Neu in der Liga: SV Bliesmengen-Bolchen
Freitag 31.07.20 11:17 Uhr|Autor: Jo Frisch/ Bor. Neunkirchen1.223
Die Mannschaft des Aufsteigers aus Bliesmengen-Bolchen Foto: Frisch

Neu in der Liga: SV Bliesmengen-Bolchen

Wir stellen vor: Die Aufsteiger in die Saarlandliga (1) / Für „Mengen“ der größte Erfolg der Vereinsgeschichte / Kader bleibt komplett zusammen / Ziel: Klassenerhalt
Vor zwei Jahren waren sie noch knapp gescheitert. Mit 3:6 hatten sie das Relegationsspiel um den Aufstieg in die Saarlandliga gegen die Sportfreunde aus Rehlingen und Fremersdorf verloren. Fast 800 Fans in Großrosseln sahen packende 120 Minuten, in denen den Roten, leidenschaftlich unterstützt von ihren zahlreichen Fans, in der Verlängerung die Puste ausging. Doch jetzt haben sie es geschafft: Zum ersten Mal spielt der SV Bliesmengen-Bolchen in der Saarlandliga. „Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte“, jubelte der Spielausschussvorsitzende Stefan Ruppert, nachdem am Ende des virtuellen Verbandstages des Saarländischen Fußballs die Saison für abgebrochen und der SVB zum Meister der Verbandsliga Nordost erklärt worden war.


„Letztlich war es eine Art Corona-Meisterschaft, wir hätten es gerne auch auf dem grünen Rasen zu Ende gebracht. Dennoch ist der Titelgewinn verdient, wir müssen uns nicht schämen“, so Trainer Patrick Vitt, der mit Blick auf den Achtelfinaleinzug im Saarlandpokal (3:6 gegen Diefflen) und die starke Hallenrunde (Bliesmengen verpasste nur denkbar knapp die Masters-Teilnahme) von einer „rundum gelungenen Saison“ sprach. Vier Punkte betrug beim Ausbruch der Pandemie der Vorsprung vor dem härtesten Widersacher im Titelkampf, Peter Rubecks SG Ballweiler. Zu den Höhepunkten der Spielzeit gehörten die deutlichen Siege gegen die beiden anderen Meisterschaftsanwärter SG Marpingen-Urexweiler und den SV Hellas Bildstock, die mit 7:0 bzw. 4:1 regelrecht aus dem Mandelbachtal hinausgefegt wurden. Auch der 2:1-„Kirwe-Sieg“ im Saarpfalz-Derby gegen den SV Rohrbach bliebt in bester Erinnerung.


Insgesamt wurden 18 Spieler eingesetzt. Nico Valentini, Oliver Schramm, Marius Bauer und Jeremy Buch waren dabei in 18 (von 19) Spielen auf dem Platz. Als bester Torschütze zeichnete sich der spielende Co-Trainer Matthias Munz aus, der 15mal einnetzte. „Matze wird auch in der Saarlandliga seine Tore machen“, ist Trainer Vitt von den Qualitäten seiner Nummer 9 überzeugt, schließlich gehört Munz schon seit Jahren zu den verlässlichsten Stützen der „Menger“. Der gesamte Kader hat ausnahmslos für die neue Saison verlängert, als Neuzugänge stoßen die Stürmer Dominic Nasshan (20, vom SC Halberg-Brebach) und Luca Curcio (22, vom SV Auersmacher) dazu. „Wir hätten schon noch ein paar mehr Spieler verpflichten können, doch sind wir den Jungs gegenüber dankbar, die den Aufstieg geschafft haben, und haben vollstes Vertrauen, dass sie sich auch in der höheren Spielklasse behaupten können“, erläutert der Spielausschussvorsitzende Ruppert die personellen Planungen.

Szene aus der Relegation im Jahr 2018

Szene aus der Relegation im Jahr 2018 Foto: Frisch

Davon ist auch der Coach überzeugt, der seiner Truppe großes Steigerungspotential bescheinigt und sie im Hinblick auf das fußballerische Vermögen für absolut konkurrenzfähig hält. „Im physischen und läuferischen Bereich und im Zweikampfverhalten müssen wir aber definitiv eine Schippe drauflegen, um mithalten zu können“, so Patrick Vitts Einschätzung. Auf Saarlandliga-Erfahrung können neben den beiden Neuzugängen auch Torhüter Marco Curcio (beim SV Bübingen, spielte mit Elversberg II sogar in der Oberliga), Mittelfeldspieler Sascha Bickelmann (mit Auersmacher und Bübingen) und Maximilian Escher (mit Bübingen) vorweisen. Aber auch andere wie zum Beispiel Lorenzo und Paolo Valentini, die beide mit der U17 des 1. FC Saarbrücken in der Bundesliga kickten, haben eine hervorragende fußballerische Ausbildung genossen.

Die Vorfreude auf die Saarlandliga ist jedenfalls im ganzen Verein und in den um 1900 zusammengewachsenen und vereinigten Gemeinden Bliesmengen und Bolchen groß. Vor allem die Duelle mit dem „großen“ Nachbarn aus Auersmacher stehen im Fokus des Interesses. „Da wünsche ich mir das Heimspiel bei der Kirmes“, hofft Patrick Vitt, der gespannt darauf ist, „auch mal andere Sportplätze zu sehen. Wir dürfen unter anderem im riesigen Ellenfeld-Stadion bei der Borussia in Neunkirchen antreten. Hinzu kommen herausfordernde Aufgaben wie beispielsweise in Dillingen“, so der Trainer. Herrensohr, Auersmacher, Brebach und Mettlach, aber auch die Borussia zählt Patrick Vitt zu den Kandidaten, die am Ende der Spielzeit 2020/21 ganz oben stehen können. Das eigene Ziel wird, adäquat für einen Neuling, mit „Klassenerhalt“ formuliert.

Das Stadion in Bliesmengen mit dem Logo des Fanclubs.

Das Stadion in Bliesmengen mit dem Logo des Fanclubs. Foto: Frisch

Um das zu erreichen, wird auch der 2020 neu gegründete Fanclub mit dem klingenden Namen „L´orda rossa“ mithelfen, der die Mannschaft mit Pauken, Trompeten und Fahnen unterstützt und zudem ein ehrgeiziges Projekt verfolgt: „Wir treten mit der Bitte an Euch heran, Eure liebgewonnenen Erinnerungsstücke für uns rauszusuchen. Denn wir verfolgen ein ehrgeiziges Ziel: Deutschlands größtes Vereinsmuseum/Archiv im Amateurfussball! Egal, ob ein altes Trikot, eine verwaschene Trainingsjacke, vergilbte Fotos, nostalgische Aufkleber oder ausgerissene Zeitungsartikel – alles wird benötigt und ist von Bedeutung“ ist auf der facebook-Seite des Fanclubs zu lesen. Auf eines kann sich der Aufsteiger aus Bliesmengen-Bolchen also ganz offensichtlich verlassen: Auf den Zusammenhalt. „Wir brennen alle“, sagt der Trainer. Das entspricht auch ganz dem Wahlspruch der Gemeinde im Mandelbachtal im Saarpfalz-Kreis: „Wo Jung unn Alt sesammehalt“, heißt es dort im saarländischen Dialekt. (-jf-)

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