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Donnerstag 21.09.17 20:05 Uhr|Autor: Jakob Schönhagen (BZ)4.671
Leistungsexplosion: Buba Ceesay macht beim FVLB den Unterschied aus.| Foto: Markus Schächtele

Buba Ceesay: Zwischen Hoffen und Bangen

Der Gambier Buba Ceesay wirbelt für Lörrach-Brombach in der Verbandsliga – sein Verbleib in Deutschland ist aber ungewiss
Buba Ceesay ist der Mann der Stunde beim Verbandsligisten FV Lörrach-Brombach. Sechs Tore und drei Vorlagen in sieben Spielen: Die Werte des Gambiers gehören zur Ligaspitze. Ob er in Deutschland bleiben darf, ist aber offen. Ein Stürmer, der sich die Ungewissheit von der Seele schießt.

Es ist ein Phänomen, das jeder kennt: Das Bonmot von den Dingen, die man erst richtig zu schätzen weiß, wenn man sie verloren hat. Erst dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen, was man an den geliebten Objekten, verflossenen Partnern oder ehemaligen Freunden hatte. Dem erfolgreichsten Team vom Hochrhein könnte es bald genauso ergehen. Die Story von Buba Ceesay hat derzeit etwas an Dramatik.

Denn  plötzlich wäre da ein Loch. Leere, wo eben noch eine Frohnatur für eingerissene Abwehrreihen, Spielfreude, Tore und gute Laune sorgte. Seit fast zwei Jahren spielt Buba Ceesay für den FV Lörrach-Brombach.

Damals, im Herbst 2015, kam der Gambier auf seiner Flucht in Südbaden an. Seitdem wohnt er in einer Flüchtlingsunterkunft in Steinen. „Er ist damals kurz vor der Winterpause in unser letztes Training gekommen“, erinnert sich FVLB-Trainer Ralf Moser. Der damals 19-jährige Ceesay  fiel den Verantwortlichen direkt positiv auf. Genau wie Lamin Colley, der andere gambische Flüchtling, der ebenfalls zum Stammkader des FVLB gehört.

„Ein absoluter Zugewinn für uns“

Er solle auf jeden Fall im kommenden Jahr wiederkommen, so lautete die vorweihnachtliche Nachricht an Ceesay, den in Lörrach alle Bob rufen. Ceesay erschien wieder. Und wie. In der Rückrunde kam er bei den A-Junioren, und auch gleich im Bezirks- und Landesligateam zum Einsatz. „Er bringt eine unglaubliche Schnelligkeit und einen starken Biss mit“, lobt Moser. FVLB-Vizepräsident Bernd Schleith ergänzt: „Sportlich und menschlich ist er für uns ein absoluter Zugewinn.“

Und trotzdem ist der Ausgang der Geschichte Ceesay noch offen. Denn am heutigen Freitag hat er ein entscheidendes Gespräch. Martin Aßmuth von der sportlichen Leitung wird ihn zur Anhörung darüber, ob er in Deutschland bleiben darf, begleiten. „Das ist natürlich belastend“, gesteht Moser. Das Spiel gegen den Tabellen-15. FC Bad Dürrheim, bei dem Lörrach zum ersten Mal in dieser Saison auswärts punkten will, rückt darüber in den Hintergrund. Für den FVLB stehen drei Punkte auf dem Spiel, doch das ist ein Klacks. Sollte der Gambier, der bestens integriert ist,  nicht bleiben dürfen, wäre da ein großes Loch im  Lörracher Sturm, eine herbe Lücke im Teamgefüge des Aufsteigers. Sie würden ihn schmerzlich vermissen. Alle hoffen darauf, dass Bob bleiben darf. Auch wegen Fußball. Aber beileibe  nicht in erster Linie deshalb.

Vergangene Saison bereits ein Leistungsträger

Bereits vergangene Saison war Ceesay beim Gewinn der Landesliga-Meisterschaft ein Leistungsträger. In dieser Spielzeit aber geht der 21-Jährige förmlich durch die Decke. Gegen den FC Singen (6:1) traf der technisch starke Stürmer viermal, gegen den SV Endingen (4:2) markierte er am vergangenen Wochenende einen Doppelpack. Warum man verloren habe, wurden die gegnerischen Trainer gefragt. Wegen der Lörracher Nummer sieben, Ceesay, lautete die erste, spontane Antwort. „Es ist nie gut, eine Person in den Mittelpunkt zu stellen“, sagt Moser, „aber er kann schon den Unterschied machen.“ Vielleicht ist er zuweilen etwas zu  verspielt und es fehlen ihm ein paar Prozente an der  Physis. Doch jetzt schon fällt er mit seiner individuellen Klasse auf: trickreich, schnell, nie aufgebend, zäh. Die Attribute, die ihm Trainer und Präsident zuschreiben, geben einen Hinweis auf seine Wertigkeit.

Moser hofft, dass Ceesay sein derzeitiges Level halten kann, Bedenken gibt es eigentlich keine. „Er ist ja sehr trainingsfleißig“, versichert der Trainer. Auch Schleith traut dem Stürmer einiges zu. „Er soll uns helfen, den Nichtabstieg klar zu machen.“ Nach sieben Spielen steht der FVLB  auf Platz sieben, zu früh für eine Prognose, sagt Moser zurecht. Der Vize erwartet eine dreigeteilte Liga. Oben der FFC und Linx, dann ein breites Mittelfeld bis Rang acht, und  danach beginnt der Abstiegskampf: „Wir wollen uns im zweiten Feld festsetzen – Buba soll uns dabei helfen.“

Woher aber die Leistungsexplosion? „Die Kommunikation klappt noch mal besser“, findet Moser. „Er ist immer besser integriert in der Mannschaft“, vermutet Schleith. Einzig mit der Sprache tut sich Ceesay noch schwer. Alle hoffen, dass er heute grünes Licht bekommt und für das Erlernen künftig noch viel Zeit hat. Nicht zuletzt Ceesay selbst.
 
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