
Der Bayerische Fußball-Verband meldet sich in der Person von Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann und dem niederbayerischen Bezirksvorsitzenden Harald Haase zu Wort. Den Verbands-Funktionären sind einige Interview-Aussagen von Walter Zitzlsperger und Robert Rothmeier (Teil 1, Teil 2 - jeweils einfach klicken) sauer aufgestoßen und deshalb beziehen Sie ausführlich Stellung zu verschiedenen Punkten.
Folgend das Statement des BFV im Wortlaut:
"Wir finden es befremdlich, wenn zwei Menschen unwahre Behauptungen aufstellen und diese auch noch veröffentlicht werden, ohne dabei die andere Seite zu hören. Das verstößt gegen jedwede journalistische Sorgfaltspflicht. Wir werden in dieser Stellungnahme nicht auf die unqualifizierten Unterstellungen gegen Personen eingehen, jeder Leser wird schnell merken, dass hier unwahr und populistisch agiert wird, sich die beiden Herren selbst mehrfach in der Sache grob widersprechen und damit selbst disqualifizieren. Aber über Qualifikationen wissen die beiden Herren ja selbst zu richten. Von daher belassen wir es bei Fakten. Falsche Aussagen der beiden Herren werden nicht richtiger, wenn diese ständig wiederholt werden. Beim damaligen Vereinsbesuch mit unserem Präsidenten Rainer Koch beim RSV Walchsing oblag es einzig und alleine dem Verein, die Teilnehmer zu bestimmen. Der BFV hat hier keinerlei Vorgaben gemacht, das ist absurd. Hier herrschte im Übrigen weitgehend Konsens mit allen Beteiligten, was die Arbeit des BFV anbetrifft – nachzulesen ist dies seit geraumer Zeit hier: https://www.bfv.de/spielbetrieb-verbandsleben/bezirke-und-kreise/niederbayern/bezirk/news/bfv-spitze-zum-vereinsdialog-beim-rsv-walchsing.“
Zu den jeweiligen Aussagen aus den Interviews stellen wir wie folgt fest:
Zitzlsperger: „Jein. Weil sich viele einfach nicht trauen, sind wir die einzigen, die versuchen, was zu ändern. Deshalb werden wir von der Öffentlichkeit gerne als "Rebellen" dargestellt. Wir wollen das aber gar nicht sein. Unser lautes Auftreten ist nicht gewollt, sondern die Folge davon, dass vom Bayerischen Fußballverband einfach keiner mit uns reden will. Das scheint unmöglich zu sein. Die Führung ist resistent gegen Vorschläge von außen.“
Richtig ist: Dafür sprechen wir mit anderen. Zum Beispiel in zahlreichen Workshops im vergangenen Jahr zur Jugendreform. Der Jugendleiter des FC Künzing (Robert Rothmeier) hat daran nicht teilgenommen.
Zitzlsperger: Die Kreisform, die geplante Umstrukturierung des Juniorenbereichs, auch kleinere Entscheidungen – wenn es Themen gibt, die etwas hitziger diskutiert werden könnten, sind die Herren aus München bei entsprechenden Veranstaltungen gleich selber vor Ort, um das Ganze selber zu regeln. Hier könnte Robert ein Beispiel anführen...
Richtig ist: Weil es unsere Pflicht ist, als „Verbandsobere“ gezielt an die Basis zu gehen und dort einen konstruktiven Austausch zu suchen.
Zitzlsperger: „Unser lautes Auftreten ist nicht gewollt, sondern die Folge davon, dass vom Bayerischen Fußballverband einfach keiner mit uns reden will. Das scheint unmöglich zu sein. Die Führung ist resistent gegen Vorschläge von außen.“
Richtig ist: Es gab in den vergangenen Monaten mehrfach Kontakt, Vize-Präsident Robert Schraudner als auch Verbands-Juniorenleiter Florian Weißmann haben stundenlange persönliche Gespräche geführt, dies gilt auch für den Bezirks-Vorsitzenden Harald Haase sowie den U-30-Vertreter Tobias Bracht. Dabei waren es die BFV-Vertreter, die nach Niederbayern gefahren sind, was alleine die Ernsthaftigkeit unterstreicht. Kritik ist wichtig und richtig, mit nachweislich falschen Parolen und längst überholten Konzepten für den Nachwuchsfußball aber gibt es möglicherweise noch Applaus an den Stammtischen, es hilft dem Amateurfußball aber in der Sache nicht weiter. Im Übrigen zeigen neueste Erhebungen eine klare Zustimmung für den Kurs des BFV, auch in Niederbayern.
