Amateurfußball wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren
Donnerstag 29.10.20 09:43 Uhr|Autor: Münchner Merkur8.625

Amateurfußball wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren

Die Maßnahmen im Überblick: Fußball, Mannschaftssport und Schwimmen ist verboten Joggen ist erlaubt
Was bleibt den Fußballern jetzt noch, nachdem der Amateurbetrieb eingestellt worden ist?


München – Das Ziel ist klar formuliert: Familien und Freunde sollen sich zu Weihnachten wieder ohne größere Angst treffen können. Doch dafür müssten sich alle jetzt erst mal deutlich einschränken, meinen Bund und Länder. Die bundesweiten Maßnahmen sollen am Montag in Kraft treten und bis Ende November gelten. Bereits nach zwei Wochen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderregierungschefs Bilanz ziehen. Ein Überblick, der auch den Amateurfußball betrifft:

Sport: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Individualsport, etwa allein oder zu zweit joggen gehen, ist weiter erlaubt. Profisport wie die Fußball-Bundesliga ist nur ohne Zuschauer zugelassen. Noch am Mittwoch hatte BFV-Präsident Dr. Rainer Koch im Interview mit dem Münchner Merkur auf die Frage, ob es bei dem steigenden Inzidenzwert noch verantwortbar ist, dass weiterhin Fußball gespielt wird, gesagt: "Alle Gesundheitsfragen werden ausschließlich von der Regierung vorgegeben. Wir setzen im Gesundheitsschutz eins zu eins das um, was die staatlichen Maßgaben sind. In der Sekunde, in der uns die Politik sagt, es ist nicht mehr erlaubt, Fußball zu spielen, hören wir sofort auf." 


Kontakte: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen – maximal zehn Personen. Verstöße werden von den Ordnungsbehörden sanktioniert. Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien inakzeptabel, heißt es im Beschluss. Bund und Länder wirken bei den verstärkten Kontrollen zusammen. Die Haushalte können wechseln – es sind also nicht immer die gleichen zwei Haushalte im November.


Gastronomie: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt sind nur Lieferdienste und Essen zum Abholen. Auch Kantinen öffnen.


Freizeit und Kultur: Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle. Alle Veranstaltungen zur Unterhaltung werden untersagt.

Reisen und Hotels: Die Bürger sollen auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichten – auch im Inland. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.


Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen, weil hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten oder Fußpflege sind weiter möglich. Auch Friseure dürfen unter Einhaltung der bestehenden Auflagen öffnen.

Supermärkte: Der Einzelhandel bleibt geöffnet – es gelten aber klare Vorschriften, wie viele Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen. Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich nur ein Kunde aufhalten. Warteschlangen müssen vermieden werden. 

Schulen/Kindergärten: Sie bleiben offen, allerdings sollen die Länder weitere Schutzmaßnahmen treffen. Gleiches gilt für Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe.

Arbeit: Überall, wo das möglich ist, soll wieder von zu Hause gearbeitet werden.

Firmen: Betriebe, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Corona-Regeln besonders betroffen sind, bekommen große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzt. Bei Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern gleicht der Bund 75 Prozent aus, bei größeren wird nach EU-Beihilferecht entschieden. Finanzvolumen: bis zu zehn Milliarden Euro.

Bisherige Überbrückungshilfen für die Betriebe werden verlängert. Die Konditionen für die am stärksten betroffenen Bereiche werden verbessert. Zudem wird der Schnellkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Beschäftigte mit weniger als zehn Beschäftigten angepasst.

Risikogruppen: In Kliniken, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sollen zügig Schnelltests eingesetzt werden.

Geisterspiele in den Bundesligen, Stillstand im Amateurbereich: Der deutsche Sport wird von den verschärften Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern hart getroffen. Angesichts steigender Infektionszahlen darf im Profibereich, auch im Fußball, im November nur noch ohne Zuschauer gespielt werden, der Freizeit- und Amateursportbetrieb wird weitestgehend untersagt. Das geht aus dem Beschlusspapier infolge der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hervor. 


Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga müssen sich nicht gänzlich auf eine neue Situation einstellen: Bereits in den vergangenen Wochen hatte es aufgrund steigender Infektionszahlen zahlreiche Spiele ohne oder nur mit wenigen Hundert Zuschauern gegeben. Am Mittwoch kündigten Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 an, dass am kommenden Wochenende keine Fans zugelassen werden.


