
WATZENBORN-STEINBERG . 48 Stunden nach dem 3:0 zum Auftakt der Regionalliga-Saison gegen den TSV Steinbach hat der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Neuzugang Nummer elf verpflichtet. Jonatan Kotzke, zuletzt vereinslos, schließt sich dem Liganeuling an.
Der 26-Jährige ist aber bei weitem kein unbeschriebenes Blatt, sein aktueller Marktwert wird bei transfermarkt.de auf 250 000 Euro taxiert. Bislang galt Doppeltorschütze Abdenour Amachaibou (Marktwert: 175 000 Euro) als Königstransfer des Aufsteigers. In der Jugend des 1. FC Nürnberg ausgebildet, war der 26-Jährige Kotzke in der Hinserie der Saison 2012/13 Stammspieler beim damaligen Zweitligisten Jahn Regensburg, ehe ihn der Rückrunde ein Kreuzbandriss stoppte.
Auch in der Dritten Liga war er bei den Regensburgern anschließend Stammkraft. Beim SV Wehen-Wiesbaden kam er indes nicht zuletzt aufgrund eines weiteren Kreuzbandrisses nur auf zwei Drittliga-Partien. Im Januar 2016 wechselte er zum Drittligisten VfR Aalen und machte dort 15 Spiele von Anfang an. Dennoch wurde sein Vertrag im Sommer nicht verlängert. Kotzke ist im zentralen defensiven Mittelfeld zu Hause, kann aber vielseitig auch als Innenverteidiger oder im rechten Mittelfeld aufgeboten werden.
Bei den Teutonen ist er als Sechser vorgesehen, wie Trainer Daniel Steuernagel erklärt: „Die Saison ist lang, dementsprechend breit müssen wir uns aufstellen und Qualität dazu nehmen, um das Niveau anzuheben. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass wir auf dieser Position noch jemanden brauchen. Jonatan soll bei uns Stabilisator und Organisator vor der Abwehr fungieren.“ Konkurrenten auf der Sechs sind Kian Golafra, Christopher Spang und Chris Schadeberg. Schadeberg und Golafra sind momentan verletzt.
Damit sind die Planungen bei den Pohlheimern offenbar noch nicht abgeschlossen. Dem Vernehmen nach befinden sich die Grün-Weißen auf der Suche nach einem linken Außenverteidiger, wobei fest anzunehmen ist, dass dieser Spieler ebenfalls mindestens über Dritt- bzw. Viertligaerfahrung verfügen wird. Dauerhaft möchte man sich nicht wie am Samstag damit behelfen, dass wie mit Dennis Lemke ein Rechtsfuß die linke Seite beackert. Mit Julian Scheffler befindet sich bis jetzt nur ein Linksfuß im Kader des SC, der bei seinem Sieg gegen Steinbach eine gehörige Portion Glück hatte.
Und mit Keeper Yannik Dauth einen überragenden Rückhalt, der die Gäste in den ersten 45 Minuten mit seinen Paraden und einem gehaltenen Foulelfmeter schier zur Verzweiflung trieb. „Steinbach hat das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, wir haben es in der zweiten gewonnen“, fasst Steuernagel das Spielgeschehen mit zwei Tagen Abstand zusammen und fügt hinzu: „Man kann sicherlich vieles kritisieren, sich allerdings auch über die Comeback-Fähigkeiten freuen. Das zeugt auch von einem besonderen Charakter.“
Am vergangenen Freitag hat die Mannschaft übrigens den Spielerrat gewählt, dem in dieser Runde der Ex-Offenbacher Markus Müller sowie die Aufstiegshelden Kian Golafra, Yannik Dauth, Denis Weinecker und Chris Schadeberg angehören. Aus diesem Spielerat bestimmte das Trainerteam um Chefcoach Steuernagel mit Müller den Kapitän, Vertreter sind Weinecker und Schadeberg.
„Markus verkörpert Eigenschaften, die wichtig sind für einen Kapitän. Er geht dahin, wo es weh tut und ist jemand, der viel über die Leidenschaft kommt“, begründet Steuernagel die Vorzüge des 28-jährigen Sturmtanks, der zum Auftakt erstmals die Binde trug.