Rothmeier: „Ich erinnere mich an eine Tagung in Alkofen. Da ist es ganz schön rund gegangen, da wurde hitzig diskutiert. Florian Weißmann hat das nur wenig interessiert. Er hat dann nur verkündet, dass Fragen auf diesem Niveau einfach nicht mehr zugelassen werden. Das war's.“
Richtig ist: Es wurde bisweilen hitzig diskutiert, Zielscheibe waren die niederbayerischen Juniorenspielleiter. Damals hatte Florian Weißmann die Art und Weise („Mich irritiert der Umgang“) der Diskussion in Frage gestellt. Anschließend wurde normal und in sachlichem Ton weiter diskutiert. Auch das gehört zur Wahrheit!

Zitzlsperger: „Unser Lösungsvorschlag hier: Raus mit den Sportstudenten und den Trainern der Nachwuchsleistungszentren an die Basis, somit ein attraktives Training mit Hand und Fuß anbieten und gleichzeitig darauf achten, dass alle, die Fußballspielen wollen auch Fußballspielen können.“
Richtig ist: Niederbayern hat kein DFB-NLZ, BFV-NLZ sind Deggendorf, Landshut, Passau, Dingolfing. Gegenfragen: Welche Altersklassen sollen an der Basis davon profitieren? In wie vielen Vereinen soll das umgesetzt werden? Wie viele Trainer sollen zur Verfügung stehen? Wie häufig soll das stattfinden? Welche Sportstudenten kommen Frage? Universitäten/Hochschulen: in Deggendorf, Landshut, Passau, Straubing? Wie sollen Sportstudenten für die Fläche gewonnen werden?
Rothmeier: Es ist doch längst nicht mehr so, dass die jungen Burschen mit ihren Freunden von nebenan spielen, weil es oft bis zu drei Mannschaften der jungen Altersklassen innerhalb einer Spielgemeinschaft gibt. Der Nachbarsbub ist dann vielleicht nicht ganz so gut wie das eigene Kind - und schon sind sie getrennt, trainieren sogar an unterschiedlichen Orten.
Ein Blick in die Mannschaftsmeldungen des Spieljahres 2020/21

Das bedeutet für das Spieljahr 2020/21 unter Beachtung der Zwei-Jahres-Altersklassen

Durch ein Verbot der Spielgemeinschaften erreicht man – egal, ob bei zwei oder drei Jahrgängen je Altersklasse -, dass es Fußballzentren geben wird und damit viele Vereine den Nachwuchs für den Erwachsenenbereich verlieren werden. Dadurch wird ein Aussterben der "Dorfvereine" forciert.
Zitzlsperger: „JFGs sind Totgeburten. Der Gedanke selber war gut, mehr aber auch nicht. Und auch Spielgemeinschaften müssen ab einem bestimmten Maße verboten werden. Es kann nicht sein, dass SGs gebildet werden und es dann drei Mannschaften eines Jugendjahrganges gibt. Das geht nicht.“
Richtig ist, dass uns die dritten und weiteren Mannschaften einer Spielgemeinschaft - und die in einer JFG - ein Dorn im Auge sind. In beiden Fällen ist geregelt, dass "grundsätzlich nur zwei Mannschaften" zum Spielbetrieb zugelassen sind. Dahin wollen wir auch zurück. Die Reaktionen der betroffenen Vereine sind natürlicherweise gegenläufig.
Zitzlsperger: „Drei deshalb, weil dann jeder Verein wieder seine eigene, selbstständige Mannschaft stellen kann. Viele jetzige Probleme erübrigen sich deshalb sofort.“
Das passiert, wenn wir (angenommen 15 bzw. 13 Spieler pro Team) das Verbot der Spielgemeinschaften durchsetzen:

Bei einem Verbot von SGs von U15 und U12 müssten 772 Spieler den Verein wechseln. Ergebnis: die betroffenen Vereine verlieren dauerhaft Spieler. Eine Rückkehr ab der U18 kann als unwahrscheinlich betrachtet werden, selbst wenn Spielgemeinschaften zugelassen sind. Damit würden ca. 100 weitere Vereine sukzessive ihren Jugendbereich verlieren und zu einem späteren Zeitpunkt auch den Herrenfußball.
