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Montag 24.07.17 21:37 Uhr|Autor: Romina Burgheim193

INTELLIGENTER INTEGRATIONSKICK

oder: Gemeinsamer geht’s nicht

Sport verbindet! Wer kennt diese berühmten geflügelten Worte nicht? Doch nicht immer kommt man als Einzelner diesem Anspruch nach. Denn Zwist, Uneinigkeit und Konflikte sind im Sport genauso vorprogrammiert wie im Berufs – oder Privatleben. Vorallem im Leistungssport. All dies spielt bei einem sportlichen Großereignis in jedem Jahr keine Rolle. Es ist ein Event, das diesen geforderten Spirit vorbildlich lebt und sogar in der Lage ist, Gruppen unterschiedlichster gesellschaftlicher Schichten zusammenzubringen. Es ist kein geringeres als das im Raum Köln bekannte und beheimatete Hobbyturnier:

der ComeTogetherCup (CTC).



Doch das soll sich fortan ändern. Denn am 02. September 2017 wird er offiziell auf Tournee gehen und seine Botschaft über die Grenzen des Rheinlands hinwegtragen. Startpunkt dieser bunten Reise soll keine andere Location sein als die Glückauf-Kampfbahn (GAK) in Gelsenkirchen, die damit um ein weiteres wichtiges Großereignis reicher wird. Einen besseren Ort hätte sich Initiator Andreas Stiene, gemeinsam mit seinem Partner bei der Umsetzung des Come-Together-Cups und großem S04-Fan und Agenturchef Sebastian Lange nicht aussuchen können. „Bei einem ersten konkreten Turnierbesuch in Gelsenkirchen, um auch mal ein eigenes Gefühl & Gespür für die GAK-Sportanlage zu bekommen, war ich sehr von ihr begeistert“, berichtet er enthusiastisch. Als eingefleischter und gebürtiger Essener (Realschüler gegenüber der Zeche Zollverein) durchaus ein gewagtes Vorhaben.

Eher aus Zufall, so erzählt er weiter, sei dann der Kontakt zum Vorsitzenden des Fußballkreises 12, Christian Fischer, entstanden, dem man bei einem der ersten Orga.-Meetings mit Teutonia Schalke aufgrund einer Verwechslung vor Ort zunächst versehentlich hinterhergelaufen sei. Der dynamische und unverschämt junge Fußball – Obmann hatte diesen Fauxpas mit Humor genommen, daraufhin war man gemeinsam ins Gespräch gekommen und auf großes Interesse gestoßen. Seitdem versorgt der Deutsch – und Geschichtslehrer am Max-Planck-Gymnasium Gelsenkirchen den Turnierorganisator regelmäßig per Mail mit neuen Ideen und Anregungen. „Ich bin total überwältigt von dem Engagement und der Bereitschaft mitzumachen, die uns hier in Gelsenkirchen entgegengebracht wird“, gesteht Andreas Stiene, der 1995 erstmalig das Turnier in Köln ins Leben gerufen hatte.

Die Idee, hinter einem der deutschlandweit größten Freizeit-Fußballturniere sei der Wunsch gewesen, alle gesellschaftliche Gruppen in einer Stadt zusammenzubringen. Einen (sportlichen) Tag zu ermöglichen, in dem die sozialen Unterschiede keine besonders große Rolle spielen. Einen Ort zu schaffen, an dem sich niemand rechtfertigen muss. Eine Gelegenheit zu ermöglichen, in der sich alle Menschen auf einem Niveau bewegen können. Einen Raum zu kreieren, in dem sich gefahrlos Polizisten und Drogenabhängige, Flüchtlinge und Deutsche, schwule Fußballer und lesbische Frauen auf dem Platz gegenüber stehen und nur eins zählt:

Die gemeinsame Leidenschaft zum Sport.  

Das ist Andreas Stiene und seinen, zahlreichen ehrenamtlichen Mitstreiter_innen auf eindrucksvolle Weise gelungen. Während sich zu Beginn dieses ambitionierten Vorhabens in Köln zehn Männerteams zum sportlichen Kräftemessen trafen, darf man dort nun auf ein beeindruckendes Teilnehmerfeld von 60 Mannschaften blicken – Männer – und Frauenmannschaften zu gleichen Anteilen. „Es gibt mittlerweile sogar längere Wartelisten!“ fügt er stolz hinzu. Einen einzigen Unterschied gibt es zwischen den Männer – und Frauenteams aus pragmatischen Gründen. Die Männer spielen in Köln am Liebsten auf Großfeld, die Frauen bevorzugen aufgrund der geringeren Teamstärke hingegen das Kleinfeld. Dieser Unterschied soll in Gelsenkirchen aufgehoben werden, wo man schon aus logistischen Gründen gezwungen ist, alle Mannschaften auf Kleinfeld spielen zu lassen. Andreas Stiene ist davon überzeugt, dass dieses seit nun 22 Jahren bestehende Freizeitfußball-Event auch ein wenig zum  weltoffenen Geist der Stadt Köln beigetragen hat. Diesen verbindenden Spirit will er und sein Partner Sebastian zunächst in den Ruhrpott hinaustragen und wer weiß, wohin noch.

