Ist eine komplette Saison noch realistisch?
Freitag 20.11.20 09:00 Uhr|Autor: FuPa4.320
Foto: NOAH WEDEL

Ist eine komplette Saison noch realistisch?

Der FLVW steht vor der Entscheidung, möglicherweise sein Hauptziel begraben zu müssen. Er könnte dann ein neues formulieren.
Dem FLVW und den Kreisvorständen bleibt nach dem Entschluss, die Saison bis 2021 auszusetzen, ein bisschen Zeit, den Re-Start und den Fortgang der Spielzeit 2020/21 zu planen. Doch es gibt Grundlegendes zu bedenken und letztlich zu beschließen. Wir haben uns einen Überblick verschafft.


Gemäß der Spielordnung und den Verbandsbestimmungen gibt es vier Szenarien, wie die Saison enden kann. Von einer Annulierung (weniger als 50 Prozent aller Spiele sind ausgetragen) bis hin zu einer Wertung nach einer kompletten Saison scheint fast noch alles möglich. Allerdings wird das Zeitfenster für die Durchführung aller geplanten Begegnungen immer kleiner. Jede Woche ohne Meisterschaftsbetrieb lässt diese Variante unmöglicher werden.

Durch den zweiten Lockdown sind bereits bis zu acht Spieltage abgesagt worden, die in 2021 nachgeholt werden müssten. Acht Spiele, die man in einem Terminkalender unterbringen müsste, der aufgrund des verspäteten Saisonstarts eh schon dichtgedrängt ist. Das bedeutet - Stand jetzt: nach dem Re-Start bis Ende Juni jedes Wochenende durchspielen, Ostern doppelt antreten und zusätzlich noch die eine oder andere englische Woche einplanen.

Weitere unkalkulierbare Risiken bleiben die Entwicklung der Corona-Lage und das Winterwetter, das besonders in den Kreisen Höxter, Detmold, Lippe, Minden und Lübbecke mit den vielen Naturrasenplätzen einen geregelten Betrieb nicht vor Ende Februar zulässt. Eine Saisonverlängerung über den 30. Juni 2021 hinaus erscheint wenig sinnvoll, da man viele Probleme in die anschließende Spielzeit verlagern würde (kürzere Sommerpause, eventuell erneut späterer Saisonstart etc.).

So manchem Kreisvorsitzendem erscheint eine komplette Saison 2020/21 bereits jetzt unmöglich. Markus Baumann (Kreis Bielefeld) plädiert deshalb ganz pragmatisch dafür, dass Ziel aufzugeben, eine komplette Saison durchzuziehen, und sich statt dessen darauf zu konzentrieren, eine "einfache Runde" über die Bühne zu bekommen. Demnach sollte man, so Baumann, in 2021 nicht einfach den ursprünglichen Spielplan weiter abarbeiten, sondern mit den nunmehr ausgefallenen Partien starten, um zunächst einmal das Minimalziel einer kompletten Hinrunde zu realisieren.

 

"Wir müssen wohl den ganzen Plan überdenken!"


Ähnlich sieht es Hartmut Tegeler (Kreis Detmold): „Wir müssen jetzt darüber sprechen, was wir planen. Um die Hinserie sauber zu beenden, müssen wir wohl den ganzen Plan noch mal überdenken. Wichtig wäre, dass die Vereine wieder in den Trainingsbetrieb kommen. Ich fürchte aber, dass das auch im Dezember nichts wird.“ Planmäßig sollte es dann Ende Februar weiter gehen.

Bernhard Brandt (Kreis Lemgo) ergänzt: "Den Betrieb bereits im Januar wieder aufzunehmen, ist schwer vorstellbar. Vielleicht starten wir im Februar, wenn das Wetter mitspielt. Bisher ist ein Nachholspieltag für Ende Februar vorgesehen: Wichtig ist, geeignete Wege zu finden, damit Teams, die weniger Spiele bestritten haben, mit dem Rest der Liga gleichziehen.“

Diese grundlegenden Entscheidungen wird der FLVW bis Anfang/Mitte Dezember treffen müssen. Eines ist nämlich klar. Einen Kaltstart der Amateure soll es auf keinen Fall geben. Demnach bekämen die Vereine zwei bis drei Wochen Vorlauf, um sich wieder an ihre Sportart zu gewöhnen. Und damit wären die Kicker schon im neuen Jahr angekommen.


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