Robert Rothmeier: „Mittlerweile wird dermaßen früh selektiert. Vereine machen Spielgemeinschaften, damit schon im E-Jugendbereich die Besten einer Gegend zusammenspielen. Dann gibt's aber auch eine E2, die keinen interessiert und deren Spieler deshalb relativ schnell aufhören."
Richtig ist: Der mögliche Kader einer Mannschaft wird dadurch vergrößert und gleichzeitig die Selektion automatisch verstärkt, da der Entwicklungsstand der Spieler bei den U12-U10-Junioren sehr weit auseinandergeht. Die Jüngeren werden dadurch noch stärker benachteiligt. Spielgemeinschaften können dazu beitragen, dass entwicklungsgerechte Spieler aus zwei oder drei Vereinen zusammenspielen. Abschließend: Aktuell ist die Zusammenstellung von Teams aus drei oder vier Jahrgängen bereits möglich. Eine weitere Flexibilisierung ist zum Spieljahr 2021/22 geplant.
Rothmeier: „Es gibt keine Platzprobleme mehr, weil es nicht mehr die Fülle an Nachwuchsteams gibt. Die Identifikation mit dem jeweiligen Stammverein ist größer, weil man enger mit ihm verbunden ist. Es gibt keine Trainerprobleme mehr, weil es weniger Mannschaften gibt, die betreut werden müssen und - wir erinnern uns an vorher - weil Sportstudenten und NLZ-Trainer an der Basis aktiv sind. (wird emotionaler) Dann hast Du vielleicht in der F-Jugend nicht mehr den falschen Papa-Trainer, der das Spiel beim Stand von 9:0 nicht 10:0 gewinnen will, sondern auch die schwächeren Spieler einsetzt. Ach, ich werde schon wieder laut - und schweife ab.“
Richtig ist: Es gibt keine Platzprobleme, weil es nicht mehr die Fülle an Nachwuchsteams gibt. Damit wird klar offengelegt, dass Herr Rothmeier mit seinem „Plan“ aktiv den Jugendspielbetrieb ausdünnen möchte. Die Identifikation mit dem eigenen Verein (=Stammverein) steigt sicher, wenn es keine Spielgemeinschaften mehr geben darf, allerdings wird die Anzahl der „Stammvereine“ deutlich geringer (siehe vorgenanntes Beispiel der 3 AK-Systematik und des SG-Verbots).
Zitzlsperger: „Bevor Robert kollabiert, übernehme ich hier mal (schmunzelt - wird dann sachlich). Funino kann man im Training machen, als Übung oder gegebenenfalls Event. 3 gegen 3, kleine Tore. Das haben selbst wir vor 25, 30 Jahre schon gemacht. Super. Toll. Aber muss ich diese Spielform als alternativen Wettkampf am Spieltag haben? Wie Robert gesagt hat: Wie ist Fußball zu dem geworden, was er ist? Sicher nicht so. Diese Sportart muss sich nicht neu erfinden, sondern sollte sich lieber an seine ursprünglichen Ideen orientieren.“
Wir zitieren aus dem Vorschlag von Walter Zitzlsperger aus dem April 2020, der darin Spieltagsturniere fordert, bei denen vier Mannschaften aus der nahen Umgebung im 7-gegen-7-Modus spielen. Nicht mehr alle Wochen ein Spiel, lieber alle 2 bis 3 Wochen ein Turnier (speziell Einsteiger, auch funino) ohne großen Aufwand und mit langen Einsatzzeiten für die Kids vor allem im nahen Umkreis = Fußballnachmittage. Stellt sich jetzt die Frage: 3 gegen 3 – ja oder nein?
Rothmeier: Walter, das wurde inzwischen in die Spielordnung auf Kreisebene mit aufgenommen. Drei U20-Spieler dürfen, wenn gewünscht, in der A-Jugend spielen. Da kann man nur sagen: Leute, habt Ihr eigentlich überhaupt keine Ahnung? Kommt jemand auf eine derartige Idee, hat er sich dermaßen disqualifiziert. Das geht doch nicht (atmet tief durch).
