FuPa Medizincheck: Der Schienbeinbruch
Donnerstag 25.04.19 13:15 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis3.550
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Der Schienbeinbruch

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie ein Schienbeinbruch entsteht und diagnostiziert werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen.


Die Anatomie
Das knöcherne Skelett des Unterschenkels besteht aus dem kräftigerem Schienbein (Tibia) und dem annähernd parallel dazu verlaufenden Wadenbein (Fibula), die durch Bänder und einer bindegewebigen Membran (Membrana interossea cruris) miteinander verbunden sind. Das Schienbein reicht vom Schienbeinkopf, der den unteren Teil des Kniegelenkes bildet, über den Schaft bis zum oberen Sprunggelenk, wo es am Innenknöchel endet.

Wie kann es zu einem Schienbeinbruch kommen?
Ist Schien- und Wadenbein gebrochen, spricht man von einer kompletten Unterschenkelfraktur, ist das Wadenbein noch intakt, dann von einem isolierten Schienbeinbruch. Hierzu kann es sowohl durch direkter, wie zum Beispiel einen Schlag oder einen Tritt, als auch indirekter Gewalteinwirkung, beispielsweise durch Verdrehen oder Stauchung des Beines, kommen.
Seltenere Ursachen sind eine Überlastung des Knochens (die in einen Ermüdungsbruch münden kann) oder Erkrankungen wie zum Beispiel eine Osteoporose.

Wie wird der Schienbeinbruch festgestellt?
Es wird zwischen geschlossenen und offenen Schienbeinbrüchen unterschieden. Bei den offenen Brüchen sind Haut und Weichteile verletzt und die Knochenbruchenden sichtbar. Bei geschlossenen Verletzungen kann die körperliche Untersuchung, bei der zum Beispiel eine Fehlstellung oder ein spürbares Knirschen (Krepitationen) möglich ist, bereits erste Hinweise geben.
In der Bildgebung kommt primär das Röntgen zum Einsatz, das in den meisten Fällen den Bruch aufdecken kann und Informationen über den Bruchverlauf liefert. Weitere bildgebende Verfahren sind bei einfachen Brüchen ohne relevanten Begleitverletzungen in der Regel nicht notwendig.

Wie wird der Schienbeinbruch behandelt?
Ob eine operative oder konservative (nicht-operative) Therapie stattfindet und wie diese dann genau gestaltet wird, hängt von Art und Lokalisation des Bruches ab sowie von möglichen Begleitverletzungen.

Welche Komplikationen können auftreten?
Bei einem Schienbeinbruch und auch nachfolgend im Rahmen dessen Therapie können unterschiedliche Komplikationen auftreten. So können zum Beispiel Gefäße und Nerven direkt oder indirekt nach Entstehung eines sogenannten Kompartement-Syndroms, bei dem es durch das Hämatom zu einem zu hohen Druck in einer Muskelloge kommt, geschädigt werden.
Wächst der Knochen nicht ausreichend zusammen und bildet sich ein unechtes Gelenk, so spricht man von einer Pseudarthrose, die eine weitere mögliche Komplikation nach einem Schienbeinbruch darstellt. Auch ein Zusammenwachsen in Fehlstellung kann später zu Problemen führen.
In der Nachbehandlung, bei der das Bein initial ruhiggestellt bzw. nicht voll belastet wird, besteht ansonsten auch die Gefahr einer Thrombose, eines Gefäßverschlusses durch ein Blutgerinnsel.




Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U19-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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