Denn mittlerweile zieht das außergewöhnliche Hobbyturnier Teams und Zuschauer_innen aus allen Ecken Deutschlands an. In diesem Jahr konnten erneut rund 20.000 Besucher_innen auf den Stadion-Vorwiesen Kölns begrüßt werden. Das soll und wird Gelsenkirchen nicht toppen oder erreichen. Wir werden dort erst einmal klein anfangen, so wie damals in Köln auch.

Doch wer weiß?! Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Denn neben der Möglichkeit kostenlos, dem bunten, fairen und spaßbetontem Treiben auf dem Spielfeld zuzusehen, gibt es einen Info-Boulevard, einen Biergarten und Food-Court, einen Sport- und Spielparcours für Kinder, ein humorvolles Promi-Spaßspiel (moderiert vom „OBEL“ ehem. Till & Obel“), den Moment of Silence (Gedenkminute), die „Come-Together-Herz“-Auszeichnung für einen stillen und noch unbekannten Helfer sowie ein abendliches, „knallbuntes“ Bühnenprogramm mit DJ und Live-Musik.

Vor allem für das Teilnehmerfeld des Frauen-Fußballturniers sind noch Plätze zu vergeben. Mitmachen kann jedes Freizeit-, Behörden- oder Betriebsteam, das ein sichtbares Zeichen für Toleranz und friedliches Miteinander setzen will und sich mit den Idealen der Veranstaltung identifizieren kann.

Wer am Samstag, 2. September, in der Glückauf-Kampfbahn (Ernst Kuzorra-Platz) nicht nur zuschauen möchte, kontaktiert den Veranstalter per Mail turnier@ctc-schalke.de oder lässt sich persönlich unter der Rufnummer: 0172 98 44 44 0 überzeugen.

Zur Person:

Der Come-Together-Cup ist eine Herzensgelegenheit von Andreas Stiene. Das merkt man gleich in den ersten Minuten, wenn man hört, mit welch einer Begeisterung und Passion er von seinem Baby berichtet. Verständlich, wenn man einen Blick auf seine Vita wirft. Denn er hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, ein Doppelleben wie ein permanenter Schauspieler führen zu müssen. Der ehemalige Kriminalkommissar musste seinerzeit jahrelang im Beruf, als auch in seinem Fußballverein sein Schwul - Sein verstecken. Als Manndecker oder auch als defensiver Mittelfeldstratege hatte er viele Spielzeiten für die ESG 99/06 in der Bezirksliga bestritten, zuletzt sogar als deren Kapitän. Der gleiche Club übrigens, für den Oliver Bierhoff zu Beginn seiner Jugendfußball-Laufbahn die Fußballschuhe geschnürt hatte. Zum Profi – hat es für Andreas zwar bei Weitem nicht gereicht, aber immerhin hat er drei Jahre lang für die ESV 10/21 in Essen-Rellinghausen in der Landesliga erfolgreich gekickt – allen Vorurteilen zum Trotz, dass schwule Männer doch überhaupt nicht kicken können. Diesen Fakt auch aller Öffentlichkeit zu beweisen,  war ihm erst 1994 in New York gegönnt, als er zum ersten Mal mit seiner schwulen Fußballmannschaft „Cream-Team-Cologne“ (als Fußballabteilung des schwul-lesbischen Sportvereins SC Janus) bei den Gay Games teilnahm und dort gleich bei deren erster Teilnahme den „olympia-ähnlichen Titel“ einheimste. Im Jahr 1998 konnte der Gewinn der Goldmedaille in Amsterdam wiederholt werden. Das entscheidende Tor hatte ein dort damals als letzter noch lebender Libero agierende Spieler geschossen. Und es war natürlich kein geringerer, als Andreas Stiene.

Weiterführende Links

Imagefilm zum CTC 2017 in Köln: https://www.youtube.com/watch?v=4ZUBYy1q-f4&t=16s
 
Persönliche Erinnerungen anläßlich des  EU-Preises im letzten Jahr: https://www.youtube.com/watch?v=IYwy5I0H4wY

 
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