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Donnerstag 13.07.17 16:02 Uhr|Autor: RP / Kurt Theuerzeit1.415
F: Dirk Staubesand

"Unser Projekt ist nicht beendet"

Der Trainer des Bezirksliga-Aufsteigers Rheydter SV spricht über den Kader für die neue Saison, die Entwicklung des Klubs und seine eigenen Ambitionen.
Die ersten Schritte in die große Welt des Fußballs gelangen René Schnitzler 2004 mit Leichtigkeit. Sogar Einsätze in der U20-Auswahl waren ihm ein Jahr später vergönnt. Borussias hoffnungsvoller Torjäger wechselte dann zum FC St. Pauli und wurde in Hamburg in den Wettskandal verwickelt.

Vom DFB wurde er 30 Monate für alle Funktionen gesperrt. Durch das Landgericht Bochum wurde er 2015 vom Wettbetrug freigesprochen. Zu diesem Zeitpunkt spielte er schon beim Rheydter Spielverein, stieg mit dem Traditionsverein als Spieler bis in die Kreisliga A ab und übernahm dann den RSV als Trainer. Nun konnte er seinen ersten Trainererfolg mit dem Aufstieg des RSV in die Bezirksliga feiern.

Ist der Aufstieg nicht auch ein Schritt zur weiteren Rehabilitation?

Schnitzler Ich brauche keine Rehabilitation mehr. Nach der sicherlich schwierigen Zeit für mich hatte ich keine Lust mehr, mit Fußball noch irgendetwas zu tun zu haben. Ich hatte das Glück, dass mir der Spielverein die Chance geboten hat, wieder die Freude an diesem Sport zu finden, der eigentlich mein Leben sehr bestimmt.

Aber die ersten Schritte beim waren alles andere als erfolgversprechend.

Schnitzler Wenn man von der Landesliga bis in die Kreisliga A durchgereicht wird, kann man nicht einmal mit dem Finger schnippen und alles geht wieder in Höchstgeschwindigkeit nach oben. Da mussten die richtigen Leute gefunden werden, die auf dem Platz und außerhalb des Platzes mit anpacken. In dieser Hinsicht war unser erstes Jahr in der Kreisliga A ein Probelauf. Der vierte Platz konnte sich sehen lassen. In der vergangenen Saison sind wir dann souverän Meister geworden und aufgestiegen.

Sie haben dabei vor allem auf erfahrene Spieler gesetzt.

Schnitzler Das stimmt nicht. Wir haben im Team genau die richtige Mischung gefunden, die man auch braucht, um ein erfolgreiches Team auf den Platz zu bringen. Ich bin erst 32 Jahre als. Ferdi Berberoglu ist zwar 36 Jahre alt, aber er hat die Kondition eines 25-Jährigen. Dazu spielen bei uns eine Reihe Talente, die sich sicher im Laufe der nächsten Jahre noch weiter entwickeln werden. Torwart Fabian Münten ist 21, Tobias Krämer 23, Silvio Cancian 23, Samed Korkmaz 22. Die brauchen noch Routiniers an ihrer Seite, um sich allmählich weiter zu steigern.

Allerdings ist immer wieder zu hören, dass Spieler beim Spielverein recht gut verdienen können.

Schnitzler Gegen Gerüchte kann ich nichts machen. Wir geben nicht mehr Geld aus als uns zur Verfügung steht. Wir haben allerdings ein System gefunden, dass das Alter, die Leistungsfähigkeit und die Erfahrung der Spieler berücksichtigt und erfolgsorientiert ist. Wenn wir viermal in Folge verlieren, kann keiner etwas verdienen. Mit den Spielern werden vor der Saison die Prämien individuell besprochen. Ist der Spieler einverstanden, unterschreibt er und spielt bei uns. Insofern arbeiten wir verglichen auf sehr niedrigem Niveau wie im Profibereich.

Gehen Sie davon aus, dass Sie in der kommenden Saison sparen können?

Schnitzler Wir sind kein Sparverein, werfen aber auch das Geld nicht einfach in die Luft. Wir werden auf jeden Fall mit unserem Etat klar kommen, auch wenn wir eine recht hohe Punktzahl erreichen können. Ich denke, dass wir am Saisonende mit der Spielzeit in der Bezirksliga zufrieden sein werden. Unser Stamm und die Neuzugänge lassen uns recht optimistisch sein.

Wenn Sie jetzt wieder Lust auf Fußball bekommen haben. Reizt es Sie nicht, eine höherklassige Mannschaft zu übernehmen?

Schnitzler Ich hatte schon etliche Anfragen. Aber wir haben beim Spielverein etwas ins Rollen gebracht. Zudem hat der Verein mir sein Vertrauen geschenkt. Schließlich sind wir mit unserem Projekt noch nicht am Ende angekommen. Ich will hier weiter mit Leidenschaft, Lust und Spaß am Fußball entwickeln.

 
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