Aus im Pokal: FV Ravensburg patzt bei Standards
Samstag 01.08.20 18:48 Uhr|Autor: Schwäbische Zeitung1.067
In der Luft hatte der FV Ravensburg (von li. Jona Boneberger, Philipp Altmann und Samuel Boneberger) große Probleme gegen den SSV Ulm 1846 (Lennart Stoll und Steffen Kienle). Foto: Foto: Rolf Schultes

Aus im Pokal: FV Ravensburg patzt bei Standards

Lange hat der FV Ravensburg im Fußball-Verbandspokal gegen den Favoriten SSV Ulm 1846 gut mitgehalten. Dreimal verteidigte der Oberligist aber bei einem Eckball nicht gut – und verlor letztlich mit 1:5. (alle Videohighlights gibt es bei Fupa.tv)

Ravensburg / sz - Beim ersten Pflichtspiel nach viereinhalb Monaten hat der FV Ravensburg 65 Minuten lang ein richtig gutes Spiel gegen den SSV Ulm 1846 abgeliefert. Eine Überraschung im Verbandspokal-Viertelfinale schaffte der Oberligist aber nicht – weil er dreimal ein Gegentor nach dem gleichen Muster bekam.




68. Minute: Der Ex-Ravensburger Burak Coban brachte einen Eckball von der rechten Seite rein. Philipp Altmann bekam den Ball nicht aus dem Strafraum, Ulms Johannes Reichert hatte zu viel Platz und knallte den Ball ins Tor – das war das 1:2 aus Sicht des FV.

74. Minute: Eckball Coban, Lennart Stoll gewann das Kopfballduell – 1:3.

86. Minute: Eckball Coban, Stoll köpfte den Ball an den Pfosten, Steffen Kienle wurde nicht nah genug verteidigt – 1:4.

Das Fazit von Ravensburgs Trainer Steffen Wohlfarth fiel nach dem 1:5 am Samstag gegen den Regionalligisten daher auch kurz aus. "Bei Standards haben wir vergessen zu verteidigen. Das ist schade, weil wir aus dem Spiel heraus nur sehr wenige Chancen zugelassen haben. Aber wir haben halt verloren, weil die Zuteilung bei Standardsituationen nicht gestimmt hat." Von den Ravensburger Zuschauern – insgesamt waren etwa 300 in der Cteam-Arena – waren trotz der Niederlage nicht unzufrieden. Der FV hatte ein gutes Spiel gezeigt. "Wir können darauf aufbauen", meinte FV-Torwart Kevin Kraus. "Gegen einen Favoriten aus der Regionalliga haben wir 65 Minuten sehr gut gespielt, sehr gut verteidigt."

Elfmeter gehalten, Nachschuss drin

Tatsächlich tat sich der Regionalligist aus Ulm in der ersten Halbzeit schwer. Der SSV hatte mehr Ballbesitz, gefährlich wurde es aber nur einmal: Reichert tunnelte den jungen Ravensburger Linksverteidiger Julian Flock, den Flugkopfball von Coban parierte Kraus aber stark. "Natürlich war ich anfangs nicht zufrieden", sagte Ulms Trainer Holger Bachthaler. "Aber es gibt so Tage, an denen man sich mühsam ins Spiel kämpfen muss." Der FV habe es "gut und diszipliniert" gespielt.

Drei Tore in drei Minuten

Nach rund einer Stunde ging es schließlich Schlag auf Schlag. Zunächst wehrte Kraus den Schuss von Adrian Beck klasse ab, Samuel Boneberger grätschte zu ungestüm gegen den einschussbereiten Coban und Schiedsrichter Asmir Osmanagic pfiff Elfmeter. Den Strafstoß von Reichert parierte Kraus zwar, doch der Ball kam zu Reichert zurück, im Nachschuss war er drin. Nur eine Minute später fehlte Ulm hinten allerdings die Ordnung, Jonas Wiest – früh im Spiel für den angeschlagenen Moritz Jeggle gekommen – traf mit feinem Heber zum schnellen Ausgleich. Doch wiederum nur kurz danach patzte der FV erstmals nach einem Eckball. "Am Ende hat uns durch die kurze Vorbereitung auch ein bisschen die Kraft und Konzentration gefehlt", sagte Innenverteidiger Philipp Altmann. Stoll, Kienle und der eingewechselte Ex-Ravensburger Nicolas Jann schossen den 5:1-Endstand heraus. "Das Ergebnis ist zu hoch, aber so ist halt der Fußball", meinte Wohlfarth.

Für seine Mannschaft ist der Traum vom erneuten Einzug in den DFB-Pokal vorbei, Ulm trifft im Halbfinale auf den VfB Stuttgart II oder die SG Sonnenhof Großaspach. "Unser Ziel war, das Halbfinale zu erreichen", sagte Bachthaler über das Spiel gegen Ravensburg. "Über 90 Minuten gesehen war es auch verdient." Eben auch, weil Ravensburg dreimal im eigenen Strafraum patzte.

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