Richtig ist: Über den eigenen Kreis hinausgeschaut, aber leider gänzlich falsch informiert: Im Kreis Coburg haben wir das Pilotprojekt der U18-Junioren - also die dreijährige A-Jugend - in der Saison 2019/20 gestartet. Im Bezirk Niederbayern wurde über das gleiche Pilotprojekt im vergangenen Jahr gesprochen und letztendlich haben sich 82% der niederbayerischen Vereine für dieses Projekt ausgesprochen. Der FC Künzing (und damit auch Robert Rothmeier) hat weder an der Diskussion noch an der abschließenden Abstimmung teilgenommen. U20-Spieler sind eine ganz andere Thematik: Dies haben übrigens 27 Vereine (Ost: 11 / West: 16) mit insgesamt 64 Spieler in Anspruch genommen. Der Einsatz folgte in selbstständigen Mannschaften und Spielgemeinschaften und nur in der Kreisklasse oder Gruppe. Bisher ist die Kreisliga von dieser Regelung ausgenommen. Bayernweit wurden 449 Spieler aus 209 Vereinen eingesetzt. Demnach haben sehr viele Vereinsverantwortliche gemäß Herrn Rothmeier überhaupt keine Ahnung und sich damit qualifiziert".
Zitzlsperger: „Werden die etwas besseren Fußballer - der Großteil von ihnen schafft es ja ohnehin nicht nach ganz oben - nicht derart frühzeitig aus ihren Heimatvereinen gerissen, können sie dort eine Ära prägen und den ganzen Verein anstacheln. Die Basis profitiert also davon. Ein Beispiel ist hier Robert und der FC Aunkirchen. Früher gab es viele solcher Wunder, weil eben die Talente lange daheim blieben, sich durchkämpfen mussten und es dennoch weit nach oben geschafft haben, weil sie einfach richtig gut waren.“
Richtig ist: Offenkundig herrscht große Unkenntnis ob der NLZ-Konzeption. Die BFV-NLZ beginnen erst ab der U12. Das Kleinfeld zählt nicht zum NLZ-Bereich, wie faktisch falsch behauptet. Andererseits hat jeder Verein die Möglichkeit, Mannschaften im Kleinfeldbereich zu stellen. Immerhin handelt es sich immer um eingetragene Vereine (e.V.). Ob Eltern ihre Kinder bereits in jungen Jahren weiter zum Training und Spiel fahren sollen, ist eine andere Diskussion und sicherlich kritisch zu betrachten.
Rothmeier: „Doch das ist ein Irrtum. Beispiel Sonnenland-Cup. Anfangs war ja die Rede davon, dass Futsal auch bei Privatturnieren verpflichtend sein soll. Das wäre das Aus gewesen für dieses Turnier. Denn die traditionell daran teilnehmenden Juniorenmannschaften der Proficlubs legen eben großen Wert auf Zweikämpfe - weil es ohne einfach nicht funktioniert im Fußball. Wie soll ich Talenten, die zwei, drei Jahre später auf dem Sprung in die Bundesliga sind, vermitteln, dass sie kein Foul machen dürfen? Und dann kommt noch das Kumulieren dazu (schmunzelt). Gott sei Dank hat hier der BFV den Stecker gezogen und eingestanden, dass Privatturniere nicht verpflichtend Futsal sein müssen.“
Richtig ist: Dementgegen steht interessanterweise die Anzahl an Meldungen zu den angebotenen Futsal-Ligen. Diese Teilnahme ist absolut freiwillig, auch das unterstreicht die offenkundige Unkenntnis. Interessant ist, dass beide Herren immer so gerne vom „Dorffußball“ sprechen und als Beispiel ein international ausgerichtetes Vereinsturnier hervorheben.
Rothmeier: „Diesen Punkt lehnt Florian Weißmann kategorisch hab. Unter 18 Jahren spielt keiner bei den Senioren, hat er bei der Videokonferenz immer wieder betont, da diese Jungs dort überfordert seien. Ist ja auch klar, dass er das einfordert. Er ist Jugendleiter und möchte möglichst viele Spieler in seinem Bereich haben. Aber diese Denkweise ist eine zu egoistische, die nicht das Große und Ganze im Blick hat.“
Richtig ist: Den Einsatz eines 16-Jährigen im Herrenbereich im Breitensport sieht Florian Weißmann tatsächlich kritisch. Dabei geht es einerseits darum, den A-Juniorenbereich zu schützen, andererseits stellt sich die Frage, ab wann es eine positive Entscheidung für eine Sondergenehmigung geben sollte. Der Vergleich zu den Profis hinkt hier gewaltig. Die Anzahl der Spieler liegt derzeit bei exakt einem! Der BFV hat bereits seit Beginn der Saison 2020/21 die Regelung aufgenommen, dass ein junger A-Junior bereits bei den Herren eingesetzt werden kann, wenn sein Verein keine A- und keine B-Jugend anbieten kann, im Umkreis von 10 Kilometern keine A-Jugend besteht und der Spieler bereits seit einem Jahr beim Verein ist. Damit will der BFV strukturschwache Regionen gezielt unterstützen. Entscheidend bei der Forderung von Florian Weißmann, dass A-Junioren auch bei den A-Junioren spielen ist, dass dies gerade für die Spieler notwendig ist, die eben noch Entwicklungszeit benötigen. Ansonsten gehen diese auf dem Weg in den Herrenbereich verloren und es kommen noch weniger an. Den älteren Spielern wurde dies in ihren eigenen jungen Jahren auch ermöglicht. Gerade die Zurückstellung von U18-Spielern in die B-Jugend wurde sehr gut angenommen, um Spielern weiterhin eine Spielmöglichkeit zu geben. Die Anzahl der Vereine in Spielgemeinschaften liegt üblicherweise bei zwei oder drei beteiligten Vereinen. Nur wenige bestehen aus mehr Vereinen.
