
Das gab neue Luft, das dürfte die Ratinger Aufgabe bestimmt nicht erleichert haben. Aber Fagrach, dieser superschlanke Filigrantechniker, der sieht das locker: „In Kaarst starten wir eine neue Erfolgsserie. Ich spiele schon ewig lange Fußball, ich bin mehrfach aufgestiegen, da hat man einfach ein gewisses Gefühl dafür, dass der Meistertitel greifbar nahe ist.“
So viel Selbstbewusstein hört man gerne im Keramag-Sportpark. Überhaupt, alle hören hin, was der 29 Jahre alte einstige Oberligaspieler von Jahn Hiesfeld zu sagen hat. Das zum Beispiel: „Wir haben die hintereinander erfolgten Niederlagen gegen den VfB Hilden II und Schwarz-Weiß 06 locker verkraftet und blieben anschließend acht Spiele unbesiegt. 22 Punkte wurden dabei eingefahren. Wir sind eine gefestigte Mannschaft, die Schlappe zuletzt gegen die SG Unterrath entstand unter völlig unnormalen Bedingungen, darüber reden wir nicht mehr, sie ist abgehakt. In Kaarst wird voll auf Sieg gespielt und wieder gepunktet.“
Fünf Zähler Vorsprung haben seine Ratinger auf das Verfolgertrio Schwarz-Weiß, Eller 04 und VfB Hilden II. Hört sich gut an, aber das kann sich schnell ändern. Das sieht auch der Trainer Deniz Aktag so: „Es wird bestimmt erheblich schwerer als im Heimspiel. Da gab es beim 4:0-Sieg keine Probleme. Die Kaarster wollen doch unten weg, mit aller Gewalt. Uns muss ein frühes Tor gelungen, denn Kaarst bietet eine Fünfer-Kette auf und wartet mit endloser Geduld auf Konterchancen. Nur ein schnelles 1:0 kann das durchkreuzen.“
Er hat zudem im hinteren Bereich gewisse Personalsorgen. Ganz übel traf es den jungen Jonas Schulte. Dem Rechtsverteidiger wurden gegen Unterrath im Fußgelenk die Bänder durchgetreten, und dass in der Nachspielzeit, an Fußball ist beim 21 Jahre alten Ex-Mettmanner jedenfalls vorerst kein Denken. Oliver Münzer hat muskuläre Probleme, aber Innenverteidiger Philipp Schultz wird wieder mitspielen.