Bezirksliga: Endlich der ersehnte Befreiungsschlag
Mittwoch 20.03.19 13:30 Uhr|Autor: Nord-Rundschau / Mike Meyer458
Leitete mit seinem Treffer den Befreiungsschlag des MTV Stuttgart ein: Raphael Hahn. Foto: Archiv Günter Bergmann

Bezirksliga: Endlich der ersehnte Befreiungsschlag

Die Nachlese mit Fokus auf die Nordteams
+++ SC Stammheim erarbeitet sich einen Derbysieg über die Sportvg Feuerbach +++ OFK Beograd holt einen Punkt gegen Möhringen +++ Der MTV schafft es aus der Gefahrenzone +++


Geduldig bleiben, Ruhe bewahren – getreu dieser Maxime wurde beim MTV Stuttgart verfahren, obwohl der Club in der aktuellen Runde der Fußball-Bezirksliga bis Sonntagmittag erst ein Mal eine Platzierung jenseits der Abstiegszone inne hatte. Seit Sonntagnachmittag ist es der Mannschaft von Trainer Francesco Mazzella di Bosco nun zum zweiten Mal gelungen, einen Nichtabstiegsplatz zu erobern. Der Befreiungsschlag glückte vor allem deshalb, weil die Elf vom Kräherwald ihren Lieblingsgegner zu Gast hatte. Den Aufstiegsrang im Klassement hat seit dem sechsten Spieltag der SC Stammheim inne. Und der Spitzenreiter gab sich auch im Derby gegen die Sportvg Feuerbach keine Blöße – auch wenn die Partie deutlich knapper war als es das blanke Resultat vermitteln mag. Im Mittelfeld tritt der OFK Beograd Stuttgart auf der Stelle. Nach dem Unentschieden gegen die Spvgg Möhringen sind die Serben nunmehr seit sechs Punktspielen ohne Sieg und haben von den vergangenen zehn Begegnungen lediglich eine einzige für sich entscheiden können.

SC Stammheim - Sportvg Feuerbach 4:2


Schon vor der Partie gegen die Sportvg Feuerbach hatte Thomas Oesterwinter gemutmaßt, dass da eine ziemlich schwierige Aufgabe auf den von ihm gecoachten Titelanwärter Nummer eins warten würde. Der Trainer des SC Stammheim lag damit richtig, auch wenn seine Mannschaft mit 4:2 gewann. Wobei das blanke Resultat über den Spielverlauf hinwegtäuscht. „Feuerbach hat das taktisch sehr gut gemacht“, lobt Oesterwinter den Gegner. Und auch der Feuerbacher Trainer Rocco Cesarano sagt: „Ich kann meiner Mannschaft eigentlich nichts vorwerfen.“

Wenn etwas den Ausschlag gegeben hat, dann vermutlich, dass die Stammheimer in den entscheidenden Situationen das Glück, das sie zweifelsfrei hatten, auch zu nutzen wussten. Beispiel eins: Während Vaidas Rocys nach etwa zehn Minuten frei vor dem SC-Tor an Stammheims Keeper Marjan Tomasic scheiterte, landete ein von Sergio Mavinga zwar nicht gut getretener, aber vom Winde verwehter Eckball vor den Füßen von Marco Schwalb. Der fackelte nicht lange und vollendete zum 1:0. Beispiel zwei: Dem nächsten Tor für den Tabellenersten in der 28. Minute ging ein Foul von Zabedin Bajrami an Tobias Oesterwinter voraus, das einen Elfmeter und das 2:0 durch Matthias Kassaye zur Folge hatte. „Die ersten beiden Tore für Stammheim waren Geschenke von uns“, urteilt Cesarano.

Doch noch vor der Pause verkürzten die Gäste aus Feuerbach. Nach einem Foul von Max Weinmann an Dominik Hug verwandelte Amir Limani den fälligen Strafstoß zum 1:2. Ein Treffer, der die Stammheimer zunächst aus dem Konzept brachte. Dennoch rettete sich der SC ohne weiteren Gegentreffer in die Pause. „Für mich war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann wir das 2:2 machen“, behauptet Cesarano. Allerdings hatte er nicht mit der Kunstfertigkeit von Sergio Mavinga gerechnet, was gleichzeitig Beispiel drei dafür war, was der SC der Sportvg voraus hatte belegt: Der Stammheimer hatte den Ball kurz nach Wiederanpfiff nach Flanke von Weinmann per Fallrückzieher zum 3:1 ins Feuerbacher Tor beförderte. „Ein Wahnsinnstor“, sagt Thomas Oesterwinter. „So trifft der den ein Mal in zehn Jahren“, vermutet Cesarano.