Rothmeier: „Mancher gute A-Jugendliche, der ein Angebot von einem Landesliga-Junioren-Team bekommt, könnte ohne Weiteres auch für seinen Heimatverein in der Kreisliga spielen. In beiden Spielklassen könnte er sich hervorragend weiterentwickeln. Kann er bei seinem Heimatverein bleiben, muss er nicht so weit fahren, kann mit seien Freunden spielen und hebt die ganze Mannschaft auf ein anderes Niveau.“
Richtig ist: Einen ersten Schritt hat der BFV bereits getan. Allerdings betrifft dies den Einstieg in die Talentförderung – also junge Spieler. Bei einem Vereinswechsel kann ein Zweitspielrecht durch den bisherigen Verein für ein Spieljahr beantragt werden. Weitergehende Überlegungen gibt es bereits. Man muss jedoch auch bedenken, dass bisher immer wieder von einer Doppelbelastung von A-Junioren gesprochen wird, die im eigenen Verein bei den Herren – üblicherweise auf Kreisebene – spielen und in der A-Jugend. Wie wahrscheinlich ist hier, dass ein A-Junior in der Herren-Landesliga am nächsten Tag bei den A-Junioren im Kreis kickt? Auch in Bezug auf die Zustimmung seines Trainers und eines möglichen Verletzungsrisikos.
Rothmeier: „Übrigens: Es gibt noch viel, viel mehr Probleme und dazugehörige Lösungsansätze von uns. Aber darüber könnte man Abende füllen und würde wohl diesen Rahmen sprengen. Und nochmal ganz grundsätzlich: Warum muss es einen Junioren-Chef geben? Ein Gremium mit - sagen wir mal zwei Vertreter pro Bezirk - kompetenten Jugendleitern und -trainern könnte doch auch die Spitze im Verband bilden. Dieser Kreis könnte aber auch eine Beraterrolle eines Einzelnen einnehmen, aber dann doch mit einer gewissen Macht ausgestattet, dass die erarbeiteten Vorschläge auch tatsächlich gehört werden. Klar hat der BFV seine wohlklingenden Workshops. Doch daran nimmt keiner teil, weil sowieso jeder weiß, dass das vergeudete Zeit ist.“
Richtig ist: Interessante Aussage, gerade in den vergangenen zwei Jahren haben wir zahlreiche Workshops mit Vereinsvertretern durchgeführt. Mit Erfolg! Beispiele sind die Kreise Coburg/Kronach und die Rhön, in denen wir unter Einbindung und Votum der Vereine das U18-Altersklassenmodell umgesetzt haben. Im Bezirk Niederbayern wurde der gleiche Weg beschritten – unter aktiver Vereinseinbindung. Dass niemand daran teilgenommen hat, kann nur jemand äußern, der selbst nicht dabei war. Nämlich der FC Künzing mit Robert Rothmeier. Hier haben die Vereine ein Votum für eine Änderung abgegeben, welches nun im Detail ausgearbeitet wird. Für die vier Kreise in Oberbayern gilt übrigens das gleiche. Kurzum: Die Meinung der Vereinsverantwortlichen fließt in unsere Arbeit mit ein. Da sollte sich eben auch ein Robert Rothmeier als Jugendleiter einbringen und nicht mit Abwesenheit glänzen.
Mit sportlichen Grüßen
Harald Haase und Florian Weißmann“