
Beim Tabellenschlusslicht zeigt sich der TSV Brunnthal am zweiten Wiesn-Sonntag in Feierlaune und watscht den Herakles SV mit einem satten 9:0 ab. Toptorjäger Fabian Porr sammelte nach kurzer Durststrecke gleich sieben Scorerpunkte, dazu feierten zwei TSV-Akteure ihre Bezirksliga-Torpremiere. Trainer Raphael Schwarz sprach nach der Partie von einem "auch in der höhe verdienten" Auswärtssieg des Aufsteigers.
Entgegen der Erwartungen fand die Partie nicht auf Kunstrasen, sondern auf dem Rasenplatz der Bezirkssportanlage Obermenzing statt. Auf der sich in bestem Zustand befindenden Grünfläche waren die Gäste von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft. "In der ersten halben Stunde war es schon ein Spiel auf ein Tor, lediglich die Situationen für einen Torerfolg haben wir uns bis dahin nicht herausgespielt", sagte Schwarz, der ziemlich genau zum Ende des genannten Zeitabschnitts den ersten Treffer Porrs bejubeln konnte. Nach einem zu kurz geratenen Rückspiel in Richtung des Herakles-Schlussmanns Alen Lovic spritzte der 25-Jährige in den Ball, umkurvte Lovic und schob zur Führung ein (29.). "Das war der Dosenöffner", wusste Brunnthals Coach, der allerdings kritisierte, dass sein Team vor allem vor dem 1:0 "geduldiger hätte spielen müssen." Wenige Minuten nach dem Führungstreffer waren die Gastgeber dem Ausgleich nahe, Benwinde Mannesim zögerte allerdings zu lange mit dem Abschluss und ließ die aussichtsreichste Gelegenheit somit ungenutzt. Der Tabellenführer machte es anschließend auf der Gegenseite besser und legte noch vor dem Seitenwechsel den zweiten Treffer nach. Am Ende einer schönen Kombination über die linke Seite fand die Kugel den Weg zurück ins Zentrum zu Luis Fischer, der Josef Diller per feinem Lupfer in den Sechzehner bediente. Der nahm den Ball an und vollendete zu seinem ersten Saisontor ins lange Eck (41.).

In der Pausenansprache stellte Schwarz sein Team drauf ein, "dass der Gegner nochmal alles reinwerfen wird, um vielleicht nochmal ranzukommen." Die Hausherren ließen jedoch jegliches Aufbäumen vermissen und gaben sich, nachdem Porr kurz nach Wiederanpfiff eine passgenaue Hereingabe von Andreas Reinisch zum 3:0 veredelte (49.), zusehends ihrem Schicksal hin. Brunnthal hingegen schraubte das Ergebnis quasi im Takt der Münchner U-Bahn zur Hauptverkehrszeit in die Höhe. Nach einer "richtig schönen Kombination" über Steffen Klepsch und Porr bediente Fischer, freistehend vorm Torhüter, Alois Bachmann, der ebenfalls sein Bezirksligatordebüt feiern durfte (53.). Kurz darauf köpfte Diller einen misslungenen Lovic-Abschlag in den Lauf von Porr, der den Keeper erneut ausspielte (59.) und anschließend auf Vorarbeit von Fischer (63.) und Marc Nagel (69.) seine Tore drei bis fünf des Nachmittags erzielte. Dass er nicht nur Tore machen, sondern diese auch für seine Mitspieler auf dem Silbertablett servieren kann, bewies Porr beim 8:0, als er in einer erneuten Zwei-gegen-Eins-Situation mit dem von seinen Vorderleuten völlig alleingelassenen Lovic auf den eingewechselten Michael Demmel ablegte (74.). "Es freut mich für ihn, dass er nach zwei Spielen ohne Bude wieder getroffen hat und sich Selbstvertrauen holen konnte", lobte sein Coach, der zum Abschluss des Schützenfestes noch ein klassisches "Porr-Tor" bestaunen konnte: Auf Zuspiel von Daniel Richter, der nach zweimonatiger Verletzungspause zu seinem Comeback im TSV-Dress kam, zog der Stürmer von links in den Sechzehner und machte mit einem platzierten Schlenzer ins lange Kreuzeck sein persönliches halbes Dutzend voll (85.).
"Es war wichtig für uns, dass wir jetzt mal wieder mehr Tore geschossen haben", läutete Schwarz sein Resümee ein. "Das bringt uns natürlich schon was, zu wissen, dass wir auch höher gewinnen können. Dazu waren einige Tore von hinten raus richtig konsequent herauskombiniert. Wir haben gegen einen so tiefstehenden Gegner gute Lösungen gefunden. Jeder hat heute eine richtig gute Leistung gezeigt, auch wenn Herakles am Ende ein bisschen überfordert war. Deshalb geht das Ergebnis auch in der Höhe in Ordnung." Er fügte jedoch hinzu, dass man das Resultat richtig einschätzen werde. "Auch für diesen Sieg gibt es nur drei Punkte. Am kommenden Wochenende werden wir wieder mehr gefordert."