Verbände kämpfen um Saison-Fortsetzung
Freitag 12.02.21 11:00 Uhr|Autor: RP / David Beineke6.509
Foto: Niklas Schneider

Verbände kämpfen um Saison-Fortsetzung

Mit der Verlängerung des Lockdowns bis 7. März wird es immer schwerer, vor dem Sommer noch mal in einen Spielbetrieb zurückzukehren. Fußballer und Regionalliga-Handballer versuchen es dennoch.
Auch wenn der Amateur- und Freizeitsport bei der am Mittwoch von der Kanzlerin und den Länderchefs beschlossenen neuerlichen Verlängerung des Lockdowns allenfalls eine Randnotiz war, steht fest, dass vor dem 7. März nicht an in Vereinen organisierten Sport zu denken ist.


Während manche Verbände das offenbar vorausgesehen und den Spielbetrieb für diese Saison schon eingestellt haben, versuchen andere immer noch, vor den Sommerferien einen wie auch immer gearteten Wettbewerb aufzunehmen. Dazu gehören zum Beispiel der Fußballverband Niederrhein (FVN) und der Handball Nordrhein e.V., der für den Handballverband Niederrhein und den Handballverband Mittelrhein (FVM) die Regionalliga Nordrhein organisiert.

Beim FVN, dem auch der Fußballkreis Grevenbroich/Neuss mit seinen Vereinen angehört, ist eine Entscheidung längst überfällig. Schließlich stammt die letzte offizielle Verlautbarung zu der Thematik vom 19. November des Vorjahres. Damals hieß es, der Spielbetrieb solle am Wochenende 23./24. Januar wieder starten, wenn es die Pandemie zulässt. Doch auch jetzt gibt es noch keinen offiziellen Plan, wie es weitergehen könnte. „Wir brauchen aber langsam mal Planungssicherheit“, sagt Jörg Ferber, Trainer des SC Kapellen, der es nach der jüngsten Entscheidung für am sinnvollsten hielte, die Saison ohne Auf- und Absteiger abzubrechen.

FVN-Pressesprecher Henrik Lerch hat Verständnis für so eine Argumentation, sieht einen Abbruch aber nur als letztes Mittel. „Im Moment sehen wir noch Sinn darin, zu versuchen, die Saison fortzuführen“, sagt Lerch. Wenn der Spielbetrieb nach Ostern wieder aufgenommen werde, sei immer noch bis Ende Juni Zeit, um zu spielen. In der Oberliga mit 23 Teams, die sich alle für eine Fortsetzung ausgesprochen hätten, könne es zwar problematisch werden die für eine Wertung der Saison festgeschriebenen 50 Prozent der Spiele zu absolvieren, nicht aber in den Ligen mit normalen Staffelstärken. „Klar ist aber auch, dass wir auf die Vereine zugehen, um uns ein Meinungsbild einzuholen. Wir werden nichts über sie hinweg entscheiden“, betont Lerch.

Einen solchen Dialog mit den Vereinen der in der Regionalliga vertretenen Mannschaften hat der Handball Nordrhein e.V. erst am Mittwoch wieder geführt. Denn während der Handballkreis Düsseldorf und der Handballverband Niederrhein (HVN) in den vergangenen Tagen schon den Abbruch für die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden Spielklassen verkündet hatte, steht die Entscheidung noch aus, wie es in der vierthöchsten Liga weitergeht. Anfang Januar hatten sich die Regionalligisten grundsätzlich darauf verständigt, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Damals war allerdings das Wochenende 20./21. März als letzter denkbarer Starttermin vor einer Annullierung der Saison vorgesehen worden.

„Das war aber unter der Voraussetzung, zumindest eine Halbserie zu spielen. Jetzt wäre auch weniger denkbar“, sagt Jan Wolf vom TV Korschenbroich, der einer von drei Ligavertretern ist, die sich in diesen Fragen beim Verband einbringen. Laut Wolf hat es jüngst eine Umfrage unter den Regionalligisten gegeben, wobei herauskam, dass neun Mannschaften sich vorstellen können weiterzuspielen. Darunter auch der TVK. Allerdings müssen dazu noch einige Fragen geklärt werden: Etwa wie Corona-Tests geregelt werden und wie verfahren wird, wenn es positive Fälle in einem Team gibt? Auch wollen die Vereine mindestens sechs Wochen Vorbereitungszeit vor einem möglichen Neustart.

„Es wird nach Lösungen gesucht, um einen Aufsteiger zu ermitteln“, sagt Jan Wolf. Laut ihm soll es am Wochenende noch einen Austausch mit anderen Landesverbänden geben, um einen Konsens zu finden. Auch der Neusser HV könnte sich vorstellen, wieder mitzuspielen. Doch der Sportlicher Leiter Josip Jurisic ist skeptisch: „Bis wir in unserem Kontaktsport wieder richtig trainieren dürfen, wird es noch lange dauern. Ich sehe nicht, wie es in der Regionalliga weitergehen kann.“


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