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Donnerstag 13.08.15 15:36 Uhr|Autor: Stefan Huber (Fussball Vorort) - Redakteur18
SEMPT-Akademie-Gründer Michael Schöttner beim Training auf dem Platz

Schöttner: "Fußball ist eben auch Kopfsache"

Dieser Ex-Banker gründete die SEMPT-Akademie
Vor über vier Jahren hat sich Michael Schöttner selbständig gemacht. Seinen geregelten Job er auf, um sein Hobby Fußball zum Beruf zu machen.

 

Im Vorort-Interview spricht er über die Gründe für seine Entscheidun, seine Zusammenarbeit mit Bundesliga-Profi Stefan Lex und die Inhalte, die er vermitteln möchte.

Nach vielen Jahren als Banker hast du dich 2011 entschieden dein Hobby zum Beruf zu machen und die SEMPT-Akademie gegründet. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Fußball ist meine Leidenschaft seit ich denken kann. Mit 18 Jahren kam ich durch meinen fünfjährigen Bruder das erste Mal mit der Tätigkeit als Jugendtrainer in Berührung. Danach folgten weitere Trainerstationen und Ausbildungen, durch die ich Erfahrungen sammeln konnte. Insgesamt habe ich über zehn Jahre in der Bank gearbeitet. Im Laufe der Zeit wurde mir jedoch klar, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mir wahnsinnig viel Freude bereitet und in Verbindung mit Fußball meinen Lebenssinn bedeuten kann. Außerdem begann ich zu verstehen, dass Talent nicht alles ist. 2011, im Alter von 26 Jahren, habe ich dann den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.

In der Akademie bringst du den Kindern nicht nur das Fußballspielen bei, sondern machst auch viel mentales Training. Was ist der Kern dessen, was du vermitteln möchtest?

Ich war als Juniorenspieler sehr talentiert. Leider habe ich mich nie getraut ein Probetraining bei einem großen Verein zu machen. Die Angst zu scheitern sowie meine eigene Erwartungshaltung waren einfach zu groß. Ich weiß, dass sich wahnsinnig viele Kinder und Jugendliche selbst in der Schule, im Sport oder später im Beruf sehr viel Druck machen. Ebenso können auch äußere Faktoren wie Trainer, Eltern oder Mannschaft viel Selbstvertrauen nehmen. Hart ausgedrückt war mein Geist zu schwach für das, was meine Seele wollte, ich wurde zum „ewigen“ Talent. Aus diesem Grund habe ich mich im Laufe der Zeit mit mentaler Stärke zwangsweise beschäftigen und auch weiterbilden müssen. Die SEMPT-Akademie bietet mir als ausgebildetem Mentaltrainer und Sportkinesiologen auch einen Zugang zu Trainern und Nichtfußballern.

Warum ist Fußball mehr als einfach nur einem Ball hinterherlaufen und Tore zu schießen? Was macht außerdem einen guten Fußballspieler aus?

Ich erfahre regelmäßig durch meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, was einen guten Fußballer ausmacht. Natürlich steht ist Talent eine wichtige Vorrausetzung, davon sehe ich Woche für Woche genügend. Was aber bringt Talent, wenn Selbstvertrauen, Selbstdisziplin oder Ehrgeiz fehlen? Das sind entscheidende Merkmale, die ich sehr stark fördere. Ich habe deshalb regelmäßig Kinder von großen Vereinen bei meinen Einheiten. Fußball ist eben auch Kopfsache.

Zusammen mit Stefan Lex veranstaltest du Trainingseinheiten oder sogar -wochen. Was ist das besondere an der Zusammenarbeit mit einem Bundesliga-Profi?

Ich kenne Stefan seit genau elf Jahren; damals war ich in Freising als B-Jugendtrainer tätig. Ich habe Stefan als damals 15-Jährigen oft mit ins Training genommen und ihn trainiert. Ich bewundere seine Selbstdisziplin, der er seine Karriere als Fußballprofi zu verdanken hat. Sein Weg beweist mir, dass Talent nicht das Wichtigste ist. In seinem Alter gab es viel talentiertere Spieler, aber sein Fokus auf ein langfristiges Ziel in Verbindung mit seiner Selbstdisziplin hat ihn dahin gebracht, wo er jetzt ist. Er ist für mich ein tolles Vorbild.

Warum bringt das etwas in der Trainingsarbeit bzw. für die Kinder?

Er lebt das, was ich den Kindern vermitteln möchte, vor. Sie sollen ihre Leidenschaft nie aufgeben und auf ihr Herz hören. Die Kinder sollen keine Erzählungen hören, sie sollen durch Menschen wie Stefan die Realität kennenlernen.

Zur Saison 2015/16 übernimmst du mit U19 der JFG Sempt Erding eine BOL-Mannschaft. Was können die Jungs von dir lernen und welche Ziele steckst du dir mit der Mannschaft?

Die Jungs sind in diesem Alter technisch und koordinativ bereits gut ausgebildet, weshalb ich in diesen Bereichen nicht bei null anfangen muss. Ich investiere daher viel Zeit in die Persönlichkeitsentwicklung, mentales Training und Fitness.

 

Ich habe zur Mannschaft gesagt, dass sie bereits vor der Ballannahme wissen müssen, was sie mit dem Ball machen. In diesem Bereich besteht viel Nachholbedarf. Ebenso möchte ich durch Workshops Persönlichkeitsmerkmale aufzeigen und den Jungs die Verbindungen zwischen Körper, Geist und Seele durch eigene Erfahrungen bewusst machen. Aus einem gesunden Geist resultieren gesunde Handlungen.

Normalerweise sind die Kinder, die du trainierst, etwas jünger. Warum das Engagement bei einer U-19 Mannschaft? Kann das funktionieren?

Ich war vor sieben Jahren schon einmal Trainer einer U19-Mannschaft beim FC Moosinning. Ich weiß, wie die Jungs denken und ich glaube, dass es genau deshalb funktioniert. Über die Jahre habe ich auch Einheiten bei verschiedenen Herrenmannschaften abgehalten. Ich habe im Nachhinein viele Erkenntnisse über mich selbst mit 21 Jahren gewinnen können. Damals bin ich zum FC Eitting in die Bezirksliga gewechselt. Meinen größten Feind habe ich in mir selbst getragen. Ich stand mir damals selbst im Weg.

Info:

Dieses Interview erscheint in Auszügen im Auftaktmagazin zur neuen Saison am 14. August im Erdinger Anzeiger.

 

 
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