Was aber nicht bedeutete, dass die Gäste aufsteckten – im Gegenteil. Nach einer sehenswerten Ballstafette brachte Mertcan Özocak die Sportvg auf 2:3 heran. In der von zunehmender Hektik und einigen Nicklichkeiten geprägten restlichen Spielzeit bewies jedoch der SC die besseren Nerven. Nach Vorarbeit von Martin Mataija sorgte Bernhard Kreis mit dem 4:2 in der 88. Minute für die Entscheidung. „Wenn die Stammheimer den Titel holen sollten, dann war dieses Spiel eines ihrer Meisterstücke“, sagt Cesarano.

Schiedsrichter: Keine Angabe - Zuschauer: 50
Tore: 1:0 Christian Schwalb (18.), 2:0 Matthias Kassaye (28. Foulelfmeter), 2:1 Amir Limani (35. Foulelfmeter), 3:1 Sergio Mavinga (48.), 3:2 Mertcan Özocak (73.), 4:2 Bernhard Kreis (82.)

OFK Beograd Stuttgart - SpVgg 1887 Möhringen e.V. 2:2


Seit dem 15. Spieltag klebt der OFK Beograd Stuttgart auf Tabellenplatz neu fest. Was nicht allzu sehr wundert. Hier ein Pünktchen, da ein Pünktchen, manchmal auch gar keines – so kann es eben nicht nach oben gehen. „Wir haben wieder mal zu wenig rausgeholt“, sagt OFK-Spielertrainer Aleksander Babic. Der allerdings nach dem 2:2 gegen die Spvgg Möhringen auch von einem letztlich „verdienten Punkt“ spricht. Die Beograder hatten sich schon in der 18. Minute das 0:1 eingefangen, nachdem der Möhringer Manuel Klopfer von einer ganzen Fehlerkette der Gastgeber profitiert hatte. Dieser Rückstand war jedoch fünf Minuten später egalisiert. Fabian Schürg erzielte per Kopf nach einer Flanke von Meron Tsehaye den 1:1-Ausgleich. Und noch vor der Pause gab es sowohl einen Rückschlag als auch ein freudiges Ereignis: Erst musste Babic verletzt vom Feld, dann bugsierte der Spvgg-Verteidiger Steven Jordan eine Tsehaye-Flanke ins eigene Netz. Doch auch diese Führung hatte nicht allzu lange bestand: In der 67. Minute passierte Ivo Martinovic dasselbe Missgeschick wie zuvor Jordan: Kopfball-Eigentor, diesmal zum 2:2-Ausgleich. Danach hatten beide Mannschaften noch die Chance, die Partie zu entscheiden. Doch sowohl die Gäste als auch die Gastgeber – diese in Person von Darko Rakita – trafen mit ihren Abschlüssen nur die Latte.

Schiedsrichter: Keine Angabe - Zuschauer: k.A.
Tore: 0:1 Manuel Klopfer (18.), 1:1 Fabian Schürg (23.), 2:1 (37. Eigentor), 2:2 (67. Eigentor)

MTV Stuttgart - TSVgg Plattenhardt 4:1


Es war eine ganze Weile her, dass die Mannschaft des MTV Stuttgart zuletzt einen Sieg bejubeln durfte. Genau genommen am 18. November 2018, also vor knapp vier Monaten, feierte das Team von Trainer Francesco Mazzella di Bosco ein 7:1-Schützenfest über den TSV Rohr. Seitdem waren die Erfolgserlebnisse ausgeblieben, sogar in den Testspielen während der Winterpause. Bis eben am Sonntag endlich wieder drei Punkte auf dem Konto der Elf vom Kräherwald landeten. Aber es kam ja auch die TSVgg Plattenhardt, und die hat sich in der jüngeren Vergangenheit als sehr dankbarer Gast erwiesen. Anno 2017 verloren die Plattenhardter beim MTV mit 0:5, ein Jahr später mit 0:4. Und auch 2019 blieb die TSVgg ihrer Linie treu: Diesmal siegte Mazzella di Boscos Mannschaft mit 4:1. Raphael Hahn nutzte schon in der dritten Minute die erste ernsthafte Chance zum 1:0. Das Zuspiel hatte Neuzugang Nico Springer geliefert. Zwar konnte Dennis Kattenberg die Führung zehn Minuten später ausgleichen, doch Springer brachte den MTV nach Pass von Patrick Backes, einem weiteren Neuzugang des MTV, in der 38. Minute erneut in Front. Mit einem Doppelschlag nach Wiederanpfiff brachte die Elf vom Kräherwald den fünften Saisonsieg endgültig unter Dach und Fach. Awand Abbas, von Joel Graham in Szene gesetzt, traf in der 62. Minute zum 3:1. Und drei Minuten später erzielte Marcel Pfeiffer Treffer Nummer vier.

Schiedsrichter: Keine Angabe - Zuschauer: k.A.
Tore: 1:0 Raphael Hahn (k.A.), 1:1 Dennis Kattenberg (13.), 2:1 Nico Springer (k.A.), 3:1 Awand Abbas (k.A.), 4:1 Marcel Pfeiffer (k.A.)


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