmann (76.). Auf der anderen Seite brannte nicht mehr wirklich viel an in der SC-Hälfte, die Kreisstädter besannen sich eher auf Ergebnissicherung, während sich das Team von der Oberhavel kaum mehr in die riskante Offensive wagte. Die Partie verflachte etwas, was die Stimmung auf der Tribüne aber kaum trübte.

Moderne Medien machten es möglich, Stadionsprecher und etliche Ticker präsentierten längst die Zwischenstände aus den anderen Stadien der hoch-spannenden Liga. Insbesondere die drohende Pleite des Spitzenreiters im Stadion der Chemiearbeiter sorgte für zufrieden-staunende Blicke im Publikum. Die fleißigen Akteure unten auf dem Rasen aber wussten freilich nichts davon, Prenzlau zog zur Schlussviertelstunde noch einmal an. Abermals verdiente sich der schnelle Bartosz Barandowski einen „Assist-Point“, sein Zuspiel von der rechten Außenbahn auf Stephan Bethke gelang präzise. Bethke trug sich zum nun 20. Mal in die Trefferliste seines Teams ein – 4:0 (78.). Die Luft war endgültig ´raus aus der Begegnung, der Ehrentreffer kurz darauf darf allenthalben als versöhnlicher Schlusspunkt gelten. Timo Buer verlud Marcin Markiewicz sehr geschickt im Prenzlauer Kasten, der damit zum fünften Mal in Folge ein Gegentor hinnehmen musste – 4:1 (81.). Und doch: am überlegenen Punktgewinn gab es nichts mehr zu deuteln – die insgesamt äußerst faire Partie endete souveräner, als von vielen erwartet. Der sechste Heimsieg im achten Anlauf bedeutete gleichsam die sechste Auswärtspleite der Förster in neun Partien. Für die Borgsdorfer kommt die Chance zur Wiedergutmachung bereits in einer Woche, wenn der Vorletzte aus Pritzwalk an den Oranienburger Stadtrand reist. Prenzlau hingegen steht vor der nächsten Nagelprobe, denn am Samstag erwarten Chef-Energetiker David Schimmelpfennig und seine SC-Kollegen die starken Premnitzer im Uckerstadion.

 
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