Ein umfassendes Hygienekonzept hatte dem Profifußball im vergangenen Frühjahr die Wiederaufnahme des Spielbetriebes mit Geisterspielen ermöglicht. Für die aktuelle Saison erhielten die DFL wie der gesamte Sport von der Politik grünes Licht, zumindest bis zu 20 Prozent der Gesamtkapazität der Stadien auslasten zu dürfen. Genutzt werden konnte das in den wenigsten Fällen.


Dass Geisterspiele das Minimum für das wirtschaftliche Überleben der Vereine sind, hatten zuletzt mehrere Bundesliga-Funktionäre betont. „Wenn wir die auch nicht mehr haben sollten, dann wird es ganz eng“, hatte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im ZDF gesagt. In den anderen Profi-Ligen sieht es dagegen bereits jetzt düsterer aus.


Im Basketball, Handball, Eishockey oder Volleyball sind die Vereine deutlich stärker auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Die Anordnung der Geisterspiele widerspreche „eigentlich dem, was wir letzte Woche mit den Chefs der Staatskanzleien besprochen haben“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) am Mittwoch. „Da war der Tenor noch eindeutig: Der Sport hat seine Hausaufgaben gemacht und trägt nicht zum Infektionsgeschehen bei.“ Er kündigte an, nochmals „den Dialog“ suchen zu wollen. Die HBL setzt ihre Saison zudem trotz des Zuschauerverbots fort. „Wir haben uns entschieden, dass wir dennoch bis mindestens Weihnachten weiterspielen“, sagte Bohmann. 


„Aus unserer Sicht gibt es fachlich-hygienisch keine Gründe dafür“, sagte Stefan Holz, der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga. „Es werden von uns Hygienekonzepte verlangt, für die wir viel Geld in die Hand nehmen und mit ausgewiesenen Experten zusammenarbeiten. Und obwohl die Testphase gezeigt hat, dass die Konzepte funktionieren, dreht man uns doch den Saft ab. Das ist bitter.“


Der BBL-Chef fügte aber hinzu: „Aber jetzt warten wir die genauen Beschlüsse erst einmal ab. Vielleicht gibt es ja noch etwas Kleingedrucktes, das Ausnahmen zulässt.“ Er sei froh, dass die Ligen zumindest ohne Zuschauer spielen dürfen. „Von daher schwankt meine Gefühlslage gerade zwischen Frust und Erleichterung“, sagte Holz. Die BBL wird trotzdem wie geplant am 6. November in die neue Saison starten.


Die Auswirkungen auf den Amateursport dürften extrem sein. Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Betrieb wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Allein der Individualsport, also etwa alleine joggen gehen, ist weiter erlaubt. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes bedauerte, „dass dieser temporäre Lockdown inklusive eines Verbots des Amateursports offenbar nötig geworden ist.“ Dies teilte Hörmann gestern mit, fügte aber an: „Wir tragen diese Maßnahme jedoch verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit.“ Das falle „nicht leicht, weil sich die bereits sichtbaren und die für Viele noch unsichtbaren Corona-Schäden in Sportdeutschland durch diese pauschale Maßnahme der Politik nochmals deutlich verstärken.“

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Tabelle
1. Aschaffenb. 2524 50
2. Nürnberg II 2529 49
3. SpV Bayreuth 2525 49
4. Schweinfurt 2319 44
5. Aubstadt (Auf) 252 39
6. Eichstätt 2614 37
7. Gr. Fürth II 26-2 36
8. Buchbach 253 35
9. FC Augsburg II 259 34
10. SV Wacker 251 33
11. Schalding 24-11 32
12. Illertissen 25-14 31
13. TSV Rain (Auf) 25-15 30
14. Heimstetten 25-10 26
15. 1860 Rosenh. 25-31 21
16. FC Memmingen 22-12 20
17. VfR Garching 20-31 13
18. Türkgücü Mün o.W. (Auf) 00 0
Die vier Erstplatzierten spielen eine Aufstiegs-Playoffrunde um die Relegationsteilnahme, die dann gegen den Meister der Regionalliga Nord ausgetragen wird.

Tordifferenz zählt bei Punktgleichheit.
ausführliche Tabelle anzeigen

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