Wer zuerst lacht, lacht am besten
Dienstag 31.07.18 13:44 Uhr|Autor: Augsburger Landbote / Oliver Reiser1.170
Ein Königreich für einen Schattenplatz! Das dachten sich auch die Ersatzspieler des SC Altenmünster (von links Marius Henkel, Mohammed Mahmoud und Max Wollmann), die es sich hinter einer Werbebande bequem machten. Am Ende konnten sie sich über den ersten Saisonsieg des Bezirksliga-Aufsteigers freuen. Foto: Oliver Reiser

Wer zuerst lacht, lacht am besten

Während die hoch gehandelten TSV Gersthofen und TSV Meitingen zum Auftakt derbe Niederlagen beziehen, startet Aufsteiger SC Altenmünster mit einem Sieg

Bei der Präsentation der Bezirksligateams vor dem Eröffnungsspiel in Ecknach wurde der Landesliga-Absteiger TSV Aindling allgemein als der Topfavorit bezeichnet. Klar, dass das den TSV-Verantwortlichen weniger gefällt, weil diese Einstufung zu einer Bürde für die Kicker werden könnte. Am Ende musste man sich mit einem 1:1 zufriedengeben. Wer wie der VfL Ecknach dem Absteiger einen offenen Schlagabtausch liefern kann, der darf selbstbewusst in die weitere Saison gehen. „Ecknach gehört für mich zu den Topteams“, konstatierte Aindlings Trainer Thomas Wiesmüller.




Beim TSV Aindling saßen mit Michael und Tobias Hildmann, Alexander Lammer oder Thomas Kubina Hochkaräter auf der Bank. Das dürfte nicht allen gefallen haben. Zumindest von Kubina wird kolportiert, dass er zu seinem Heimatverein TSV Dinkelscherben zurückkehren will. Bis zum 30. August ist dies als Vertragsamateur möglich. „Er hat uns kontaktiert“, bestätigt Abteilungsleiter Martin Mehr, „und wir könnten ihn angesichts unseres dünnen Kaders auch gut gebrauchen. Aber weder er noch wir haben bisher Gespräche mit dem TSV Aindling geführt.“

Zu den Topteams und Favoriten wurden auch der TSV Meitingen und der TSV Gersthofen gezählt. Beide erlebten zum Saisonstart handfeste Debakel, landeten mit 0:4-Niederlagen krachend auf dem harten Boden der Tatsachen. „Das Schöne an solchen Spielen ist, dass man sie nicht schönreden kann“, sagt Meitingens Abteilungsleiter Torsten Vrazic dazu sarkastisch. „Das war nicht Pech, das war Unvermögen.“ Dabei schien in der in Rathaus-Apotheken-Arena umbenannten Spielstätte in den Lechauen noch vor Spielbeginn ein Euphoriesiakum verteilt worden zu sein. Weit über 200 Zuschauer hatten sich eingefunden. Sie zollten der Darbietung der TSV-Kicker in den ersten 20 Minuten Szenenapplaus. „Das war Tiki-Taka-Fußball“, so Vrazic. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker lautet ein bekannter Werbespruch. Und tatsächlich: Nach einem Abspielfehler von Florian Bauer, der zum 0:1 führte, geriet der TSV ins Wanken. Als nach einem Sonntagsschuss auch noch das 0:2 fiel, musste man alles nach vorne werfen und fing sich noch zwei Treffer und eine Rote Karte gegen Torhüter Daniel Wagner ein. Am Ende stand eine 0:4-Klatsche gegen den Aufsteiger SV Holzkirchen zu Buche. „Wenn ich es nicht wüsste, dass sie es können, würde ich daran zweifeln“, sagt Vrazic. „Es hat sich schon bei der Weltmeisterschaft gezeigt, dass spielerisch gute Mannschaften Probleme bekommen, wenn der Gegner mit elf Mann hinten drin steht. Vielleicht müssen wir da unsere Spielweise ändern“, zeigt er sich enttäuscht, dass im weiteren Spielverlauf keiner im Team mehr fähig war, den Hebel umzulegen: „Das war so wehrlos.“ Wie schockiert die Verantwortlichen waren, beweist die Tatsache, dass Vrazic und Trainer Pavlos Mavros nach einer schlaflosen Nacht bereits um fünf Uhr morgens miteinander telefonierten.

Dass man so abgeschossen wird, hat auch Florian Fischer, Teil des Spielertrainer-Duos beim TSV Gersthofen, schockiert. „Wir werden das analysieren“, kündigt er nach der 0:4-Pleite beim TSV Nördlingen II an. „Doch in erster Linie muss jeder vor der eigenen Haustür kehren und sich selber hinterfragen.“ Fischer hofft, dass dieses 0:4 ein Weckruf war, der den TSV wieder in die richtige Richtung bringt. Sozusagen ein Streichergebnis, das man ganz schnell wieder aus den Köpfen verbannen muss. Dass zehn Stammspieler aus der letztjährigen Vizemeistermannschaft gefehlt haben, lässt der kickende Coach nicht Ausrede gelten: „Jeder hat den Anspruch, dass er in der Bezirksliga spielt. Wir müssen mit dem klarkommen, was wir haben.“

Eher dem Kreis der Abstiegskandidaten wurde der SC Altenmünster zugedacht. Doch einzig und allein der Aufsteiger hat von den drei Vereinen aus dem Augsburger Land die ersten drei Punkte auf dem Konto. Nach sieben Jahren der Abstinenz konnte gegen den SV Donaumünster-Erlingshofen mit dem ehemaligen Altenmünsterer Ewald Gebauer auf der Trainerbank ein 2:0-Sieg gefeiert werden.


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