KFC Uerdingen steigt ohne neuen Geldgeber in die Regionalliga West ab
Mittwoch 13.01.21 09:48 Uhr|Autor: RP / Thomas Schulze35.165
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KFC Uerdingen steigt ohne neuen Geldgeber in die Regionalliga West ab

Die Mitglieder sollen mit ihrem Votum den Einsteig eines neuen Geldgebers frei machen. Wird der nicht gefunden, wird der KFC Uerdingen künftig in der Regionalliga spielen. Profifußball sei von der Stadt Krefeld nicht gewünscht.
Die Uhr tickt. Die Tage des KFC Uerdingen in der 3. Liga scheinen gezählt. „Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen erheblich verschlechtert“, sagt Andreas Galland, der Vorsitzende des Aufsichtsrates.


Die Führung habe gehofft, unter zwei möglichen Investoren auswählen zu können, jetzt bestehe nur noch ein Funken Resthoffnung auf ein Engagement. Quasi pro forma sollten die Mitglieder den Weg für einen neuen Investor oder eine Kapitalerhöhung frei machen, um gegebenenfalls kurzfristig agieren zu können.

Die Realität sieht derzeit anders aus. Mikhail Ponomarev wird sich als Investor und Präsident spätestens im Sommer zurückziehen – so wie er es im November angekündigt hat. Sollte ein Investor gefunden werden, verschließe er sich einem weiteren Engagement nicht. „Und ich werde alles tun, um einen neuen Investor zu finden“, sagte Ponomarev.

Allerdings ließ er auch keinen Zweifel daran, was passiert, wenn dieser neue Investor nicht gefunden wird. „Dann wird der KFC in der kommenden Saison nicht mehr in der dritten Liga spielen, sondern in der Regionalliga“, erklärte Ponomarev und rechnete den Mitgliedern vor warum. „Eine Mannschaft, die den Klassenerhalt erkämpfen kann, kostet vier bis fünf Millionen Euro. Wenn man aufsteigen will, werden acht bis neun Millionen Euro benötigt. Vom Fernsehen gibt es eine Million, den Rest zahle derzeit ich. Ich bin aber nur noch bis zum Sommer dabei. Deshalb sollte der KFC, für den Fall, dass kein Investor gefunden wird, in der Regionalliga spielen und gesunde Strukturen schaffen. Mir ist das Wichtigste, dass ich den Verein in gutem Zustand verlasse.“

Allerdings machte Ponomarev noch einmal deutlich, wie tief enttäuscht er von der Stadt Krefeld ist, der er sogar die Hauptschuld an der Misere gibt. „Ich habe immer gesagt, dass ich aufsteigen will und mir wurde immer gesagt, der KFC solle aufsteigen, die Stadt werde das Stadion schon herrichten“, erklärte der Präsident. Nun trage der Verein schon die dritte Saison seine Heimspiele in einer anderen Stadt aus – ein einmaliger Vorgang im deutschen Fußball. Und bis heute steht kein Termin, wann das Stadion Grotenburg wieder genutzt werden kann. „Ich habe hundert Liter Wein mit dem Oberbürgermeister getrunken, aber er hilft nicht“, klagt Ponomarev. „Die Stadt will nicht, dass der KFC in einer höheren Liga spielt.“

In dem Zusammenhang erinnerte er auch an sein Engagement bei den Pinguinen. Dort sei er raus gedrängt worden, weil einige nicht mit ihm zusammenarbeiten wollten. „Jetzt sehen sie, was sie angerichtet haben: Sechs Spiele, sechs Niederlagen, null Punkte – ein tolles Ergebnis.“

Ponomarev macht keinen Hehl daraus, dass ihn ein Abschied schmerzen würde. „Der Verein liegt mir am Herzen, er ist mein Baby“, sagt er. Auch mit der Leistung der Mannschaft ist er sehr zufrieden: „Es ist das beste Team, dass der Verein seit über einem Jahrzehnt hatte.“ All das macht ihm das Herz schwer. Und die Zeit drängt, denn zum 1. März muss die Lizenz neu beantragt werden. Ist bis dahin kein neuer Investor gefunden worden, wird der KFC Uerdingen sie für die Regionalliga beantragen und dann in der 3. Liga auf Abschiedstournee gehen.

Ponomarev im Sommer fünf Jahre im Amt

Mikhail Ponomarev ist 46 Jahre alt und wurde am 25. Juni 2016 zum Präsidenten des KFC Uerdingen gewählt.

Privat Er ist verheiratet mit Frau Elena und hat einen Sohn Oleg (17) und eine Tochter Arina (11). Den Winterurlaub verbringt er gerne in Österreich und der Südschweiz, den Sommer in den USA oder Italien. Er bevorzugt die japanische Küche. Sein großes Hobby ist der Sport, vor allem Fußball und Eishockey.


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