FuPa Medizincheck: Der Hallux rigidus
Donnerstag 28.12.17 14:45 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis2.868
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Der Hallux rigidus

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal was ein Hallux rigidus ist und wie er behandelt werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen!


Beim Hallux rigidus handelt es sich um die Arthrose, also um die Abnutzung der Gelenkflächen, im Großzehengrundgelenk, die zu einer zunehmenden und schmerzhaften Versteifung dieses Gelenkes führen kann.

Ursachen
Ein etwas höheres Risiko besteht bei manchen Sportarten, wie zum Beispiel beim Fußball (durch das Treten des Balles) oder bei Sprungdisziplinen (durch die vielen Sprünge), wo es zu wiederholten Mikroverletzungen des Gelenkes kommt. Häufig ist der Hallux rigidus aber auch Folgeerscheinung eines sogenannten Hallux valgus, einer Fehlstellung der Großzehe zur Fußaußenseite.
Weitere begünstigende Faktoren für einen Hallux rigidus sind Fehlbelastungen des Fußes, die ihren Ursprung in der Fußstellung (v.a. bei Abflachung des Längsgewölbes in Kombination mit einer verstärkten Kippung des Fußes nach innen), dem Schuh, dem Sprunggelenk oder sogar in Knie, Hüfte und Wirbelsäule haben können. Auch Übergewicht oder ein abnormes Gangbild können zu einer ungünstigen Lastverteilung am Fuß führen. Darüber hinaus sind als weitere mögliche Faktoren frühere Verletzungen, wie zum Beispiel ein Zehenbruch, oder Entzündungen des Gelenkes zu nennen.

Symptome und Diagnose
Bei einem symptomatischen Hallux rigidus ist das häufig schmerzhafte und geschwollene Großzehengrundgelenk in seinem Bewegungsausmaß eingeschränkt. Zusätzlich können oft knöcherne Ausziehungen, die insbesondere in fortgeschrittenen Stadien neben einer Gelenkspaltverschmälerung auch im Röntgenbild zu sehen sind, getastet werden.

Therapie
Manchmal verursacht der Hallux rigidus keine größeren Beschwerden und bedarf dann auch keiner speziellen Behandlung. In diesem Fall sind lediglich gezielte prophylaktische Maßnahmen angeraten um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Ist eine weitere Therapie notwendig, so richtet sich diese nach den festgestellten Hauptursachen und den erhobenen Befunden. In der konservativen Behandlung können insbesondere orale schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, Spritzen, Schuhzurichtungen, Einlagen und physikalische Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Führt die konservative Therapie nicht zum Erfolg, kann nach Abwägung der individuellen Situation des Betroffenen, in der vor allem der Leidensdruck, die Einschränkungen im Beruf sowie Alltag und die entsprechenden Risiken berücksichtigt werden müssen, die Indikation zu einer operativen Versorgung gestellt werden. Angefangen von einer einfachen Abtragung der knöchernen Ausziehungen, über die Implantation eines künstlichen Gelenkes bis hin zu einer operativen Versteifung des Großzehengrundgelenkes, stehen hierbei viele verschiedene OP-Methoden (teilweise mit Zusatzmaßnahmen) zur Verfügung, aus denen die jeweils passende gewählt werden muss.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U18-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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