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Montag 20.03.17 11:29 Uhr|Autor: Ulrike Schwahn264
Bartosz Barandowski traf doppelt für Prenzlau. F: Bock

Beeindruckende Aufholjagd von Prenzlau in Pritzwalk

SC Blau-Weiß Energie dreht Rückstand im Duell der Aufsteiger
Die Qualität zeigt sich im Alltag – Prenzlaus Energie-Elf belohnte sich in einer schwachen Partie der Aufsteiger untereinander gegen den Pritzwalker FHV mit viel Geduld am Ende selbst.

Seit über vier Monaten ungeschlagen, sieben Ligasiege und zwei Remis in Folge, 29:6 Tore in netto 810 Spielminuten seit dem 0:0 in Schwedt am 19. November, das ist einmalig in der laufenden Landesliga. Gewiss beeindruckende Werte, zumal sie sich ausgerechnet ein Aufsteiger ans blau-weiße Revers heften darf. Prenzlaus Kicker schafften bereits Großartiges und sortieren sich selbst doch immer wieder eher kleinteilig und zurückhaltend in die Gemengelage von Brandenburgs zweithöchster Spielklasse ein. „Wir waren heute richtig schlecht, von der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber sehr viel, was der Pausenstand ja auch belegte.“ Außenverteidiger Enrico Bressel analysierte bereitwillig und selbstkritisch den Samstag-Auftritt seiner Mannschaft beim kräftig abstiegsbedrohten FHV in Pritzwalk. Tatsächlich bekamen die Uckermärker kaum einen Fuß auf den guten Prignitzer Rasen, „NullDrei“ blieb stets gefährlich. Die Schwierigkeiten, die der SC im 19. Ligaauftritt offenbarte, durchweg auf seine bislang älteste Startelf dieser Spielzeit (Ø 32,6 Jahre) zurückzuführen, ginge ebenso fehl, wie übertriebene Einzelkritiken. „Wir machten vor allem im Spielaufbau zu viele Fehler und verloren selbst die kurzen Bälle untereinander unnötig.“, auch Stürmer Eric Ziese sparte nicht mit ehrlichen Erklärungsansätzen. Wirkliche Torchancen brachten beide Mannschaften lange nicht zustande, das Niveau im Duell der Neulinge blieb bestens überschaubar. Eigentlich „nur“ einer von vielen Prenzlauer Fehlpässen vor dem FHV-Strafraum sollte dann aber doch noch etwas Spannung in diesen ersten Durchgang bringen. Den anschließenden langen Ball konnte Energie-Verteidiger Arek Mysona nicht klären. Den Querpass in die Mitte nutzte Sylvio Münch und schob gekonnt zum durchaus verdienten 1:0 für die Platzherren ein (40.). Dieser Halbzeitstand verblüffte auch in den anderen Arenen – Zehdenick, Teltow und Premnitz hielten jeweils ein gutes 0:0 daheim, während Bernau bereits zur Pause klar mit 2:0 führte. Die Spitzengruppe also auf Kurs, nur die Männer vom Uckersee drohten zu patzen.

Weder Marcel Lublow beim FHV, noch Prenzlaus Chef-Coach Heiko Stäck und sein Co.-Trainer Jörg Scharein sahen Gründe für Spielerwechsel. Die Kabinenansprache aber schien besonders bei den Gästen zu verfangen. „In die zweite Halbzeit kamen wir viel besser hinein, hatten die Gastgeber nun gut im Griff.“ Eric Ziese saß zwar noch artig auf der Reservebank, der Youngster aber erkannte, wie wohl jeder andere in der Dinnebier-Arena auch, den tollen Antritt von Energie-Knipser Stephan Bethke. Für 03-Schlussmann Marcus Boldt blieb kaum eine Wahl, er holte den aktuell besten Torjäger der Ligasaison strafbar von den Beinen – keine Frage, ein eindeutiger Foulelfmeter. Genau, das gab’s eine Woche zuvor schon einmal. Gegen Premnitz vollstreckte Bartosz Barandowski souverän, und auch in Pritzwalk zappelte sein Ball im Netz – unhaltbar oben links, endlich der Ausgleich zum 1:1 (54.). Die Gäste übernahmen nun die Herrschaft auf dem Platz, das Selbstvertrauen war zurück. Dennoch brauchten Kapitän David Schimmelpfennig und seine Kollegen noch einmal lange, um die Ausgangslage komplett zu drehen. Nach einem üppigen Gewimmel vor dem Kasten von Marcus Boldt zeigte abermals Prenzlaus Außenstürmer Bartosz Barandowski enormen Willen und köpfte zum umjubelten 2:1-Vorsprung in die grün-weißen Maschen (73.). Zu diesem Zeitpunkt konnte Eric Ziese den kräftig belebten Charakter seiner Energetiker bereits aus nächster Nähe beobachten, vier Minuten zuvor kam der 18-Jährige für seinen 40-jährigen Mittelfeld-Regisseur Robert Sikorski (69.). „Die Moral im Team hat mir abermals mächtig imponiert, diese Mannschaft kann jeden in der Liga schlagen!“ Die endgültige Entscheidung leitete dann wieder einmal der Kapitän ein. Durch einen herrlichen langen Pass legte David Schimmelpfennig für seinen Stürmer Stephan Bethke auf, der gekonnt per Lupfer über den erneut chancenlosen Boldt hinweg seinen 22. Saisontreffer markierte – 1:3 (80.).

Am Ende trafen sie dann doch wieder zu, die vermeintlichen Vorgaben aus der leidig oft bemühten „Papierform“. Pritzwalk kommt abermals nicht vom Fleck, Prenzlau dagegen marschiert in Lauerstellung weiter mit im Gleichschritt der „Top-Drei“ an der Klassementspitze. Erwähnenswert speziell im Aufsteiger-Duell: es war eine wahrlich faire Partie, die Referee Niklas Behnke aus Borgsdorf und sein Team jederzeit souverän im Griff hatten. Die zwei Foulspiel-Verwarnungen gegen die Gastgeber, wie auch *keine Karte* beim Elfmeter gingen in Ordnung. Prenzlau aber blieb bereits zum sechsten Mal ohne jeden Karton und führt weiter die ligaweite Fairnesstabelle an.

 
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